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Als Antwort auf die Hiobsbotschaften zur Erderwärmung erzählen die Autohersteller gern das Märchen vom drohenden Verlust der Arbeitsplätze. In Wahrheit geht es um ihre eigenen Wirtschaftsinteressen, weswegen sie seit Jahrzehnten mögliche technische Neuerungen zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs verhindern.

Selbst an gegebene Versprechen und Selbstverpflichtungen hält sie sich nicht. Die europäische Autoindustrie verpflichtete sich bereits 1998, den Verbrauch aller neu zugelassenen PKW bis 2008 im Durchschnitt auf 5,8 Liter zu senken. Passiert ist kaum etwas: 2007 verbrauchten die in Deutschland neu zugelassenen Autos im Schnitt 7,2 Liter.

Die deutschen Autos sind zu dick. Von Modellreihe zu Modellreihe brachte die deutsche Autoindustrie schwerere und schnellere Fahrzeuge auf den Markt, sagt Marc Specowius, Verkehrsexperte bei Greenpeace. Über die letzten Jahrzehnte kam es zu einer regelrechten Aufrüstung auf deutschen Straßen. Das steigende Spitzentempo bedingte immer größere und schwerere Motoren. Der erste Golf wog 1974 circa 750 Kilo, heute bringt er anderthalb Tonnen auf die Waage - doppelt so viel wie vor 30 Jahren.

BMW und Mercedes: Abrüstung ist nötig

Das sogenannte Premiumsegment ist besonders problematisch: Dazu zählen Dienstwagen oder Autos, mit denen sich jemand schmücken möchte. Schwarze oder silbergraue Edelkarossen, große Geländewagen für die Stadt: massiv, PS-stark, spritfressend. Verbraucht ein normales Auto im Schnitt sieben Liter auf hundert Kilometer, liegen die gemittelten Normverbräuche der Premiumwagen bei über 15 Litern. Auf Autobahnen ist der Verbrauch schnell bei über 20 Litern pro hundert Kilometer.

Insbesondere BMW und Mercedes verkörpern das Premiumsegment. Zudem legen beide Hersteller, das für deutsche Autohersteller typische, klimaschädliche Verhalten an den Tag. Die Selbstverpflichtung der europäischen Autohersteller, bis 2008 für einen Flotten-Durchschnittsverbrauch aller Neu-Fahrzeuge von ca. 5,8 Litern zu sorgen, erfüllten bei Mercedes Anfang 2008 nur zwei Modelle von insgesamt 250 (0,8 Prozent). Bei BMW entsprach 2007 kein einziges Modell dieser Zahl, 2008 waren es 24 Modelle von 414 (5,8 Prozent).

Moderne Autos sind klein, leicht und sparsam

In den Schubladen der Automobilkonzerne liegen schon längst Pläne für benzinsparende Autos. Lösungen zur Einsparung der klimaschädlichen CO2-Emissionen sind seit Jahren entwickelt und erprobt. Doch die deutschen Autohersteller halten stur an ihrer alten Modellpolitik fest. Für die Premiumklasse versprechen sie sich die größten Absatzchancen, Spritverbrauch und Klimaschutz spielen keine Rolle.

Specowius sagt abschließend: Greenpeace baute bereits vor 15 Jahren einen Renault Twingo nach dem SmILE-Prinzip um. Das Prinzip bedeutet Small, Intelligent, Light and Efficient. Mit diesem Prinzip - konsequent auf alle Automodelle angewendet - könnte bis zur Hälfte des Kohlendioxidausstoßes im PKW-Verkehr eingespart werden. Nun sind die Autohersteller aufgefordert, Autos mit entsprechender Technik auf den Markt zu bringen.

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/klimanotstand

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