Skip to main content
Jetzt spenden
Neurath Projektion

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Dem Emissionshandel liegt die Idee zugrunde, dass alle Industrieunternehmen, die mit dem Ausstoß von CO2 das Klima schädigen, dafür Zertifikate benötigen. Die Verteilung dieser Verschmutzungsrechte wird im Nationalen Allokationsplan (NAP) für jeweils vier Jahre festgelegt. Derzeit werden mit NAP II die Verschmutzungsrechte für die Jahre 2008 bis 2012 verteilt.

Um den Anreiz für eine Verringerung der Emissionen zu schaffen, soll der Staat den einzelnen Unternehmen weniger Zertifikate zuteilen als dem tatsächlichen Ausstoß entspricht. Wer mehr CO2 in die Luft bläst, muss Zertifikate hinzukaufen. Wer CO2 einspart, kann die überschüssigen Zertifikate gewinnbringend verkaufen. Nach EU-Recht dürfen zudem zehn Prozent der Zertifikate versteigert werden, was ebenfalls zum CO2-Sparen anregen soll.

Wie diese im Ansatz richtige Idee umgesetzt wird, steht auf einem anderen Blatt: Deutschland hat die Chance vertan, mit dem Klimaschutzinstrument des Emissionshandels die Wirtschaft auf einen langfristigen klimaverträglichen Pfad zu lenken, bilanziert der Umweltökonom und Autor der Studie, Prof. Dr. Joachim Schleich.

Er kritisiert, dass der Staat die Zertifikate kostenlos zuteilt. Dies führe zu einer Subventionierung der Energiewirtschaft. Die geplanten Zuteilungsregelungen für Neuanlagen zementierten die bereits vorhandenen Energiestrukturen. Die in den drei Ländern angewandten Regeln schwächten den marktwirtschaftlichen Ansatz des Emissionshandels. Sie erhöhten so die Kosten des Klimaschutzes für die Gesamtgesellschaft.

Das Gutachten untermauert die Kritik von Greenpeace an Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Er will die Zertifikate weiterhin kostenlos an die Energiekonzerne abgeben. Damit würde die Wirtschaft bis 2012 mit etwa zehn Milliarden Euro pro Jahr beschenkt. Die Klimapolitik von Umweltminister Sigmar Gabriel ist sozial unausgewogen, industriehörig und klimapolitisch ein Fiasko, urteilt Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid.

Mehr zum Thema

Arbeiterinnen am Fließband der Firma Foron

Cool gekühlt

  • 04.01.2023

Im Jahr 2023 wird der Greenfreeze-Kühlschrank dreißig Jahre alt. Wir erläutern, wie er entstand und warum er eine der wichtigsten Innovationen des 20ten Jahrhunderts ist.

mehr erfahren
Messballon zur Beobachtung des Ozonlochs am nördlichen Polarkreis, Juni 1988

Ursache und Wirkung des Ozonlochs

  • 01.12.2022

Das Ozonloch beschäftigt Wissenschaftler:innen seit Jahrzehnten. Wir erklären, worum es sich dabei handelt und betrachten seinen aktuellen Zustand.

mehr erfahren
Aktion zur COP27,

Interview zur Klimakonferenz COP 27

  • 20.11.2022

Die 27. UN-Klimakonferenz ist zu Ende gegangen - mit enttäuschendem Ergebnis: Zwar gibt es nun einen Fonds für Klimafolgeschäden für arme Länder. Aber keinen Ausstieg aus allen fossilen Energien.

mehr erfahren
Lisa Göldner auf der Cop27

Cop27-Klimaschutzkonferenz: Zwischenbilanz

  • 14.11.2022

Halbzeit bei der Weltklimakonferenz in Sharm El Sheikh: Nach einer Woche UN-Klimakonferenz sieht Greenpeace-Klimaexpertin Lisa Göldner erste Fortschritte. Aber die wahren Aufgaben kommen erst noch.

mehr erfahren
Braunkohlekraftwerk Niederaussem im Rheinischen Braunkohlerevier

Verursacht der Mensch die Erderwärmung?

  • 07.10.2022

Wenn im Laufe der Erdgeschichte das Klima schwankte, dauerte dies Jahrtausende. Tiere und Pflanzen hatten Zeit, sich anzupassen. Der jetzige Klimawandel passiert viel schneller.

mehr erfahren
Schmelzendes Meereis bei Grönland 07/30/2009

Arktis bald ohne Eis?

  • 26.09.2022

Für das Meereis in der Nordpolarregion ist keine Erholung in Sicht. Der diesjährige Tiefstand: 4,79 Millionen Quadratkilometer.

mehr erfahren