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Nach den Ausschreitungen am Rande der gestrigen, fast ausschließlich friedlichen Demonstration war zunächst offen, wie viele Menschen es noch in den Stadthafen ziehen würde. Dass so viele dem Greenpeace-Aufruf folgten, beweist noch einmal die Friedfertigkeit des G8-Protests.

An dem lebenden Banner beteiligten sich Menschen aus ganz Europa - viele junge Leute, doch auch die ältere Generation war vertreten. Wir haben es probehalber auch mit englischer Ansprache versucht, berichtet unser Energieexperte Jörg Feddern. Als daraufhin viele die Arme in den Himmel reckten und begeistert antworteten, haben wir überhaupt erst gemerkt, wie international die Gruppe von Menschen vor uns war. Es war ein phantastisches Erlebnis. Wir haben uns über dieses friedliche Bild sehr gefreut. Auch Rostocker Bürger beteiligten sich spontan an dem friedlichen Protest.

Die Debatten über die Ausschreitungen vom Sonnabend dürfen nicht davon ablenken, dass die Regierungschefs der G8-Staaten sich bei ihrem Gipfeltreffen ab Mittwoch mit drängenden Problemen befassen müssen. Es geht um Inhalte und das bedeutet für Greenpeace: um Klima- und Urwaldschutz. Ein Transparent unter dem Menschen-Banner im Stadthafen erinnerte daran: Stop global warming. Lebendes Banner und Transparent bedeckten eine Fläche von rund 50 mal 70 Metern.

Die G8-Staaten müssen hier verbindliche Reduktionen von Treibhausgasen vereinbaren, sagt Jörg Feddern. Geschieht das nicht, haben Milliarden Menschen unter den Folgen zu leiden. Die Industriestaaten sind für knapp die Hälfte der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich, obwohl sie nur 13 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen.

Mit den G8-Staaten ist ab Mittwoch die Crème de la Crème der Klimasünder in Heiligendamm/Mecklenburg-Vorpommern versammelt. Sie sind historisch verantwortlich für die Klimamisere von heute. Folgerichtig muss von ihnen auch das entscheidende Signal für eine Umkehr im Denken und Handeln erfolgen. Angesichts der Dynamik, die die globale Erwärmung bereits entwickelt, werden die G8-Regierungschefs an verbindlichen Klimaschutz-Zusagen gemessen. Für Greenpeace heißt das: mindestens 30 Prozent weniger CO2 bis 2020.

Als Mahnung an die G8-Länder, endlich mit dem Klimaschutz ernst zu machen, hat Greenpeace auf dem Berg Ararat in 2.500 Meter Höhe eine neue Arche Noah gebaut. Sie wurde am 31. Mai feierlich eingeweiht. In der Ararat-Deklaration, die dabei verlesen wurde, heißt es: Wenn Regierungen es unterlassen, die Völker, für deren Wohl sie Verantwortung tragen, vor Fluten, Trockenheiten, Hungersnöten und anderen Katastrophen zu bewahren, verlieren sie jegliche Legitimität für ihr Handeln. Klimaschutz ist Menschenrecht.

In der kommenden Woche sind wir mit Vorträgen und Workshops auf dem G8-Alternativgipfel in Kühlungsborn vertreten. Er steht unter dem Motto: Eine andere Welt ist möglich. Außerdem begleiten wir in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Bürgersender TIDE 96.0 den gesamten G8-Gipfel täglich (außer sonntags) mit drei Stunden Radioprogramm, die es bei uns kurz nach der Ausstrahlung zum Download und als Podcast gibt.

Petition

https://act.greenpeace.de/vw-klage

Für ein Recht auf Zukunft, nicht Verbrenner

Für ein Recht auf Zukunft, nicht Verbrenner. Greenpeace klagt gemeinsam mit mit dem Bio-Landwirt Ulf Allhoff-Cramer und Fridays for Future-Klimaaktivistin Clara Mayer mehr Klimaschutz bei Volkswagen ein. Unterstützen Sie die Klage mit Ihrer Unterschrift!

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