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Zweite Expedition in die Arktis mit der Esperanza im Mai 2010
Nick Cobbing / Greenpeace

Die Arktis - Schauplatz des Klimawandels

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Im norwegischen Tromsø fand in der vergangenen Woche die internationale Arktis-Konferenz Arctic Frontier statt. Rund 1000 Delegierte aus Politik und Wissenschaft diskutierten über die Folgen der Klimaerwärmung. Das Treffen stand unter dem Motto Tipping Points (Kipp-Punkte).

Tipping Points sind die Stellen auf der Welt, an denen das Klima schlagartig und irreversibel kippen könnte - mit teilweise erheblichen Folgen für den gesamten Planeten. Der Ozeanograf Carlos M. Duarte vom spanischen Forschungszentrum IMEDEA hat sechs solcher Kipp-Punkte in der Arktis ausgemacht.

Kipp-Punkte in der Arktis

Ein Kipp-Punkt ist das arktische Meereis. Die weißen Flächen des Eises reflektieren Sonnenlicht ins All. Die dunklen Wasserflächen dagegen absorbieren das Licht, das Wasser erwärmt sich. Je weniger Eis, desto stärker die Erwärmung - der Klimawandel beschleunigt sich. Nach Ansicht der Wissenschaftler ist der Kipp-Punkt hier bereits erreicht.

Weitere Tipping Points sind nach Meinung des Forschers Duarte die tauenden Permafrostböden und das schmelzende grönländische Festlandeis. In den Permafrostböden sind gewaltige Mengen Methan gespeichert. Methan ist ein hochwirksames Klimagas. Wird es freigesetzt, beschleunigt es ebenfalls den Klimawandel. Das schmelzende Festlandeis auf Grönland lässt den Meeresspiegel weltweit ansteigen.

Einiges deutet darauf hin, dass beim grönländischen Inlandeis der Kipp-Punkt bald erreicht sein könnte. Der Weltklimarat ging bislang davon aus, dass der Wendepunkt bei einem Temperaturanstieg von 1,9 bis 4,6 Grad Celsius liege. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung berichtete in Tromsø von neuen, noch unveröffentlichten Forschungsergebnissen. Demnach könnte schon eine Erwärmung von 1,3 bis 2,3 Grad ausreichen. Davon haben wir 0,8 bis 0,9 Grad bereits geschafft.

Neues vom Golfstrom

Wie dramatisch der Klimawandel sich bemerkbar macht, zeigt auch eine Studie, die kürzlich in der Zeitschrift Science veröffentlicht wurde. Sie weist nach, dass das Wasser des Golfstroms an seinem nördlichen Ende so warm ist wie seit Jahrtausenden nicht. Der Golfstrom transportiert wärmeres Wasser vom Atlantik ins Nordpolarmeer.

Wissenschaftler hatten die Sommertemperaturen in der Fram-Straße während der vergangenen 2000 Jahre rekonstruiert. Durch die Fram-Straße wird das wärmere Wasser des Golfstroms in die Arktis geleitet. Möglich ist eine solche Rekonstruktion anhand von winzigen, im Sediment eingeschlossenen Organismen.

Die Forscher stellten fest, dass das Wasser 1900 Jahre lang durchschnittlich 3,4 Grad warm gewesen sein muss. In den knapp 120 Jahren zwischen 1890 und 2007 betrug die Temperatur durchschnittlich 5,4 Grad Celsius. Derzeit sind es bereits 6 Grad.

Eine besorgniserregende Entwicklung, sagt auch die Meeresbiologin Iris Menn von Greenpeace. Die kaskadenartigen Auswirkungen, die das Erreichen der 'Tipping Points' nach sich ziehen, lassen sich derzeit nur erahnen. Das ist es, was wir unbedingt verhindern müssen. Menn fordert ein rechtlich verbindliches, scharfes Klimaabkommen, um die Arktis vor Schlimmerem zu bewahren.

  • Die Arktis Expedition der Arctic Sunrise im Juni 2009

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  • Die Arktis Expedition der Arctic Sunrise im Juni 2009

    Arktis Expedition

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