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Hurrikan Charlie verwüstet Florida: Anwohner verladen ihre letzten Habseligkeiten in einen Truck, August 2004
Daniel Beltrá / Greenpeace

Die Entstehung von Wirbelstürmen

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Für einige extreme (Wetter-) Vorkommnisse wird eine ... Häufung und Verstärkung im 21. Jahrhundert vorhergesagt. Sie entstehen durch die Veränderung des durchschnittlichen Klimas oder seiner Schwankungen. Es kann erwartet werden, dass sie sich im Zusammenhang mit der globalen Erwärmung verstärken werden. ... Die Auswirkungen zukünftiger Veränderungen bei den Klimaextremen werden vermutlich überdurchschnittlich die Armen treffen.

Intergovernmental Panel on Climate Change, 2001

Ein Beispiel: Hurrikan Mitch

Hinter den vom IPCC in trockenen Sätzen prognostizierten Auswirkungen des Klimawandels stehen schon heute Menschenschicksale, zum Beispiel das von Mariana Gonzalez Centino aus Nicaragua. Sie überlebte 1998 den Hurrikan Mitch. Greenpeace lud sie im Juli 2001 zur Klimakonferenz nach Bonn ein, um die Realität beim Pokerspiel um das Weltklima zumindest ein wenig näher an den Tisch der Politiker zu rücken.

Der Hurrikan Mitch wütete Ende Oktober 1998 über Mittelamerika. Bei diesem verheerenden Wirbelsturm kamen über 9.000 Menschen ums Leben. Allein Honduras hatte mehr als 6000 Todesopfer zu beklagen, Nicaragua 2800. El Salvador und Guatemala meldeten jeweils mehr als 200 Todesopfer. Ein Drittel der Bevölkerung von insgesamt sechs Millionen Menschen in Nicaragua war von der Katastrophe betroffen, in der gesamten mittelamerikanischen Region verloren Zehntausende ihr Obdach.

Die betroffenen Staaten wurden nach Schätzungen der UNO in ihrer Entwicklung um zwei Jahrzehnte zurückgeworfen. Die direkten Schäden belaufen sich auf etwa 3 Milliarden US-Dollar, der volkswirtschaftliche Gesamtschaden liegt mindestens doppelt so hoch. Die Helfer der Krisenstäbe drangen erst nach und nach in die unwegsamen Gebiete vor, in denen Menschen vor den Schlamm- und Wassermassen auf Hausdächer und Bäume geflüchtet waren. Unzählige Straßen sind nach wie vor unpassierbar, allein in Honduras wurden nahezu 100 Brücken zerstört. Verwüstete Felder und durch Erdrutsche verschüttete Häuser blieben zurück. Die Ernte war weitgehend vernichtet, Bananen-, Kaffee-, Mais-, Bohnen- und Reiskulturen wurden von den gewaltigen Regenfluten weggespült.

Ein Wirbelsturm wie Hurrikan Mitch ist eine klimatische Extremsituation. Ungewöhnlich bei Mitch waren die Dauer des Hurrikan, verbunden mit außergewöhnlich heftigen und anhaltenden Regenfällen sowie die Größe des betroffenen Gebietes. Die Zunahme der Häufigkeit und das Ausmaß von Wetterextremen zeigen, dass der globale Treibhauseffekt schon jetzt zu Klimaveränderungen mit teilweise katastrophalen Auswirkungen geführt hat. Zwischen 1994 und 1998 gab es mehr Wirbelstürme im Atlantik als je zuvor. Mitch im Oktober 1998 über Honduras und Nicaragua und der Regensturm im Dezember 1999 über Venezuela waren die schlimmsten Unwetterkatastrophen in der Geschichte dieser Länder.

Die Entstehung von Wirbelstürmen

Hurrikane sind tropische Wirbelstürme - sehr starke, kreisförmige Tiefdrucksysteme, die sich vornehmlich zwischen dem 5. und dem 25. Grad nördlicher und südlicher Breite über Meeresflächen mit mehr als 27 Grad Celsius Wassertemperatur entwickeln. Um einen zentralen Kern mit extrem tiefem Luftdruck, dem Auge des Hurrikans, kreist die Luft und steigt sehr schnell empor, es bildet sich ein spiralförmiger Wirbel. Durch die großen Energiemengen, die mit der raschen Kondensation der aufsteigenden Luft frei werden, wird dieses System aufrecht erhalten. Wenn sie auf das Festland treffen, können bei Geschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometer pro Stunde große Verwüstungen angerichtet werden. Da ein Nachschub an feuchter Luft über dem Land nicht erfolgt, verlieren sie ihre Energiegrundlage. Die Geschwindigkeit lässt nach und heftige Regenfälle setzen ein.

Der aktuelle durchschnittliche Anstieg der weltweiten Temperaturen hat Folgen:

  1. Es verdunstet mehr Wasser, wärmere Luft kann mehr Wasser transportieren, dadurch regnet es öfter und stärker.
  2. Durch die steigenden Meerestemperaturen nehmen die Bedingungen, unter denen sich Wirbelstürme bilden können, zu.
  3. Die Häufigkeit von El Niño-Ereignissen nimmt auf Grund der Erderwärmung zu. Damit steigt auch die Bedrohung durch Hurrikane.

Erklärung von UNEP-Exekutivdirektor Klaus Töpfer zum Weltumwelttag, 5. Juni 1999:

Als eine Folge des weltweiten Klimawandels werden Phänomene wie beispielsweise El Niño, der zu Katastrophen wie dem Wirbelsturm Mitch beigetragen hat, immer wieder auftreten. Und sie werden Verwüstung und Elend hinterlassen, wenn wir uns nicht vorbereiten.

Autorin: Alexandra Boehlke

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