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Kinder spielen am Strand der Carteret-Hauptinsel Han. Der steigende Meeresspiegel lässt die Carterets, die zu Papua-Neuguinea gehören, versinken.
Jeremy Sutton-Hibbert / Greenpeace

Die Carteret-Inseln versinken im Meer

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Auf den Carteret-Inseln gehört das Land traditionell den Frauen, erzählt Rakova. Meine Großmutter vererbte ihr Land meiner Mutter und von dieser ging es auf mich über. In zehn Jahren würde ich es gern meiner Tochter vermachen, aber das wird mir nicht mehr möglich sein.

Die Carterets sind eine kleine Inselgruppe bei Bougainville/Papua-Neuguinea. Der steigende Meerespegel lässt die Inseln versumpfen und macht sie unbewohnbar. Die Gemeinde hat Deiche gebaut und Mangroven gepflanzt, doch vergeblich. Die Küste erodiert immer weiter, das Salzwasser frisst die Gärten und Felder.

Wir haben unsere Hauptnahrungspflanze verloren, die Sumpfbrotwurzel. Jetzt bauen wir Bananen an, doch auch das geht zu Ende. Die Inselbewohner überleben nur noch mit Fisch und Kokosnüssen.

Ursula Rakova und ihre Leute müssen ihr Land verlassen. Doch sie wollen ein Zuhause, das ihre Kultur und ihre Würde schützt. Dafür wurde Tulele Peisa gegründet. Die Organisation hat Land im Tinputz-Distrikt von Bougainville gekauft. Weiter geht es jetzt mit Bauplänen für neue Häuser und mit einer Erweiterung der örtlichen Grundschule, damit sie zusätzliche Kinder aufnehmen kann.

Rakova fungiert als Vermittlerin. Sie spricht mit den Umsiedlern über das, was sie erwartet. Und sie verhandelt mit der Gemeinde in Tinputz, denn auch diese soll von der Veränderung profitieren. Rakova hofft auf genügend Unterstützung, um jedem Gemeindemitglied einen besseren Zugang zu sauberem Wasser, guter Schulbildung und medizinischer Versorgung verschaffen zu können.

Die Bewohner der Carterets vom Nutzen der Umsiedlung zu überzeugen, ist nicht einfach. Einige weigern sich beharrlich. Woandershin zu ziehen heißt für sie, ihre Lebensweise, ihre Werte und Kultur zurückzulassen, erklärt Rakova.

Für die Bewohner der Carteret-Inseln sieht die Zukunft nicht ganz und gar düster aus. Doch Rakova weiß: Wenn der Klimawandel nicht aufgehalten wird, könnten zig Millionen Menschen ihr Zuhause verlieren. Hier geht es nicht um Statistik. Auch nicht nur um Wissenschaft. Der Klimawandel bedroht die Menschenrechte.

Wenn es so weitergeht wie bisher, werden Menschen irgendwann gezwungen sein, an Orten zu leben, die sie sich nicht ausgesucht haben. Wo bleiben die Menschenrechte, fragt Rakova, wenn der Klimawandel Menschen zwingt, ihr Zuhause aufzugeben?

  • Klimazeugin Ursula Rakova von den südpazifischen Carteretinseln mit ihren Kindern

    Klimazeuginnen in New York

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