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Ausgerüstet mit Kanus, Skiern und Schneeschuhen zogen die beiden Männer aus Minnesota Anfang Mai von Ellesmere Island in Kanada Richtung Pol. Sie stapften und stolperten mehr als 1000 Kilometer über das Eis oder paddelten durch mehr oder weniger große Eisspalten. Pro Tag schafften sie so manchmal nur wenige Kilometer.

Schwierig war nicht nur die Überquerung von teilweise sehr dünnem Eis, das unter ihrem Gewicht nachgab. In einer fast völlig weißen Umgebung fiel auch die Orientierung schwer. Wenn der Himmel bedeckt war, es womöglich sogar schneite, konnten sie nur wenige Meter voraussehen. Auch ein Kompass nützte ihnen so nah am magnetischen Pol nur wenig. Lediglich ein GPS-Gerät war eine verlässliche Hilfe.

Wir wollen mit dieser Expedition nicht nur Geschichte schreiben und einfach den Pol erreichen, sagt Lonnie Dupre. Es soll der Beginn einer globalen Bewegung zum Klimaschutz sein. Menschliche Aktivitäten haben die Erdatmosphäre erwärmt und die Eisbären an den Rand des Untergangs gebracht. Die ganze Menschheit wird gebraucht, um diese großartigen Tiere zu retten.

Eisbären, von denen es noch rund 25.000 in der Arktis gibt, könnten bereits im Jahr 2050 ausgestorben sein. Der Lebensraum Arktis verändert sich viel zu schnell, als dass sich die Tiere daran anpassen könnten. Im Sommer 2050 könnte die Arktis eisfrei sein, die Eisbären würden so ihres wichtigsten Jagdreviers beraubt.

Greenpeace hat zusammen mit anderen Umweltorganisationen die amerikanische Regierung aufgefordert Eisbären aufgrund des Klimawandels als bedrohte Art einzustufen. Sollte die Regierung diesen von mehr als 200.000 Menschen unterstützten Antrag annehmen, wäre dies das erste Mal, dass ein Säugetier einen Schutz wegen des Klimawandels erhält.

Während ihrer Eisüberquerung haben die beiden Männer auch wichtige Daten über die Beschaffenheit des Eises für das amerikanische Nationale Eis- und Schneeforschungszentrum gesammelt. Wissenschaftler sind sehr dankbar für diese Daten, weil es bisher noch niemand gewagt hat, Eisdaten aus dem arktischen Sommer zu beschaffen.

Mit Hilfe eines Satellitentelefons senden Lonnie Dupre und Eric Larsen regelmäßige Updates an ihr Weblog. Bereits im letzten Jahr hatten die beiden versucht, ihr Ziel von der russischen Seite aus zu erreichen, sie mussten aber wegen sehr ungünstiger Witterungsverhältnisse vorzeitig abbrechen.

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