Skip to main content
Jetzt spenden
Die Erde - aus dem Weltraum fotografiert.
NASA

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die kritischen Wissenschaftler haben analysiert, welche Mittel ExxonMobil nutzt, um ans Ziel zu kommen. Es sind die gleichen, die seinerzeit die Tabakindustrie einsetzte. So werden allseits akzeptierte Erkenntnisse über die Erderwärmung in Frage gestellt, um künstlich den Eindruck von Unsicherheit zu erzeugen.

Aber der Exxonkonzern schreckt auch nicht davor zurück, scheinbar unabhängige Organisationen ihm genehme Botschaften verbreiten zu lassen. Die Öffentlichkeit bekommt so den Eindruck, der Widerstand gegen den Klimawandel ist weit verbreit. In der UCS-Studie wird das in Anlehnung an die kriminelle Geldwäsche Informationswäsche genannt.

Die öffentliche Aufmerksamkeit wird manipuliert, indem man fordert, seriöse Wissenschaft zum Thema zu betreiben. So soll verhindert werden, dass wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel ergriffen werden. Außerdem weisen die kritischen Wissenschaftler darauf hin, dass Exxon seinen besonderen Einfluss beim US-Präsidenten ausnutzt, um dessen Politik und die Regierungsäußerungen zum Thema zu beeinflussen.

Leider muss man nicht erst bis nach Washington gehen, um auf diese Art von Informationswäsche von Exxon zu stoßen, erklärt Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace. Inzwischen fährt der Konzern seine Desinformationskampagne weltweit und auch bei der EU in Brüssel.

{image_r}Bereits im Ende 2005 hat Greenpeace darauf hingewiesen, dass sich in Brüssel ein von der Energieindustrie gesteuerter Anti-Kyoto-Zirkel einrichte. Eine Schlüsselrolle spielen dabei neoliberale Denkfabriken, die nach amerikanischem Muster, mit amerikanischem Know-How und mit amerikanischen Industriedollars die EU-Parlamentarier bearbeiten.

Doch nicht nur die Politiker stehen im Fadenkreuz, inzwischen sollen auch deutsche Konzerne wie der Energieriese RWE auf ihre Seite gezogen werden, sagt Smid. Dies bewies uns ein internes Dokument, das Greenpeace zugespielt wurde.

Und die Versuche zeigen Erfolge: Im vergangenen September leugnete RWE in einem Rechtsstreit mit Greenpeace vor dem Oberlandesgericht in Köln den Klimawandel, erklärt Smid. RWE stellte alle wissenschaftlichen Erkenntnisse in Abrede und vertrat die Ansicht, dass es wissenschaftlich nicht bewiesen sei, ob das Klima sich verändere. Eine Vorgehensweise, die auch der Bericht der kritischen Wissenschaftler für Exxon beschreibt.

Zwar dementierte RWE, zusammen mit anderen Konzernen eine konspirative Lobby-Gruppe in Brüssel zu gründen. Aber zwischen Chris Horner vom Competitive Enterprise Institut (CEI), einem Vertreter des Anti-Kyoto-Zirkels, und dem Brüsseler Chef-Lobbyisten von RWE, Markus Becker, ist es nach Greenpeace-Recherchen schon zu mehreren Kontakten gekommen.

RWE-Brüssel erklärt dazu, sie habe die Pflicht, sich mit allen Stakeholdern zu unterhalten. Das CEI besitzt mit dem European Enterprise Institute (EEI) eine Zweigstelle in Brüssel und organisiert Kampagnen gegen den Al Gore-Film Eine unbequeme Wahrheit.

  • Brennende Erde in Montreal

    Brennende Erde in Montreal

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Mehr zum Thema

Messballon zur Beobachtung des Ozonlochs am nördlichen Polarkreis, Juni 1988

Ursache und Wirkung des Ozonlochs

  • 01.12.2022

Das Ozonloch beschäftigt Wissenschaftler:innen seit Jahrzehnten. Wir erklären, worum es sich dabei handelt und betrachten seinen aktuellen Zustand.

mehr erfahren
Aktion zur COP27,

Interview zur Klimakonferenz COP 27

  • 20.11.2022

Die 27. UN-Klimakonferenz ist zu Ende gegangen - mit enttäuschendem Ergebnis: Zwar gibt es nun einen Fonds für Klimafolgeschäden für arme Länder. Aber keinen Ausstieg aus allen fossilen Energien.

mehr erfahren
Lisa Göldner auf der Cop27

Cop27-Klimaschutzkonferenz: Zwischenbilanz

  • 14.11.2022

Halbzeit bei der Weltklimakonferenz in Sharm El Sheikh: Nach einer Woche UN-Klimakonferenz sieht Greenpeace-Klimaexpertin Lisa Göldner erste Fortschritte. Aber die wahren Aufgaben kommen erst noch.

mehr erfahren
Braunkohlekraftwerk Niederaussem im Rheinischen Braunkohlerevier

Verursacht der Mensch die Erderwärmung?

  • 07.10.2022

Wenn im Laufe der Erdgeschichte das Klima schwankte, dauerte dies Jahrtausende. Tiere und Pflanzen hatten Zeit, sich anzupassen. Der jetzige Klimawandel passiert viel schneller.

mehr erfahren
Schmelzendes Meereis bei Grönland 07/30/2009

Arktis bald ohne Eis?

  • 26.09.2022

Für das Meereis in der Nordpolarregion ist keine Erholung in Sicht. Der diesjährige Tiefstand: 4,79 Millionen Quadratkilometer.

mehr erfahren
Aktion zu Taxononomie vor der Europäische Kommission in Brussels

EU-Taxonomie-Klage

  • 19.09.2022

Gas und Atomkraft sind nicht nachhaltig. Deswegen klagt Greenpeace jetzt gegen die EU-Taxonomie, die Investitionen in Gas- und Atomenergie als „grün“ labelt. Denn das verstößt gegen EU-Recht.

mehr erfahren