Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Der friedliche Protest im Oktober war Teil der weltweiten Stoppt Esso-Kampagne, die Greenpeace zeitgleich zur Klimakonferenz in Neu-Delhi veranstaltete. Die Aktivisten ketteten sich an die Zapfsäulen, kletterten als Esso-Tiger verkleidet auf die Dächer der Tankstellen oder hielten Banner mit der Aufschrift E$$O - Klimaverbrecher Nr. 1. Greenpeace wirft dem Ölkonzern vor, internationale Bemühungen zum Schutz des Klimas zu sabotieren.

Esso will einfach jede Opposition mundtot machen, indem das Unternehmen gegen jeden, der es wagt, wirksam gegen die Firma zu protestieren, vor Gericht zieht, sagte Greenpeace-Klimaexpertin Gabriela von Goerne.

Tatsächlich hat das Konzernverhalten Methode: Nach einer friedlichen Protestaktion von Greenpeace Ende Mai 2002 in Hamburg hat Esso eine einstweilige Verfügung erwirkt, die es Mitgliedern der Umweltorganisation unter Androhung von 250.000 Euro untersagt, Esso-Gelände zum Zwecke der Meinungskundgabe rechtswidrig zu betreten, zu besteigen oder sich darauf, darunter oder darin aufzuhalten.

In Frankreich wurde Greenpeace gerichtlich untersagt, sich auf ihrer Internetseite kritisch mit dem Konzern auseinander zu setzen. Das Verfahren geht in der kommenden Woche in die nächste Runde. Auch in Großbritannien hat der Ölmulti Rechtsmittel gegen Greenpeace eingelegt. Der Konzern Esso weiß, dass er die Debatte zum Klimawandel nicht gewinnen kann. Darum versucht er, jede für ihn unangenehme Kritik mit rechtlichen Schritten verbieten zu lassen, kommentiert von Goerne.

ExxonMobil, der gewinnträchtigste Konzern der Welt, bestreitet bis heute, dass die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle und Öl zur Klimaerwärmung beiträgt und damit die Häufigkeit und Stärke von Unwettern erhöht. Millionen Menschen - besonders in den ärmeren Ländern - sind von dieser Entwicklung in ihrer Existenz betroffen. Anstatt wie andere Ölkonzerne in erneuerbare Energien zu investieren, um den gefährlichen Trend zu stoppen, pumpt Esso jährlich knapp 10 Milliarden US-Dollar in die Suche nach immer neuen Erdöl- und Erdgasvorkommen.

Dass die USA, die rund ein Viertel aller Treibhausgase weltweit freisetzen, sich weigern, das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz zu ratifizieren, ist nicht zuletzt der Lobby-Arbeit von ExxonMobil zu verdanken. Von Exxon bezahlte Lobbyisten haben mit mehreren Schreiben die US-Regierung aufgefordert, in der Klimapolitik hart zu bleiben. Präsident George Bush ist, wie von Exxon gewünscht, dem Weltgipfel in Johannesburg Ende August letzten Jahres ferngeblieben.

Greenpeace fordert von Esso, den Klimaschutz nicht länger zu blockieren, sondern stattdessen in den Ausbau erneuerbarer Energien zu investieren. Der Konzern kann Greenpeace vor jedes Gericht der Welt bringen, aber wir werden die Kampagne sicher nicht stoppen, sagte von Goerne. (sit)

Mehr zum Thema

In der Sächsischen Schweiz löschen Einsatzkräfte den Waldbrand

Sächsische Schweiz: Erst die Flut, nun die Brände

  • 12.08.2022

Was die Menschen rund um den Nationalpark Sächsische Schweiz binnen eines Jahres erleben müssen, lässt sich nur mit einem Wort beschreiben: Klimakrise. Ein Greenpeace Lagebericht.

mehr erfahren
Drought in Northern Italy

Mitten in der Klimakrise

  • 03.08.2022

Dürre, Hitze und Brände: Die Klimakrise ist längst in der Mitte Europas angekommen und hinterlässt ihre Spuren. Greenpeace-Aktivist:innen bereisten in der letzten Juliwoche Norditalien und Österreich.

mehr erfahren
Martin Kaiser, Executive Director of Greenpeace Germany

Martin Kaiser zur Reise mit Annalena Baerbock

  • 13.07.2022

Greenpeace-Deutschland-Geschäftsführer Martin Kaiser begleitete mit Vertreter:innen weiterer Nichtregierungsorganisationen Außenministerin Annalena Baerbock nach Asien. Ein Interview und Resümee.

mehr erfahren
Joinville Island Glaciers

Planetare Grenzen

  • 30.06.2022

Die Ressourcen unseres Planeten sind nahezu aufgebraucht. Die Menschheit muss schnell handeln - denn noch gibt es die Chance, eine Klimakatastrophe und den Kollaps der Erde abzuwenden.

mehr erfahren
Overview of the PEACE Mountain Fire on the Occasion of the G7 Summit

G7: Schneller raus aus Kohle, Öl und Gas

  • 28.06.2022

Greenpeace demonstrierte beim G7-Treffen für den Ausstieg aus fossiler Energie und den Frieden. Das Ergebnis des Gipfels enttäuscht.

mehr erfahren
Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace Deutschland

G7, die Energiekrise und Olaf Scholz

  • 21.06.2022

Wenn sich die führenden Industrienationen in Elmau treffen, wird sich zeigen: Findet der deutsche Bundeskanzler die richtigen Antworten auf die drängenden Krisen der Zeit? Oder verpasst er die Chance?

mehr erfahren