Skip to main content
Jetzt spenden
Protest mit brennendem CO2 Zeichen gegen Bau des Steinkohlekraftwerks Stade. Dezember 2008
© Bente Stachowske / Greenpeace

Gemeinsame Presseerklärung der NGOs

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Etwa ein halbes Jahr lang haben Klimaexperten von einigen der erfahrensten Klima- Nichtregierungsorganisationen am 140-seitigen Kopenhagener Klima-Abkommen gearbeitet. Der Text, der an die Vertreter von 192 Staaten verteilt wird, enthält ein voll ausgearbeitetes Kopenhagen-Protokoll, in dem alle notwendigen Elemente für ein faires und ambitioniertes Abkommen enthalten sind. Eine wichtige Grundlage sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur globalen Erwärmung, damit die Folgen des Klimawandels das Leben in vielen Teilen des Planeten nicht unmöglich machen.

Der gemeinsame Entwurf zeigt, wie ein faires, rechtsverbindliches und wissenschaftsbasiertes Abkommen in Kopenhagen erreicht werden kann und wie wir die Welt vor den katastrophalen Folgen des Klimawandels bewahren können, erklärt Regine Günther vom WWF Deutschland.

Das Dokument beschreibt den Weg, den die Welt gehen muss, um einen katastrophalen Klimawandel abzuwenden und deutlich unter dem Anstieg der globalen Temperatur von 2 Grad Celsius zu bleiben. Der Vertrag setzt eine Obergrenze für den Anstieg der Kohlendioxidemissionen anhand eines weltweiten Kohlenstoff-Budgets, das spezifisch für alle Länder - für die Industrieländer rechtlich verbindlich - festgelegt werden soll. Der Vertrag erklärt, wie Industrie- und Entwicklungsländer gemeinsam die Zukunft unserer Erde und ihrer Bewohner sichern können entsprechend ihrer Möglichkeiten und ihrer Verantwortung.

Wir haben den Schutz des Klimas und damit den Schutz unseres Planeten und seiner Bewohner in das Zentrum des Vertrages gestellt - genau das erwarten wir jetzt von Bundeskanzlerin Merkel, Präsident Obama und allen anderen Regierungen, sagt Martin Kaiser von Greenpeace International. Was wir jetzt brauchen, ist der politische Wille, diesen Text als Grundlage zu nutzen, um das Klimaabkommen fertig zu stellen, das die Welt zum Überleben braucht.

Ein umfangreiches Anpassungspaket soll durch vorhersagbare Finanzunterstützung und einen internationalen Versicherungsmechanismus die besonders verletzlichen Regionen bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützen. Außerdem soll ein politischer Prozess für die Kompensation von langfristigen Klimaschäden gestartet werden.

Diejenigen, die von den bereits jetzt unvermeidbaren Einflüssen des Klimawandels getroffen sind, aber kaum zum Klimawandel beigetragen haben, müssen dringend Unterstützung erhalten. Das Kopenhagener Abkommen kann der Startpunkt für massive Investitionen in Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Anpassungstechnologien sein. Dies wäre ein wichtiger Schritt, um gemeinsam die Klimakrise, die Wirtschaftskrise und die drohende Energiepreiskrise zu bekämpfen, sagt Christoph Bals von Germanwatch.

Der Entwurf ruft zu einem rechtsverbindlichen Abkommen auf, das drei Teile enthält: Erstens die zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls mit weit stärkeren Verpflichtungen zur Reduzierung der Emissionen in den Industrieländern, zweitens ein neues Kopenhagen-Abkommen mit rechtsverbindlichen Verpflichtungen der USA und entschiedenen Maßnahmen für den Weg in eine CO2-arme Gesellschaft der Entwicklungsländer, den diese mit Unterstützung der Industrienationen gehen. Und drittens einige Entscheidungen, die einen Schnellstart schon vor 2013 ermöglichen, wenn die neuen Protokolle in Kraft treten.

Das Kopenhagener Klima-Abkommen wurde von Greenpeace, WWF, Germanwatch, IndyACT - the League of Independent Activists, David Suzuki Foundation, National Ecological Centre of Ukraine und vielen weiteren Experten aus der ganzen Welt erstellt.

Mehr zum Thema

Greenpeace-Aktive demonstrieren während der Koalitionsverhandlungen vor dem Bundestag auf der Berliner Reichstagswiese

Koalitions-Check

  • 25.11.2021

Die 177 Seiten des Koalitionsvertrags sind das Logbuch der kommenden Regierung. Greenpeace-Expert:innen haben den Text analysiert.

mehr erfahren
Eiffel Tower Human Aerial Art in Paris

Pariser Abkommen

  • 17.11.2021

197 Staaten dieser Erde haben sich verpflichtet, den Klimawandel auf 1,5 Grad zu begrenzen. So steht es im Pariser Abkommen. Damit hat die Welt nun endlich einen verbindlichen Klimaschutzvertrag.

mehr erfahren
Protest vor Hamburger Landesvertretung in Berlin

Weniger Steuern fürs Klima

  • 15.11.2021

Die neue Bundesregierung soll die Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse absenken. Gesunde und klimafreundliche Lebensmittel müssen für alle bezahlbar sein

mehr erfahren
Klimaaktivist:innen vor dem Glasgower Rathaus

Letzte Chance für 1,5 Grad

  • 13.11.2021

Ab heute treffen sich Delegierte aus rund 200 Ländern zur 26. Weltklimakonferenz. Ist die Staatengemeinschaft bereit, alles dafür zu tun, die Erderhitzung bei 1,5°C zu stoppen?

mehr erfahren
Toter Fisch gefangen in einem Fischereinetz

Echter Naturschutz, bitte!

  • 04.11.2021

Greenpeace zeigt in einem juristischen Gutachten, was die neue Bundesregierung für echten Naturschutz ändern muss.

mehr erfahren

Die halbe Wahrheit

  • 13.10.2021

Eine Greenpeace-Studie zeigt: Fleisch- und Milchprodukte belasten das Klima stärker als offiziell angegeben. Die Klimaziele sind nur erreichbar, wenn die Tierhaltung halbiert wird.

mehr erfahren