Skip to main content
Jetzt spenden
coal power plant Neurath

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Nach Ansicht von Greenpeace kommt die kostenlose Vergabe von Verschmutzungsrechten einer Subvention gleich. Solche Milliardengeschenke setzen falsche Marktsignale. Sie verzerren den Wettbewerb und behindern effektiven Klimaschutz. Das eigentliche Ziel des Emissionshandels, den CO2-Ausstoß deutlich zu verringern, ist auf diesem Weg nicht zu erreichen.

Ein krasses Beispiel dafür ist das geplante neue Braunkohlekraftwerk Neurath bei Köln. Der Konzern RWE hatte den Bau seines neuen Klimakillers an eine Zusage für kostenlose Emissionszertifikate geknüpft. Nur die kostenlose Zuteilung von Verschmutzungsrechten macht einen solchen Klimakiller überhaupt profitabel.

Es ist absurd, bei den Koalitionsverhandlungen jeden Cent zweimal umzudrehen, aber gleichzeitig auf Milliarden Euro an Einnahmen zu verzichten, erklärt Greenpeace-Energieexperte Karsten Smid. Natürlich wollen die Energiekonzerne weiterhin mit Klimazerstörung Milliarden verdienen. Dafür darf sich die neue Regierung aber nicht benutzen lassen.

Nach geltendem EU-Recht dürfen fünf Prozent der nationalen CO2-Emissionszertifikate versteigert werden. Die Bundesrepublik, die unter der Last ihrer Staatsschulden ächzt, hat sogar auf diese Einnahmen verzichtet. Insgesamt sind Verschmutzungsrechte im Wert von 10,5 Milliarden an die Industrie verschenkt worden. Ein Zertifikat kostet derzeit durchschnittlich 21 Euro pro Tonne Kohlendioxid.

In ihren Koalitionsgesprächen haben CDU/CSU und SPD sich darauf geeinigt, auch die geringen Kosten noch zu senken, die der Industrie derzeit durch den CO2-Emissionshandel entstehen. Das geht aus dem Ergebnispapier der Koalitionsarbeitsgruppe Wirtschaft und Technologie hervor. Greenpeace fordert dagegen, in Zukunft alle Zertifikate zu versteigern. Dazu muss die EU-Emissionsrichtlinie umgehend überarbeitet werden.

Die Klimaerwärmung ist die größte Herausforderung unserer Zeit. Ihre Folgen, wenn sie nicht gestoppt werden, sind immens. Vor diesem Hintergrund gerade die klimaschädlichsten Energieformen zu begünstigen, kommt einem umweltpolitischen Skandal gleich. Die größten CO2-Schleudern, nämlich die Braunkohlekraftwerke, werden so zu puren Gelddruckmaschinen auf Kosten der Steuerzahler. Kein verantwortungsbewusster Politiker kann diesen volkswirtschaftlichen und ökologischen Unsinn weiterführen wollen, sagt Smid.

Mehr zum Thema

Schmelzendes Meereis bei Grönland 07/30/2009

Arktis bald ohne Eis?

  • 26.09.2022

Für das Meereis in der Nordpolarregion ist keine Erholung in Sicht. Der diesjährige Tiefstand: 4,79 Millionen Quadratkilometer.

mehr erfahren
Aktion zu Taxononomie vor der Europäische Kommission in Brussels

EU-Taxonomie-Klage

  • 19.09.2022

Gas und Atomkraft sind nicht nachhaltig. Deswegen klagt Greenpeace jetzt gegen die EU-Taxonomie, die Investitionen in Gas- und Atomenergie als „grün“ labelt. Denn das verstößt gegen EU-Recht.

mehr erfahren
Die KlimaSeniorinnen bei einer Protestaktion vor einem Gletscher

Berge ohne Eis: Die Gletscher schmelzen

  • 09.09.2022

Weltweit nimmt die Geschwindigkeit der Gletscherschmelze zu. In der Schweiz protestierten jetzt die Klimaseniorinnen mit einem überdimensionalen Pflaster gegen diese Folge der Klimakrise.

mehr erfahren
In der Sächsischen Schweiz löschen Einsatzkräfte den Waldbrand

Sächsische Schweiz: Erst die Flut, nun die Brände

  • 12.08.2022

Was die Menschen rund um den Nationalpark Sächsische Schweiz binnen eines Jahres erleben müssen, lässt sich nur mit einem Wort beschreiben: Klimakrise. Ein Greenpeace Lagebericht.

mehr erfahren
Drought in Northern Italy

Mitten in der Klimakrise

  • 03.08.2022

Dürre, Hitze und Brände: Die Klimakrise ist längst in der Mitte Europas angekommen und hinterlässt ihre Spuren. Greenpeace-Aktivist:innen bereisten in der letzten Juliwoche Norditalien und Österreich.

mehr erfahren
Martin Kaiser, Executive Director of Greenpeace Germany

Martin Kaiser zur Reise mit Annalena Baerbock

  • 13.07.2022

Greenpeace-Deutschland-Geschäftsführer Martin Kaiser begleitete mit Vertreter:innen weiterer Nichtregierungsorganisationen Außenministerin Annalena Baerbock nach Asien. Ein Interview und Resümee.

mehr erfahren