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Wie das Blatt in seiner Online-Ausgabe am Dienstag berichtet, beträgt der jährliche CO2-Ausstoß der weltweiten Handelsschifffahrt 1,12 Milliarden Tonnen. Das entspricht einem Anteil von 4,5 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen. Allein das weltgrößte Containerschiff, die Emma Maersk, pustet auf den Fahrten zwischen China und Europa 300.000 Tonnen CO2 pro Jahr in die Luft - etwa so viel wie ein mittelgroßes Kohle-Kraftwerk.

Der UN-Bericht geht davon aus, dass die Emissionen von Schiffen zu einer der größten CO2-Quellen hinter Autoverkehr, Haushalt, Landwirtschaft und Industrie werden wird. Zum Vergleich: Die Flugzeugindustrie ist verantwortlich für circa 650 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr, kaum mehr als die Hälfte der Schiffsemissionen.

90 Prozent aller großen Schiffe fahren heute mit Schweröl. Schweröl fällt bei den Raffinerien als Rückstand bei der Erdölverarbeitung an und ist voller Verunreinigungen, Sand und Asche, sagt Christian Bussau, Schifffahrts-Experte von Greenpeace. Beim Verbrennen werden neben Kohlendioxid auch Stickoxide, Schwefeldioxid und Feinstaub ausgestoßen. Schiffe sind im Prinzip schwimmende Müllverbrennungsanlagen.

Bis jetzt war der Weltklimarat (IPCC) von einem maximalen Ausstoß von lediglich 400 Millionen Tonnen durch die Schifffahrt ausgegangen. Laut Guardian haben Wissenschaftler für den UN-Bericht nun auf Grundlage genauerer Daten der Öl- und Schiffsindustrie neue Berechnungen angestellt. Das Ergebnis: Nicht nur die Schiffsemissionen sind wesentlich größer als bisher angenommen. Die Wissenschaftler gehen auch davon aus, dass die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um weitere 30 Prozent steigen werden.

Die Europäische Union hatte bislang angenommen, dass die Schifffahrt für weniger als 2 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich ist. Schiffsemissionen sind daher auch nicht Bestandteil der europäischen Reduktionsziele zum Klimaschutz.

Auf politischer Ebene hat man sich bislang viel zu wenig um den Schiffsverkehr gekümmert. Auch die Schifffahrt muss ihren Teil zum Klimaschutz beitragen. Hier gibt es durchaus Möglichkeiten, erläutert Christian Bussau. So haben erste Versuche gezeigt, dass man mit Zugdrachen, also großen Segeln, die über den Schiffen schweben, den Treibstoffverbrauch deutlich reduzieren kann.

Der UN-Bericht geht darüber hinaus auch von einem rasantem Anstieg anderer Schadstoffe durch die Schiffsindustrie aus. Die Wissenschaftler erwarten, dass der Ausstoß von Schwefel und Rußpartikeln - verantwortlich für Krebs, Atemwegserkrankungen und sauren Regen - in den nächsten zwölf Jahren um 30 Prozent steigen werden

Christian Bussau: Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass jedes Jahr in europäischen Hafenstädten und Küstenregionen hunderte von Menschen aufgrund der Schiffsemissionen sterben. Weltweit geht man von 60.000 Toten aus. Nicht nur aus Klimaschutzgründen, sondern auch um die Gesundheit der Menschen zu schützen, brauchen wir so schnell wie möglich ein internationales Verbot von Schweröl als Schiffstreibstoff.

Online-Mitmachaktion

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