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Den Modellrechnungen zufolge könnte die globale Temperatur schon zum Ende dieses Jahrhunderts um vier Grad steigen. Damit wäre die kritische Schwelle weit überschritten: Experten gehen davon aus, dass eine Erwärmung von mehr als zwei Grad globale Schäden verursachen würde, die nicht mehr zu beherrschen wären. Da die Erdatmosphäre sich seit Beginn der Industrialisierung bereits um 0,6 Grad erwärmt hat, dürften demnach nur noch 1,4 Grad hinzukommen.

In der Folge einer übermäßigen Erwärmung würde der Meeresspiegel um bis zu 30 Zentimeter ansteigen. Das arktische Meereis könnte im Sommer vollständig abschmelzen. Für Europa sehen die Experten des Max-Planck-Instituts mehr trockene und wärmere Sommer voraus, aber auch mehr extreme Hochwasser durch heftige Regenfälle.

Die Forschungsergebnisse der Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut werden 2007 in den Report des IPPC, des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen, einfließen. Die etwa alle vier Jahre erscheinenden IPPC-Reports werden Regierungen als Leitfaden zur Verfügung gestellt, um auf veränderte Verhältnisse angemessen reagieren zu können. An dem Projekt sind alle führenden Klimarechenzentren in Europa, Kanada, Australien, den USA, Japan und China beteiligt.

Das eigentlich Neue an den bisherigen Ergebnissen der Modellrechnungen sind nach den Worten des Greenpeace-Klimaexperten Karsten Smid nicht die Daten selbst. Auch die vorangegangenen IPPC-Reports haben die beschriebene Klimaentwicklung schon vorausgesagt. Smid: Das Erschreckende ist, dass die vorhergesagte Entwicklung immer präziser und immer detaillierter für einzelne Regionen berechnet werden kann.

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Die Politiker dürfen nicht länger warten. Regierungen in aller Welt sind aufgerufen, durch eine klimafreundliche Politik jede weitere Verschärfung des Problems zu verhindern.

{image}Smid: Niemand kann sich herausreden, er hätte nichts gewusst. Durch die jüngsten Unwetterkatastrophen werden uns die verheerenden Folgen unmittelbar vor Augen geführt. Das ist erst der Anfang. Auch Deutschland wird der Klimakollaps gnadenlos treffen: Dürren in Brandenburg und Sachsen, sintflutartige Starkregenfälle im Alpenraum und Stürme, die eine Schneise der Verwüstung durch ganz Deutschland schlagen.

Und an die Adresse des Energiekonzerns RWE, der in Neurath bei Düsseldorf ein neues Braunkohlekraftwerk plant: In dieser Situation noch ein Braunkohlekraftwerk bauen zu wollen, das 40 Jahre lang jedes Jahr 14 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Luft pustet, ist angesichts des fortschreitenden Klimawandels purer Wahnsinn.

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