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Climate Action at Volkswagen in Hamburg
© Greenpeace / Achim Multhaupt

Wir lassen nicht locker: Deutsche Autobauer in der Pflicht

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Rosa Farbe, rosa Schnauze und rosa Ohren: so gefährlich sieht er gar nicht aus, der von Greenpeace-Aktivisten zum Klimaschwein verwandelte Golf. Dennoch zeigte sich der VW-Händler in Magdeburg erschrocken, als er heute morgen dieses Klimaschwein vor seinem Kundenzentrum anrücken sah.

Die Angst konnte ihm schnell genommen werden. Im Gespräch wurde er von Greenpeace-Verkehrsexperte Marc Specowius über die Absicht der Tour aufgeklärt. Nicht nur gegen die klimaschädigenden Modelle des größten deutschen Autoherstellers will Greenpeace heute vor seinem VW-Kundenzentrum protestieren. Die Aktivisten sind auch mit der Absicht gekommen, dem Händler darzulegen, welche Verantwortung er hat.

Der Händler fungiert als Bindeglied zwischen Kunden und VW-Konzern. Kommt ein Kunde in den Laden und verlangt den Blue Motion, so ist er es, der in Bedrängnis kommt, falls er das Fahrzeug nicht anbieten kann. Auch der Händler muss also beim Konzern Druck machen, das viel beworbene Fahrzeug tatsächlich anbieten zu können.

Natürlich ist die an die VW-Händler gerichtete Aufklärungsarbeit, nur ein Teil der Absicht, mit der Greenpeace vor den Kundenzentren protestiert. Denn: Seit Jahren geben Autohersteller wie VW Versprechungen zum Klimaschutz ab, die sie nicht halten, so Specowius, Es sind vor allem die deutschen Unternehmen, die aus der Selbstverpflichtung der europäischen Autoindustrie zum Klimaschutz eine Luftblase machen. Sie müssen endlich alle Fahrzeuge so bauen, dass sie weniger verbrauchen.

161 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer - das ist der durchschnittliche Kohlendioxid-Ausstoß der im Jahr 2006 produzierten VW-Fahrzeuge. 140 Gramm pro Kilometer dürfen Neufahrzeuge aber ab 2008 nur noch ausstoßen. Dazu hat sich die europäische Autoindustrie verpflichtet. VW als absatzstärkster Hersteller in Deutschland hat immer noch ein viel zu großes Angebot an spritschluckenden und klimaschädlichen Fahrzeugen. So ist der VW-Touareg mit einem CO2-Ausstoß von bis zu 329 Gramm pro Kilometer ein richtiges Klimaschwein, erläutert Specowius.

Greenpeace fordert für die Autoindustrie einen verbindlichen CO2-Grenzwert von 100 Gramm pro Kilometer bis 2012. VW muss daher die klimaschädlichen Emissionen seiner Neufahrzeuge entsprechend absenken. Spritsparende Fahrzeuge dürfen nicht länger ein Nischenprodukt sein, fordert Specowius. Vor allem bei den Verkaufsschlagern wie Golf oder Passat muss der Verbrauch verringert werden. Und das funktioniert nur, wenn nicht immer schwerere Wagen gebaut werden, die allein durch ihre Masse mehr verbrauchen.

Die hierfür notwendige Technik ist bekannt und bereits umgesetzt worden: Das SmILE-Fahrzeug von Greenpeace. Kompakt gebaute, leichte Autos, betrieben mit intelligenter Technik, so das SmILE-Prinzip (Small, Intelligent, Light, Efficient). Dieses technische Konzept macht es möglich, den Spritverbrauch der meisten Serienmodelle bis zur Hälfte zu reduzieren. Es funktioniert mit vorhandener Technik, ohne Mehrkosten und ohne Einbußen bei Fahreigenschaften und Sicherheit. Das SmILE-Prinzip hat Greenpeace schon 1996 erfolgreich mit dem Umbau eines serienmäßigen Renault Twingo verwirklicht. Dessen Verbrauch liegt mit drei Litern gegenüber dem ursprünglichen Fahrzeug um 50 Prozent niedriger.

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