Jetzt spenden
Ausschnitt eines VW Golfs mit Golf Logo und Rücklicht, Mai 2011
Fred Dott / Greenpeace

Der neue Golf 7: ein 3-Liter-Auto?

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Am 4. September wird Volkswagen in Berlin den neuen Golf 7 vorstellen. Schon seit Längerem kündigt VW Sparautos, 1-Liter-Autos oder auch 3-Liter-Autos an, doch diese umweltfreundlichen Versprechen hat der Konzern bisher nie umgesetzt. Es stellt sich die Frage, ob VW mit dem neuesten Modell des Golfs ein Auto anbietet, das den Versprechungen Taten folgen lässt und schon in der Basisversion nicht mehr als 80 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt.

Greenpeace hat anlässlich der bevorstehenden Golf 7-Premiere nachgewiesen, dass 3-Liter Spritverbrauch für ein Massenmodell der Kompaktklasse keine Utopie mehr, sondern mit den heutigen Möglichkeiten problemlos umsetzbar ist. Bei Anwendung vorhandener Technik, ohne besondere Mehrkosten oder schlechterer Fahrleistungen, kann der neue Golf ein echtes Drei-Liter-Auto sein. Dies ist das Ergebnis eines technischen Reports, den Greenpeace heute der Öffentlichkeit vorstellt.

Vier Schritte zum 3-Liter-Auto

Die Berechnungen von Greenpeace basieren auf dem bisher sparsamsten produzierten Golf 6-Modell, in der Diesel- und Benzinvariante. Der Weg zum 3-Liter Auto führt über simple technische Verbesserungen in vier Schritten: weniger Gewicht, weniger Luftwiderstand, weniger Rollwiderstand und effizienterer Antrieb.

Beim Einsatz dieser Spartechnik sollte das neue Diesel-Modell nicht mehr als 2.9 Liter Sprit pro 100 Kilometer, beziehungsweise 75 Gramm CO2 pro Kilometer verbrauchen. Das neue Basis-Dieselmodell wäre damit um etwa ein Liter beziehungsweise 25 Gramm effizienter als der aktuell sparsamste Golf 6 (3.8 Liter, 99 Gramm). Das entspräche einer Verbesserung von 25 Prozent.

Bei dem entsprechenden Benziner-Modell sind es wegen der unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften von Benzin und Diesel 3.4 Liter pro 100 Kilometer Kraftstoffverbrauch, beziehungsweise 80 Gramm CO2-Emissionen pro Kilometer. Damit wäre das neue Modell etwa 1.8 Liter beziehungsweise 41 Gramm sparsamer als das derzeitig entsprechende Golf 6-Modell (5.2 Liter, 121 Gramm). Das entspräche einer Effizienzsteigerung von 34 Prozent.

Klimaschutz darf keine Sonderausstattung sein

Greenpeace erwartet, dass VW nicht nur den im eigenen Haus längst vorhandenen Stand der Technik in sämtliche Modelle einbaut, sondern dass der Konzern diese Technik allen Kunden ohne Aufpreis zur Verfügung stellt. Klimaschutz darf keine Sonderausstattung sein. Wenn VW den neuen Golf mit serienmäßiger Spritspartechnik anbietet, würde die Golf 7-Flotte in ihrer Lebensdauer um die 50 Millionen Tonnen CO2 sparen, sagt Wolfgang Lohbeck, Verkehrsexperte von Greenpeace. Seit April 2011 fordert Greenpeace Volkswagen verstärkt zu mehr Klimaverantwortung auf.

Das neue Golf-Modell wird der Maßstab für zahllose andere Modelle in der gleichen Klasse sein und die Erwartungen an Autos der nächsten zehn Jahre prägen. Deshalb liegt VW eine herausragende Klimaverantwortung auf. Der Konzern setzt mit dem Golf auch ein Zeichen im laufenden EU-Prozess um strengere Klimaauflagen für Autos. Die Autolobby wehrt sich, obwohl Autohersteller wie Volkswagen ihren Ausstoß viel stärker senken könnten als die EU plant. Der EU-Vorschlag sieht aktuell 95 Gramm CO2 pro Kilometer bis zum Jahr 2020 vor; Greenpeace fordert einen klimapolitisch notwendigen Grenzwert von 80 Gramm.

  • SmILE auf der IAA im September 2005

    Der SmILE

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/klimanotstand

Klimanotstand jetzt!

Klimanotstand jetzt! Bundeskanzler Merz muss uns gegen Hitze, Flut und Dürre schützen: Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, mehr Naturschutz und finanzielle Hilfe für Städte und Kommunen.

Petition unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Gruppe von Jugendlichen auf historischem Platz schützen sich mit Regenschirmen vor der Sonn

Mehr zum Thema

Ein kleiner Schatten eines Straßenbaums auf versiegeltem Boden

Mehr Raum für Stadtnatur

Verformte Straßenbahngleise, Tropennächte, Unwetter – das sind nur ein paar Folgen des Hitzesommers in Deutschland. Greenpeace zeigt, wie sich Städte besser schützen können.

mehr erfahren über Mehr Raum für Stadtnatur
Zwei große Bilder nebeneinander auf einem Lkw: eines düster „Power the apocalypse“, das andere mit Windrad „Power the future“.

Nvidia: Die Klimakosten des KI-Booms

Der US-Konzern Nvidia ist der große Gewinner des KI-Booms. Eine Greenpeace-Analyse zeigt: Der rasante Aufstieg des Chipkonzerns geht mit massiv steigenden Treibhausgasemissionen einher.

mehr erfahren über Nvidia: Die Klimakosten des KI-Booms
Messballon zur Beobachtung des Ozonlochs am nördlichen Polarkreis, Juni 1988

Ursache und Wirkung des Ozonlochs

Der 16. September ist Tag zum Schutz der Ozonschicht. Das Ozonloch beschäftigt Wissenschaftler:innen seit Jahrzehnten. Wir erklären, worum es sich dabei handelt und betrachten seinen aktuellen Zustand.

mehr erfahren über Ursache und Wirkung des Ozonlochs
Portrait von Roda Verheyen

Roda Verheyen bekommt Umweltpreis

Mit unkonventionellen Klagen kämpft die Rechtsanwältin Roda Verheyen für mehr Klimaschutz auf dem Rechtsweg. Dafür bekommt sie nun den Deutschen Umweltpreis.

mehr erfahren über Roda Verheyen bekommt Umweltpreis
Greenpeace-Aktive fordern Klimaschutz von Merz in Neuhardenberg

Kosten des Extremsommers 2026

Hitze, Dürre und Niedrigwasser haben Deutschland im Sommer 2026 mindestens 36 Milliarden Euro gekostet. Besonders hoch sind laut Greenpeace die Verluste in der Arbeitswelt.

mehr erfahren über Kosten des Extremsommers 2026
Heat Wave - Low Water Levels in River Rhine in Germany - Kaub, Bendorf, Loreley

Dürre Zeiten

Ein Dürre-Sommer reiht sich an den Nächsten, jährlich werden neue Rekorde gebrochen. 2026 ist schlimmer als die Jahre davor. Ausgetrocknete Flüsse und Waldbrände sind die Folge.

mehr erfahren über Dürre Zeiten