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Die Aktivisten warnen die Kanzlerin damit vor den verheerenden Folgen, sollte sie die Empfehlungen ihres persönlichen Klimaberaters, Lars Göran Josefsson, befolgen. Zudem fordern die Aktivisten auf einem, sechs mal ein Meter großen Transparent: Frau Bundeskanzlerin, trennen Sie sich von falschen Beratern. Klimaschutz mit Kohle ist nicht möglich!

In der Tat nutzt Josefsson seinen exklusiven Zugang zur Kanzlerin, um Vorteile für die besonders klimaschädlichen Kohlekraftwerke seines Unternehmens einzufordern. Das geht aus mehreren Schreiben von Josefsson an Merkel hervor. Mit der Ernennung von Vattenfall-Chef Josefsson zum Klimaberater hat Frau Merkel den Bock zum Gärtner gemacht, empört sich Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace. Wenn es im Kanzleramt um Klimaschutz geht, sitzt Vattenfall mit am Tisch.

Die Kohlekraftwerke des Energieversorgers gehören in Deutschland zu den größten Kohlendioxid-Quellen. Damit nicht genug: Der Konzern will weitere 3,5 Milliarden Euro in die klimaschädliche Kohletechnik investieren. Denn der Vorstandvorsitzende Josefsson sieht bei der Stromproduktion keine Alternative zur Kohle. Er will CO2 zukünftig abscheiden und unterirdisch speichern.

Doch diese unerprobte Technik wird frühestens in 20 Jahren zur Verfügung stehen. Und noch steht in den Sternen, ob das Verfahren überhaupt jemals funktionieren wird. Das gibt Herr Josefsson sogar zu. Sollten bis dahin die immensen technischen und rechtlichen Probleme der CO2-Abtrennung und Speicherung nicht gelöst werden können, dann, so Josefsson in einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit, ...haben wir ein echtes Problem. Dann müssen wir die Dämme höher bauen.

Ein Klimaberater, der seinen eigenen Lösungen nicht traut. Dafür gibt es nur eine Alternative, Smid fordert: Herr Josefsson ist als Klimaberater unhaltbar und muss von Kanzlerin Merkel entlassen werden. Die zwiespältige Position des Vattenfall-Chef hat beträchtliche Vorteile für den Energiekonzern und gewaltige Nachteile für das Klima.

Vetrauliche Briefe Josefssons an Merkel sind an der Tagesordnung. Nach einem solcher Briefe bekamen im Frühjahr Vattenfalls besonders klimaschädliche Kraftwerke zusätzliche Verschmutzugsrechte geschenkt. Damit stieg deren Wettbewerbsfähigkeit. Im September wurde die Kanzlerin per Post aufgefordert, sich für das geplante Vattenfall-Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg einzusetzen. Dabei lehnt sogar der in der Hansestadt regierende CDU-Senat das umstrittene Projekt ab.

Eine schnellstmögliche Reduzierung der Treibhausgase ist laut Weltklimarat IPCC dringend nötig - doch mit Kohlekraftwerken nicht möglich. Von den Empfehlungen des Gremiums, scheint man in Deutschland nichts hören zu wollen. Derzeit sind 25 neue Kohlekraftwerke geplant. Sollten diese Pläne umgesetzt werden, würden in den nächsten Jahrzehnten jährlich 140 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre gepustet.

Selbst mit den deutschen Klimaschutzzielen ist der Bau dieser Kraftwerke unvereinbar. Deswegen fordert Greenpeace, im Rahmen des integrierten Energie- und Klimaprogramms der Bundesregierung, ein Gesetz zum Ausstieg aus der Braunkohleverstromung.

(Autorin: Viktoria Thumann)

Verbraucherratgeber: So retten wir das Klima | PDF 1,8 MB

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