Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

In der ecuadorianischen Hauptstadt des Öls Lago Agrio kämpfen 30.000 Menschen mit einer Sammelklage um 6,1 Milliarden US-Dollar Entschädigung - für vergiftete Trinkwasserquellen, durch Öl verursachte Krankheiten, verendete Nutztiere. Rund 68 Milliarden Liter verseuchter Rückstände soll der Ölkonzern Texaco damals in Flüsse und Senken geleitet haben. Bilder zeigen eine Landschaft, die von Öl getränkt ist: ölgefüllte, teils brennende Senken, verölte Flüsse, Menschen, die barfuß durch Ölschlamm waten.

Texaco, seit 2001 mit Chevron fusioniert, weist die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen beruft sich auf ein 40 Millionen US-Dollar teures Sanierungsprojekt, das nach dem Verlassen der Ölfelder durchgeführt worden sei. Damit seien alle Ansprüche erfüllt. Der Streit geht hin und her. Experten beider Seiten haben Bodenproben genommen und sind zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Chevron-Experten fanden rückstandsfreien Boden, Experten der Klägerseite hochkontaminierte Erde.

Die Frage ist, wo und wie man gräbt. Die ecuadorianische Regierung beschuldigt das Unternehmen, sich mit irreführenden Angaben über das wahre Ausmaß der Verschmutzung aus der Affäre gezogen zu haben. Mittlerweile gibt es Untersuchungen, die belegen, dass die Säuberungsmaßnahmen des Unternehmens im wahrsten Sinne des Wortes oberflächlich waren. So wurde vielfach lediglich eine etwa einen Meter dünne Deckschicht aufgetragen, anstatt den verseuchten Boden abzutragen.

Wurden Gerichtsbeweise gebraucht, so ließ der Konzern Bodenproben aus dieser Deckschicht nehmen. Oder er zog Proben an hochgelegenen Örtlichkeiten. Die Gifte aber fließen mit dem Grundwasser hügelabwärts.Dort sind sie teilweise sogar zu sehen und zu riechen. Die Anwälte der Sammelkläger haben das lokale ecuadorianische Amtsgericht jetzt aufgefordert, den Prozess zu beschleunigen. Das Verfahren in New York liefere Fakten, die den Klägern in Lago Agrio helfen könnten.

Petition

https://act.greenpeace.de/vw-klage

Kein Recht auf Verbrenner!

Greenpeace klagt gemeinsam mit mit dem Bio-Landwirt Ulf Allhoff-Cramer und Fridays for Future-Klimaaktivistin Clara Mayer mehr Klimaschutz bei Volkswagen ein. Unterstützen Sie die Kläger:innen mit Ihrer Unterschrift

Klage unterstützen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Datum

Mehr zum Thema

Seenelke an einem Steinriff vor Borkum
  • 05.02.2024

Die Ozeane haben bislang etwa80 Prozent der Wärme aufgenommen, die wir dem Klimasystem zugeführt haben. Die Erwärmung reicht bis in eine Tiefe von 3.000 Metern. Das bringt die Meere aus dem Takt

mehr erfahren
Sumpf im Vodlozero National Park in Russland
  • 29.01.2024

Sie speichern gigantische Mengen CO2: Wälder, Meere, Böden. Welche Rolle spielen diese Kohlenstoffsenken im Kampf gegen die Klimakrise?

mehr erfahren
Greenpeace-Delegation bei der COP28 mit Banner "we will end fossil fuels"
  • 13.12.2023

Die Weltklimakonferenz hat sich nach 30 Jahren erstmalig auf den Beginn des Ausstiegs aus den fossilen Energieträgern geeinigt. Eine Einschätzung.

mehr erfahren
Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand Greenpeace Deutschland

In Dubai startet die nächste Klimakonferenz. Doch was kann sie in der aktuellen Zeit ausrichten? Martin Kaiser, Geschäftsführender Vorstand bei Greenpeace, im Gespräch.

mehr erfahren
Messballon zur Beobachtung des Ozonlochs am nördlichen Polarkreis, Juni 1988

Das Ozonloch beschäftigt Wissenschaftler:innen seit Jahrzehnten. Wir erklären, worum es sich dabei handelt und betrachten seinen aktuellen Zustand.

mehr erfahren
Spur im Sand
  • 15.11.2023

Jeder Deutsche verursacht einen fünfmal größeren CO2-Ausstoß als die Erde verkraftet. Dabei ist CO2-Sparen ganz einfach.

mehr erfahren