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Extremwetter in weiten Teilen Europas

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Das Wetter spielt Anfang des Jahres in weiten Teilen Europas verrückt. Besonders betroffen sind Serbien, Slowenien, Österreich, Schweiz, Italien und Spanien. Tagelanger heftiger Regen verursacht in Italien Überschwemmungen. Bei Bergamo in Norditalien müssen mehrere Menschen nach einem Erdrutsch in Sicherheit gebracht werden. Bis zu zehn Meter hohe Riesenwellen richten an der nordspanischen Atlantikküste schwere Schäden an. Schneemassen machen den Menschen vor allem in Serbien und Slowenien zu schaffen. Über 400 Personen sind in Serbien stundenlang in ihren Autos eingeschneit.

Am Schlimmsten trifft es Großbritannien. Seit Anfang Dezember kämpfen die Engländer gegen die Naturgewalten an. Seit zwei Monaten fegen Stürme über die Insel hinweg, die Fluten peitschen die Wellen an die Küsten und es regnet unaufhörlich. Die Felder sind aufgeweicht, die Wiesen sind vollgesaugt. Sie können kein Wasser mehr aufnehmen. Große Landteile rund um Somerset stehen unter Wasser. Meteorologen registrieren den feuchtesten Januar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1910.

Eine aktuelle Untersuchung, "Die jüngsten Stürme und Überschwemmungen in Großbritannien" der englischen Meteorologen (UK Met Office) vom Februar 2014, zeigt jetzt die Verbindungen zur Klimaerwärmung auf. Die Wissenschaftler untersuchen drei wesentliche Aspekte im Zusammenhang mit dem Klimawandel: (1) die Auswirkungen des Anstiegs des Meeresspiegels auf die Küstenhochwasser, (2) die Anzahl und die Stärke der Stürme und (3) die Niederschlagsmenge. Dabei bezogen sie sich nicht nur auf Saison-oder Monatsmittel, sondern auch auf Intensität und Häufigkeit der täglichen und sogar stündlichen, schweren Regenfälle.

Der Meeresspiegel steigt

Der Meeresspiegel entlang des Ärmelkanals ist bereits über 12 cm in den letzten 100 Jahren gestiegen. Geht die Erwärmung in den nächsten Jahrzehnten unvermindert weiter, so ist ein weiterer Anstieg des Meeresspiegels um 11 bis 16 cm bis zum Jahr 2030 wahrscheinlich. Damit wäre der Meeresspiegel seit 1900 um insgesamt 23 bis 27 cm gestiegen. Die Meteorologen sind sich sehr sicher, dass der Meeresspiegel auch weiterhin in den kommenden Jahrzehnten steigen wird, da die Erde sich weiter erwärmt.
Stürme verändern ihre Bahn

Neuere Studien deuten auf einen Anstieg in der Intensität der Atlantikstürme, die zudem eine südlichere Bahn nehmen werden. Folge davon sind genau die Wetterextreme, wie wir sie in diesem Winter erleben. Die langfristige Erwärmung des subtropischen Atlantik führt auch dazu, dass durch die weiter südlich verlaufenden Sturmtiefs, eine erhöhte Feuchtigkeitsmenge aufgenommen wird.

Extremere Niederschläge nehmen zu

Es gibt eine erdrückende Anzahl von Hinweisen, dass die Tagesrate von extremen Niederschläge stark zunehmen wird: Dieser Anstieg steht in Einklang mit den Grundlagen der Physik. Dagegen gibt es überhaupt keine Anhaltspunkte, die diese grundlegende Prämisse, dass es in einer wärmeren Welt zu intensiveren Regenfällen kommt, widerlegen könnten.

Der Präsident der britischen Umweltbehörde Christopher Smith erntet einen Sturm der Entrüstung, als er offen anspricht, was alle lieber verdrängen. Da in den nächsten 100 Jahren der durch den Klimawandel bedingte Anstieg des Meeresspiegels seinen Tribut fordern wird, hatte er bereits im Jahr 2008 gefordert: "Wir müssen uns entscheiden, welche Küstenabschnitte wir schützen wollen und welche wir dem Meer überlassen wollen." Und auch Prinz Charles, der die Krisenregion in Schwimmweste und Gummistiefeln besuchte, brachte es auf den Punkt: "Es ist, denke ich, ein typisches Beispiel dafür, was passiert, wenn man dem Klimawandel kaum Beachtung schenkt."

Anders ausgedrückt: Wir sind mittendrin im Klimawandel. Und wir müssen dringend den Ausstoß der Treibhausgase reduzieren.

(Autor: Karsten Smid)

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