Jetzt spenden
Greenpeace 3-Liter Auto SmILE auf der IAA, September 2005
Andreas Varnhorn / Greenpeace

Greenpeace-SmILE hängt deutsche Autoindustrie ab

Der SmILE vor den Toren der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt/Main (IAA)

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die deutsche Autoindustrie verschläft einmal mehr die Zeichen der Zeit, warnt Günter Hubmann, Verkehrsexperte von Greenpeace. Ob Katalysator, Rußfilter oder jetzt die Niedrigverbrauchstechnik - alles was die Umwelt entlastet und Arbeitsplätze schafft, wird in den Vorstandsetagen seit Jahrzehnten verzögert oder ganz abgelehnt.

Hubmann präsentiert seit Donnerstag den Spritsparweltmeister SmILE vor den Toren der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt/Main (IAA) - für jedermann zugänglich. Auch bei früheren IAA war der SmILE schon dabei.

Der Name SmILE steht für Small, Intelligent, Light, Efficient (klein, intelligent, leicht, effizient) - Kriterien, die für die Entwicklung neuer Autos gelten müssen. Das Greenpeace-Auto ist ein umgebauter Renault Twingo und verbraucht auf Langstrecken 2,5 Liter pro 100 gefahrenen Kilometern.

Auf mehr als 40.000 Kilometern Probefahrt durch ganz Europa hat der SmILE seine Zuverlässigkeit und seinen niedrigen Verbrauch immer wieder bewiesen. Das Konzept des Niedrigverbrauchsautos ist von Greenpeace vor zehn Jahren entwickelt und in einem serienfähigen Prototyp, dem SmILE, vor neun Jahren erstmals vorgestellt worden.

Trauerspiel Hybridtechnik: Hochgelobt, aber keine Lösung bei Treibstoffersparnis

Die jetzt propagierte Hybridtechnik ist keine Lösung, erklärt Hubmann. Hier wird mit hohem Aufwand eine komplizerte und wartungsintensive Technik auf den Markt gedrückt, die nur wenig Treibstoffersparnis bringen wird.

Das liegt am zusätzlichen Gewicht und an der Tatsache, dass sich die Verbrauchsvorteile des Elektromotors nur im Stop and Go-Betrieb auszahlen. Es ist ein Trauerspiel, dass im Gegenzug die intelligente und bezahlbare Technik zur Halbierung des Spritverbrauchs seit zehn Jahren nicht genutzt wird, ergänzt Hubmann mit Blick auf den SmILE.

Ein einfaches Prinzip scheint die Autohersteller zu überfordern

Die SmILE-Technologie setzt auf ein denkbar einfaches Prinzip: Der Hubraum wird reduziert und zugleich die so genannte Hochaufladung der Verbrennungsluft ermöglicht. Fachleute sprechen von Downsizing and Supercharging. Das Resultat dieser zwei Maßnahmen ist eine höhere Energieausbeute, die die Fahrleistung nicht beeinträchtigt. Aber deutlich weniger Kraftstoff verbraucht und damit auch weniger Abgase und Treibhausgase produziert.

Peinlich für die hochgerüstete und angeblich so fortschrittliche deutsche Autoindustrie: Sie hat es in zehn Jahren nicht geschafft, auch nur einen gleichwertigen Benziner auf den Markt zu bringen. Erst neuerdings hat VW das von Greenpeace vorgeschlagene Konzept als den besseren Weg entdeckt. Der neue Golf GT - unter der Bezeichnung TSI- ist auf der Messe zu bewundern.

Falls Sie sich lieber das Original, den Greenpeace-SmILE, einmal live anschauen wollen: Er steht in Frankfurt a.M. auf der Ebert-Grünanlage gegenüber dem Messe-Haupteingang, an der U-Bahn-Station Festhalle/Messe.

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/protestmail-gaskosten-falle

Raus aus der Gaskosten-Falle

Schluss mit der Gasabhängigkeit! Ein abgeschwächtes Heizungsgesetz ruiniert unsere Klimaziele und treibt Verbraucher:innen in eine Kostenfalle. Das müssen wir verhindern! Appellieren Sie jetzt an Ihre Abgeordneten von CDU/CSU und SPD, damit sie eine sozial-gerechte Wärmewende verteidigen!

Protestmail senden
Protest at DWS Building in Frankfurt

Mehr zum Thema

Protest on Crane Calling for Energy Independence at Chancellery in Berlin

Klimaschutzprogramm: Klimaschutz geht anders

Am 25. März entschied das Kabinett über das Klimaschutzprogramm, das dem - schwachen - Klimaschutzgesetz einen Hauch von Leben geben soll. Für echten Klimaschutz müsste mehr getan werden.

mehr erfahren über Klimaschutzprogramm: Klimaschutz geht anders
Vor dem Bundesverfassungsgericht präsentieren mehrere Kläger:innen Klimaschutz-Banner und die Zahl der Zukunftskläger:innen: 54.000

Klimawissenschaft unterstützt Zukunftsklage

Greenpeace und Germanwatch haben gemeinsam mit über 54.000 Mitkläger:innen Klima-Verfassungsbeschwerden eingereicht. Die Bundesregierung ignoriert wissenschaftliche Erkenntnisse und lehnt die Klimaklagen ab.

mehr erfahren über Klimawissenschaft unterstützt Zukunftsklage
Gletscherschmelze: der Gurgler 1932 - 2025

Gletscherschmelze: Berge ohne Eis

Erschreckend: Ausgerechnet zum Welttag der Gletscher am 21. März verliert Deutschland nach 60 Jahren sein einziges Gletscher-Skigebiet. Eine Folge der Erderhitzung.

mehr erfahren über Gletscherschmelze: Berge ohne Eis
Klimaland Bavaria 2040 - Keep the word- Protest Munich

Bayern schafft den Klimabericht ab

Rückschlag! Der jährliche Klimabericht belegt das Scheitern der Regierung Söder in der Klimapolitik. Deswegen schafft ihn die CSU jetzt ab.

mehr erfahren über Bayern schafft den Klimabericht ab
Korallen im Seringapatam-Riff, Australien

Die Erwärmung der Meere

Die Ozeane haben bislang etwa 80 Prozent der Wärme aufgenommen, die wir dem Klimasystem zugeführt haben. Die Erwärmung reicht bis in eine Tiefe von 3.000 Metern. Das bringt die Meere aus dem Takt.

mehr erfahren über Die Erwärmung der Meere
Portrait of Sarah Zitterbarth

„Für Europa kann das ein Katalysator sein“

Per Dekret ordnet US-Präsident Donald Trump den Austritt der USA aus einer Reihe internationaler Abkommen an. Was bedeutet das für Klimaschutz weltweit? Ein Interview mit Greenpeace Klimaexpertin Sarah Zitterbarth.

mehr erfahren über „Für Europa kann das ein Katalysator sein“