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Hochwasser in Bad Tölz: der Busbahnhof steht unter Wasser, August 2005
© Uwe H. Martin / Greenpeace

Flutkatastrophe: Wir stecken mitten im Klimawandel

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Ursache für die starken Regenfälle im Alpenraum ist die so genannte 5b-Wetterlage: Die Wolken über dem warm-feuchten Mittelmeerraum saugen sich mit Wasser voll, ziehen gegen den Uhrzeigersinn über Österreich, Ungarn und Polen und verursachen über Land Starkniederschläge.

Es ist eindeutig dem Klimawandel zuzuschreiben, dass diese 5b-Wetterlagen in den letzten Jahren an Brisanz gewonnen haben. Auch die Jahrhundertflut an der Elbe im August 2002 war Folge einer solchen Wettersituation. Damals waren Österreich, die Schweiz und Deutschland von sintflutartigen Regenfällen betroffen.

Jetzt gilt es aber zuallererst, den Menschen vor Ort zu helfen, sagt Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace. Dennoch tobt zwischen den im Bundestag vertretenen Parteien ein Streit, wer den wirksamsten Hochwasserschutz verhindert habe. Gut für die Betroffenen: Einige Politiker haben schon die ersten Hilfspakete angekündigt - natürlich bezahlt aus Steuergeldern.

Wir müssen aber auch die Verursacher des Klimawandels benennen, sagt Smid. Es ist nicht einzusehen, dass der Staat die Kosten von Überschwemmungen nur aus Steuergeldern bezahlt. Vielmehr muss die Industrie als Verursacher des Klimawandels in die Pflicht genommen werden. Solange Stromkonzerne auf klimaschädliche Kohle setzen, sollte der Staat sie auch zur Kasse bitten, wenn Dämme brechen.

Stromkonzerne wie RWE und E.ON ignorieren bislang ihre Klimaverantwortung: Statt Klimaschutz zu betreiben, spekulieren sie mit den Zertifikaten zum Ausstoß von Kohlendioxid. Werden sie an den Kosten des Klimawandels beteiligt, kann es für die Stromanbieter teuer werden.

Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) könnten die jährlichen Klimaschäden in Deutschland einen zweistelligen Milliardenbetrag erreichen. Das kann durch eine konsequente Klimaschutzpolitik verhindert werden.

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