Jetzt spenden
drought Thailand
Greenpeace/Sataporn Thongma

Globales Ökosystem - ausgereizt und übernutzt

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Wenig fehlt noch, dann haben wir unser Ökosystem Erde komplett zugrunde gerichtet. Gute 60 Prozent sind bereits geschädigt. Das sagt der am Donnerstag veröffentlichte Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) zum globalen Zustand der Umwelt.

Wenn wir so weiter machen, werden in weniger als 20 Jahren über 1,8 Milliarden Menschen unter Wassermangel leiden. Diese Berechnungen der UNEP unterstützen die im Frühjahr veröffentlichten Untersuchungsergebnisse des Weltklimarates (IPCC).

Schon heute zwingen Wasserknappheit und Ausbreitung der Wüsten auf ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen die Menschen in Afrika und Zentralasien zur Flucht. Zudem sterben jährlich drei Millionen Menschen in den Entwicklungsländern an Krankheitskeimen, die durch Schmutzwasser übertragen werden.

Auch die westlichen Staaten trifft es immer öfter. So leidet derzeit der US-Bundesstaat Georgia unter extremer Dürre. Hier wurden am Mittwoch Notmaßnahmen zum Wassersparen erlassen. In Europa ist der Klimawandel ebenfalls angekommen: Ob extreme Dürren in Spanien, Portugal und Südfrankreich oder Waldbrände in Griechenland. Hitzewellen und Wasserknappheit sind in Südeuropa bereits ein alljährliches Syndrom. Und die Lage wird sich verschlimmern: Europäische Gletscher haben keine Chance, der Erderwärmung standzuhalten. Sind sie erst einmal verloren, werden auch wir lernen müssen, mit Wasserknappheit zu leben. Große europäische Flüsse wie Rhein und Rhône werden von Gletscherwasser gespeist.

{image_r}Deutlich macht der vierte UNEP-Bericht mit dem Titel Global Environment Outlook (GEO) auch die Bedrohung durch Luft- und Meeresverschmutzungen sowie den Verlust der Ozonschicht. Zudem warnt er vor einem Massensterben der Arten - 16 000 Tier- und Pflanzenarten droht das Aus. Der Bericht betont - nach den Warnungen des IPCC - erneut die Dringlichkeit sofortigen Handelns.

Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace, sagt hierzu: Das Tempo der Érwärmung nimmt dramatisch zu, der Klimawandel ist die große Herausforderung. Es muss nun von höchster Stelle gehandelt werden. Staats- und Regierungschefs müssen etwas tun, Klimaschutz muss in die Verfassung aller Länder und in die UN-Charta, damit sich kein Staat mehr aus der Verantwortung stehlen kann. Es muss möglich sein, gegen Projekte zu klagen, die das Klima zerstören, damit auch die Industrie zum Klimaschutz verpflichtet wird.

Auch UNEP-Sprecher betonen, dass gerade große Industriestaaten wie Deutschland eine Vorreiterrolle einnehmen müssten. Eine Reduzierung der Treibhausgase um 50 Prozent genügt dem Bericht zufolge nicht. Nötig ist nach den neuesten Erkenntnissen eine Reduzierung von 60 bis 80 Prozent.

Frankreich könnte die Bundesregierung in ihrem Vorhaben, den Klimaschutz voranzutreiben, bald unterstüzen. In Paris läuft seit zwei Tagen ein Umweltgipfel. Nachdem das Land lange an hinterster Stelle in Sachen Klimaschutz agierte, wollen die Teilnehmer des Klimagipfels nun bis zu 20 Klimaschutz-Programme auf den Weg bringen.

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/klimanotstand

Klimanotstand jetzt!

Klimanotstand jetzt! Bundeskanzler Merz muss uns gegen Hitze, Flut und Dürre schützen: Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, mehr Naturschutz und finanzielle Hilfe für Städte und Kommunen.

Petition unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Gruppe von Jugendlichen auf historischem Platz schützen sich mit Regenschirmen vor der Sonn

Mehr zum Thema

Let's Green Our Cities - Urban Farm in New York

„Mut zur Entsiegelung“

Was können Bürger:innen für grüne Städte tun? Mit dieser Frage befasste sich die langjährige Greenpeace-Aktive Deniz Hsu in ihrer Masterarbeit. Ein Gespräch über Schwammstädte und Hoffnung.

mehr erfahren über „Mut zur Entsiegelung“
Heat Wave - Low Water Levels in River Rhine in Germany - Kaub, Bendorf, Loreley

Dürre Zeiten

Ein Dürre-Sommer reiht sich an den Nächsten, jährlich werden neue Rekorde gebrochen. 2026 ist schlimmer als die Jahre davor. Ausgetrocknete Flüsse und Waldbrände sind die Folge.

mehr erfahren über Dürre Zeiten
Sternfahrt in Berlin für eine fahrradfreundliche Stadt (2016)

Effizienter Klimaschutz im Alltag

Tipps zum Einsparen von CO2 gibt’s jede Menge. Doch wie viel bringt welche Maßnahme? Hier sind elf Tipps, die wirklich helfen.

mehr erfahren über Effizienter Klimaschutz im Alltag
Dürre beeinträchtigt den Wasserstand des Rheins in Deutschland

Hitzewelle und Klimakrise

Eine Hitzewelle ist noch keine Klimakrise – aber mehrere sind es schon. Warum wir fast 40 Grad im Sommer nicht einfach als „heißes Wetter“ abtun sollten.

mehr erfahren über Hitzewelle und Klimakrise
Vor dem Bundesverfassungsgericht präsentieren mehrere Kläger:innen Klimaschutz-Banner und die Zahl der Zukunftskläger:innen: 54.000

Zukunftsklage: Für mehr Klimaschutz

Greenpeace und Germanwatch haben gemeinsam mit über 54.000 Mitkläger:innen Klima-Verfassungsbeschwerde eingereicht. Die Regierung ignoriert wissenschaftliche Erkenntnisse und notwendige Maßnahmen.

mehr erfahren über Zukunftsklage: Für mehr Klimaschutz
Ein kleiner Schatten eines Straßenbaums auf versiegeltem Boden

Mehr Raum für Stadtnatur

Verformte Straßenbahngleise, Tropennächte, Unwetter – das sind nur ein paar Folgen des historischen Hitze-Wochenendes Ende Juni in Deutschland. Wie sich Städte besser schützen können.

mehr erfahren über Mehr Raum für Stadtnatur