Jetzt spenden
Das AKW Zwentendorf - nie in Betrieb gegangen Juni 2006
Werner Hölzl / Wikipedia

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Seit 1999 gibt es ein Bundesverfassungsgesetz Atomfreies Österreich. Die Stromimporte regelt es nicht. Derzeit importiert unser Nachbarland zwischen sechs und fünfzehn Prozent Atomstrom. Das entspricht ungefähr der Produktionsmenge von zwei durchschnittlichen Atomreaktoren.

Am 1. Juli 2011 trafen sich nun Bundeskanzler Faymann und Vizekanzler Spindelegger, die Organisationen Greenpeace und Global 2000 sowie Vertreter der Energiewirtschaft in Wien, um auch die Frage der Importe zu klären.

Ergebnis: Die österreichische Regierung wird ein Verbot zur Abgabe von Strom unbekannter Herkunft in die Wege leiten. Zulässig ist dann nur noch die Einfuhr von Strom, dessen Herkunft eindeutig belegbar ist. In einem zweiten Schritt im Herbst 2011 soll jeglicher Import von Atomstrom nach Österreich verboten werden. Greenpeace soll die Möglichkeit erhalten, die Umsetzung lückenlos und transparent zu überprüfen.

Transparenz wird entscheidend sein, sagt Heinz Smital, Atomexperte bei Greenpeace. Atomkraft wird in vielen Ländern Europas von einer großen Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt. Daher muss es auch das Recht geben, Atomstrom ausschließen zu können.

Das österreichische Vorgehen ist auch ein weiteres ernst zu nehmendes Hindernis für AKW-Neubauprojekte in Tschechien, der Slowakei und Slowenien. Ihre Geschäftsmodelle sind großteils auf Stromexporte angelegt. Wenn der Strom keine Abnehmer findet, lohnen sich die Investitionen nicht mehr.

Auch für Deutschland, wo die Parlamentarier am 30. Juni dem Atomausstieg bis 2022 mehrheitlich zustimmten, ist das österreichische Vorgehen ein Signal. Smital: Den Import von Atomstrom zu verbieten, ist ein wichtiger Schritt, um die Position des Atomausstiegs konsequent nach außen zu vertreten.

Petition

https://act.greenpeace.de/eu-verbot-fossile-energien

Offener Brief: Neue fossile Energieprojekte in Europa verbieten

Wir alle müssen jetzt den klimatischen und ökologischen Notstand als die existenzielle Krise behandeln, die er ist. Unser Leben hängt davon ab. Deshalb fordern wir die EU-Institutionen dazu auf: Stoppt neue Öl- und Gasprojekte!

Jetzt unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Datum
Protesters holding yellow banner that says "defend the climate - not fussil fuels"

Mehr zum Thema

Atommeiler in Cattenom
  • 19.06.2024

Atomenergie ist ein volkswirtschaftliches Risiko, so eine aktuelle Greenpeace-Studie. Die Rechnung für unkontrollierte Kostensteigerungen und massive Verzögerungen begleichen die Steuerzahlenden.

mehr erfahren
Nuclear Action at EnBW in Germany
  • 24.05.2024

Tausende von Jahren sollte das „Versuchsendlager“ im ehemaligen Salzbergwerk Asse II sicher sein. Knapp vier Jahrzehnte später säuft es durch Wassereinbrüche ab, die Schachtanlage droht einzustürzen.

mehr erfahren
In einem Kindergarten liegen die Spielsachen so, wie sie nach der Katastrophe zurückgelassen wurden. Die Gasmaske eines Kindes neben einer Puppe ist nur ein weiteres grausames Paradoxon: Eine Woche vor dem Atomunfall wurden die Kinder darin geschult, die Sicherheitsausrüstung gegen die atomare Gefahr zu benutzen. Doch am Tag des Unfalls wurde auf Anweisung der Parteiführung keine einzige Gasmaske benutzt.
  • 26.04.2024

Am 26. April 1986 erschüttert eine Explosion das Atomkraftwerk Tschornobyl. Eine radioaktive Wolke verseucht die Region und zieht über Europa. Ursache sind menschliches Versagen und technische Mängel.

mehr erfahren
Greenpeace and BUND Naturschutz Celebrate Nuclear Phase-out in Munich
  • 12.04.2024

Vor einem Jahr ging das letzte AKW in Bayern vom Netz. Strom aus erneuerbaren Energien hat deutschlandweit Atomstrom ersetzt. Nur der Freistaat hinkt hinterher. Warum ist das so?

mehr erfahren
Projektion für den Atomausstieg am Atomkraftwerk Isar 2 bei Nacht
  • 09.04.2024

Happy Birthday, Atomausstieg! Auch wenn ein Jahr nach dem deutschen Ausstieg vielerorts eine “Renaissance der Atomkraft” herbeigeredet wird, laut einer aktuellen Studie sprechen die Fakten dagegen.

mehr erfahren
Karte der Region Fukushima in Japan, die die Ausbreitung der Strahlung nach der Atomkatastrophe im März 2011 im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zeigt.
  • 11.03.2024

Der 11. März 2011 versetzte Japan in einen Ausnahmezustand, der bis heute anhält. Die dreifache Katastrophe von Erdbeben, Tsunami-Flutwelle und Super-GAU traf das Land bis ins Mark.

mehr erfahren