Skip to main content
Jetzt spenden
coal power plant Neurath

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Der Greenpeace-Plan stützt sich auf eine neue Studie des Instituts Ecologic aus Berlin. Diese belegt, dass die bisherige kostenlose Zuteilung von Verschmutzungsrechten im Emissionshandel falsche Marktsignale setzt, den Wettbewerb verzerrt und effektiven Klimaschutz behindert.

Die Stromkonzerne erhöhen die Strompreise, weil sie virtuelle Zusatzkosten für den Erwerb der Zertifikate veranschlagen. Tatsächlich fallen diese aber gar nicht an, da die Zertifikate derzeit kostenfrei verteilt werden. Das heißt, sie sparen nicht nur das Geld für den Erwerb der Zertifikate, sondern erzielen auch noch gewaltige Gewinne, sogenannte windfall-profits.

Energieerzeuger machen mit Klimazerstörung Gewinne, während wir dieses schmutzige Geschäft mit höheren Strompreisen bezahlen müssen, sagt Greenpeace-Klimaexpertin Gabriela von Goerne. Zwar geben höhere Stromkosten einen Anreiz zum Energiesparen, doch was nützen diese höheren Belastungen, wenn RWE davon neue klimaschädliche Braunkohlekraftwerke bauen kann?

Der Fünf-Punkte-Plan von Greenpeace für den NAP 2008 bis 2012 beinhaltet:

  • Versteigerung von zehn Prozent der CO2-Emissionszertifikate nach geltendem EU-Recht statt kostenloser Zuteilung.
  • Nach 2012 Versteigerung von 100 Prozent der CO2-Emissionszertifikate.
  • Einführung eines Höchstwerts für den CO2-Ausstoß für alle fossilen Kraftwerke.
  • Keine Anrechenbarkeit von Auslandsprojekten für hiesige Emissionsüberschreitungen.
  • Investition der Versteigerungserlöse in den Ausbau Erneuerbarer Energien und in Effizienz wie zum Beispiel Wärmedämmung an Gebäuden.

Das Beispiel RWE zeigt, wohin ein fehlgeleiteter Emissionshandel führen kann. Kostenlose Zertifikate und Sonderregelungen für Kohle haben dazu beigetragen, dass der Energieversorger derzeit ein neues Braunkohlekraftwerk in Neurath bei Köln baut. Dabei stößt RWE bereits jetzt mehr Klimagas Kohlendioxid aus als erlaubt.

Für RWE besteht trotzdem kein Anreiz, in nachhaltige Technologien zu investieren. Die fehlenden Zertifikate will sich das Unternehmen einfach über Auslandsprojekte in Entwicklungsländern besorgen. Die sind wesentlich billiger als in Deutschland. Die Braunkohlewerke hierzulande bleiben in Betrieb und notwendige Umstrukturierungen, somit Investionen und Arbeitsplätze, gehen verloren.

(Autor: Benjamin Borgerding)

Mehr zum Thema

Marktstand in Deutschland mit Vielfalt an Obst und Gemüse

Weniger Steuern fürs Klima

  • 03.01.2022

Die neue Bundesregierung soll die Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse absenken. Gesunde und klimafreundliche Lebensmittel müssen für alle bezahlbar sein.

mehr erfahren
Gerichtszeichnungen von der Verhandlung der Klimaklage am Berliner Verwaltungsgericht

Klimaklagen

  • 21.12.2021

Erfolgreiche Klimaklagen zeigen: Staaten und Konzerne sind dem 1,5-Grad-Ziel verpflichtet. Das Klimaschutzgesetz ist laut Bundesverfassungsgericht nachzubessern. Nun verklagt Greenpeace VW.

mehr erfahren
Greenpeace-Aktive demonstrieren während der Koalitionsverhandlungen vor dem Bundestag auf der Berliner Reichstagswiese

Koalitions-Check

  • 25.11.2021

Die 177 Seiten des Koalitionsvertrags sind das Logbuch der kommenden Regierung. Greenpeace-Expert:innen haben den Text analysiert.

mehr erfahren
Eiffel Tower Human Aerial Art in Paris

Pariser Abkommen

  • 17.11.2021

197 Staaten dieser Erde haben sich verpflichtet, den Klimawandel auf 1,5 Grad zu begrenzen. So steht es im Pariser Abkommen. Damit hat die Welt nun endlich einen verbindlichen Klimaschutzvertrag.

mehr erfahren
NOT FOR SALE” Banner auf riesiger Erdkugel auf der COP26 Klimaschutzkonferenz in Glasgow

Weltklimakonferenz in Glasgow

  • 17.11.2021

Die Klimakonferenz in Glasgow ist zu Ende. Ob sie eine neue Dynamik entwickelt, wird auch die kommende Bundesregierung zeigen.

mehr erfahren
Klimaaktivist:innen vor dem Glasgower Rathaus

Letzte Chance für 1,5 Grad

  • 13.11.2021

Ab heute treffen sich Delegierte aus rund 200 Ländern zur 26. Weltklimakonferenz. Ist die Staatengemeinschaft bereit, alles dafür zu tun, die Erderhitzung bei 1,5°C zu stoppen?

mehr erfahren