Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Das Camp direkt an der Kohlegrube Jozwin-2B ist ein Zeichen an die Welt und an die Politik. Die Konferenz in Poznan vom 1. bis 12. Dezember 2008 dient der Vorbereitung auf den UN-Klimagipfel in Kopenhagen Ende 2009. Dort wird sich zeigen, ob es den Staaten gelingt, sich auf ein wirksames Kyoto-Nachfolgeabkommen zum Klimaschutz zu einigen oder nicht.

Kopenhagen könnte eines Tages das Synonym für Scheitern oder Gelingen im Kampf gegen den Klimawandel sein. In Poznan werden schon die Weichen gestellt.

Einer der Greenpeacer in der Klimaschutzstation ist Gene Hashmi aus Indien. Sowohl Polen als auch Indien decken ihren Strombedarf fast ausschließlich mit Hilfe der Kohleverbrennung. Beide Länder verfügen über große eigene Kohlevorkommen. Gene in Konin erzählt von Jharia in Westbengalen, dem größten und ältesten Kohlevorkommen Indiens:

Jharia und die kala-heera

Jharia - eine Stadt, grau vom Kohlestaub. Gelegen in einer Landschaft, in die sich schon lange keine Vegetation mehr verirrt hat. Wo aus unzähligen Klüften und Rissen im Erdboden giftige Gase austreten, auf den Straßen, den Höfen, den Feldern. Wo alle Wasserquellen verseucht sind von den Abwässern der Kohlewäschereien. In der es kaum einen Menschen gibt, der nicht von kala-heera abhängt, vom Schwarzen Diamanten Kohle.

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Jharia sei vergleichbar mit der in einem Kriegsgebiet, erzählt Gene. Zu jeder Zeit schwelen mindestens 70 ober- und unterirdische Kohlefeuer - die ältesten schon so lange wie in Jharia Kohle abgebaut wird.

Die Feuer haben 42 Millionen Tonnen von dem schwarzen Stoff verzehrt, haben die Fundamente der Stadt ausgehöhlt. Die Häuser von Jharia reißen, Wände stürzen in sich zusammen, Fußböden brechen ein. Oft ohne Vorwarnung. Längst sind auch die Feuer selber in die Stadt eingedrungen. Ihre Flammen sind auf der Hauptstraße zu sehen, haben Eisenbahnschienen unterwandert.

Anders als Konin ist Jharia auf Satellitenbildern nicht zu sehen. Eine dicke Qualmglocke hüllt die Region seit über einem Jahrhundert ein. Was die Bilder nicht zeigen: woraus der tödliche Rauchcocktail besteht, aus Aerosolen, Kohlenstoff-, Stickstoff- und Schwefelverbindungen. Und auch das zeigt Google Earth nicht: was der Rauch den Menschen antut. Haut- und Atemwegserkrankungen, chronische Bronchitis, Tuberkulose, Asthma und Staublunge bestimmen Leben und Sterben in Jharia.

Welten trennen die Menschen in Jharia und in Konin. Trotzdem haben sie etwas gemeinsam: Sie sind die ersten Glieder in einer Kette, die direkt ins Desaster führt. Auch die Kohlegruben von Konin spucken weiter den schmutzigsten Brennstoff der Welt aus, den Klimakiller Nummer 1.

Weltweit sind hunderte Milliarden Dollar Investitionen in Kohlekraftwerke geplant. Wenn diese Kraftwerke wirklich realisiert werden, könnte der globale CO2-Ausstoß bis 2030 um 60 Prozent steigen. Die Folgen wären verheerend und sie gehen uns alle an.

(Autorin: Sigrid Totz)

Petition

https://act.greenpeace.de/vw-klage

Für ein Recht auf Zukunft, nicht Verbrenner

Für ein Recht auf Zukunft, nicht Verbrenner. Greenpeace klagt gemeinsam mit mit dem Bio-Landwirt Ulf Allhoff-Cramer und Fridays for Future-Klimaaktivistin Clara Mayer mehr Klimaschutz bei Volkswagen ein. Unterstützen Sie die Klage mit Ihrer Unterschrift!

Unterstützen Sie die Klage gegen VW

0% vom Ziel erreicht

0 haben mitgemacht

0%

Mehr zum Thema

Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand Greenpeace Deutschland

Koalitionsbeschluss: Interview mit Martin Kaiser

  • 29.03.2023

Gestern verkündete die Ampel die Ergebnisse ihres Koalitionsausschusses. Mit verheerenden Beschlüssen zum Klimaschutz. Greenpeace-Chef Martin Kaiser im Interview.

mehr erfahren
Windräder vor Sonnenuntergang

Was ist der Treibhauseffekt?

  • 27.03.2023

Licht ist die Quelle allen Seins auf unserem Planeten. Dass es auf der Erde ein Klima gibt, in dem Menschen, Tiere und Pflanzen leben können, hängt mit unserer Erdatmosphäre zusammen.

mehr erfahren
Drought in Northern Italy

IPCC - Sachstandsbericht 6

  • 20.03.2023

Der neue Klimabericht der UN, der sogenannte IPCC-Bericht, liegt vor. Und wieder warnen die Wissenschaftler deutlicher als je zuvor vor den Folgen der Klimakrise.

mehr erfahren
Podium der 21. Klimaschutzkonferenz in Paris 2015

Klimakonferenz

  • 20.03.2023

Schon in den siebziger Jahren erkannten Forscher: Der Klimawandel wird eine ernste, weltweite Bedrohung für Mensch und Natur. Daher wurde 1979 die erste Klimakonferenz in Genf einberufen.

mehr erfahren
Rhein bei Duisburg Bruckhausen, Thyssenkrupp Steel Stahlwerk, Hochöfen, Sinteranlage, Kokerei Schwelgern, Ablöschwolke, Frachtschiffe

Unvermeidbare Restemissionen

  • 13.03.2023

Sogenannte “unvermeidbare Restemissionen” sollen in CO2-Speichern unter dem Meer verpresst werden. Doch wie viele sind wirklich unvermeidbar? Gibt es Alternativen? Fakten zur aktuellen CCS-Debatte.

mehr erfahren
Schmelzendes Meereis bei Grönland 07/30/2009

Eisschwund in Arktis und Antarktis

  • 10.02.2023

Für das Meereis in der Nordpolarregion ist keine Erholung in Sicht. Der Tiefstand 2022: 4,79 Millionen Quadratkilometer.

mehr erfahren