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Mit der russischen Zustimmung kann das Kyoto-Protokoll Anfang 2005 in Kraft treten. Realpolitisch betrachtet ein echter Durchbruch, wie Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid sagt. Denn damit wird die Verringerung der Treibhausgase nach einer quälend langen Hängepartie endlich völkerrechtlich verbindlich festgeschrieben.

Doch Smid gibt zu bedenken, dass das allein nicht reicht: Um die Klimakatastrophe zu verhindern, brauchen wir noch mindestens zehn Kyotos bis 2050. Und wir brauchen die USA als weltweit größten Klimazerstörer mit an Bord.

US-Politik führt in die Klimakatastrophe

Rund ein Viertel aller Treibhausgase weltweit werden in den USA in die Luft geblasen - mit steigender Tendenz. Allein im Jahr 2002 stiegen die Emissionen um weitere 16 Prozent an. Bislang hat die Bush-Regierung alle Warnungen von Klimaforschern und Umweltschützern in den Wind geschlagen. Doch auch in den USA mehren sich mittlerweile die kritischen Stimmen.

Die Serie von Hurrikans, die über Florida und Alabama fegten und Schäden von 20 Milliarden Dollar verursachten, sollten den Amerikanern zu denken geben. Die von amerikanischen Ölinteressen gesteuerte US-Politik führt direkt in die Klimakatastrophe, sagt Smid.

Was dann passieren könnte, haben die Greenpeace-Aktivisten am Freitag in Hamburg symbolisch dargestellt: Sie haben eine vier Meter hohe Nachbildung der Freiheitsstatue bis zum Bauch im Wasser versenkt. Der US-Präsident sollte sein Klima-Roulette beenden, bevor den USA das Wasser bis zum Halse steht.

Mit Klimaschutz Geld verdienen

Für Moskau rechnet sich die Ratifizierung des Klimaschutzabkommens. Nach dem Zusammenbruch der sowjetischen Planwirtschaft sind die russischen Emissionen um 38 Prozent gesunken. Das entspricht 600 Millionen Tonnen Kohlendioxid, die brachliegen, die das Land also in die Atmosphäre blasen dürfte.

Will oder kann Russland das nicht, so darf es die Verschmutzungsrechte in Form von Emissionszertifikaten verkaufen. Bei einem voraussichtlichen Preis von 5 bis 20 Euro pro Tonne wäre das ein Gewinn zwischen drei und zwölf Milliarden Euro im Jahr. Ein Anreiz, der den Klimaschutz attraktiv machen soll.

Smid sieht eine solche Entwicklung allerdings kritisch: Dieser Handel ist für Russland ein Geldsegen, fürs Klima aber eine Gefahr. Klimaschutz muss zuerst im eigenen Land realisiert werden und nicht allein durch den Kauf russischer Emissionsrechte.

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