Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Biblis A erzeugt seit 1974 Atomstrom. Nach Berechnungen von Greenpeace müsste der Meiler laut Atomkonsens 2008 vom Netz genommen werden. Nach einem für Greenpeace entwickelten Bewertungssystem ist Biblis A nach Brunsbüttel das störanfälligste deutsche Atomkraftwerk. Bis Ende 2005 kam es dort zu 321 meldepflichtigen Zwischenfällen.

Die Laufzeit von Biblis A zu verlängern ist ein Spiel mit dem Feuer, sagt der Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital. Biblis gehört sofort abgeschaltet. Wer eine Verlängerung der Laufzeit für diesen alten Atommeiler fordert, ist von allen guten Geistern verlassen.

Die Sicherheit des Reaktors in Biblis wird darüber hinaus durch bauliche Mängel beeinträchtigt. Dazu gehört eine vergleichsweise geringere Druck- und Temperaturfestigkeit des Sicherheitsbehälters, der das Entweichen von Radioaktivität in die Umwelt erschweren soll. Zudem hat Biblis A keine eigene verbunkerte Notstandswarte, von wo aus der Reaktor im Notfall unter Kontrolle gehalten werden sollte. Biblis weist derart viele Mängel auf, dass eine Diskussion über die Laufzeit nur dazu führen kann, den Altreaktor sofort vom Netz zu nehmen, erklärt Smital.

{image_r}Neben den technischen und baulichen Problemen in Biblis gibt es noch eine weitere Gefahr: Biblis A gehört zu den am schlechtesten gegen terroristische Angriffe geschützten Atomkraftwerken in Deutschland. Der Stahlbeton der Kuppel ist nur etwa 60 Zentimeter dick. Damit würde das AKW maximal den Absturz eines kleinen Flugzeugs mit einem Gewicht von zehn Tonnen überstehen. Schon der gezielte Absturz einer Boeing 747 mit einem maximalen Startgewicht von knapp 400 Tonnen hätte verheerende Folgen.

Die Geschichte der zivilen Atomenergienutzung hat gezeigt, dass es mit dieser Hochrisikotechnologie keine Sicherheit geben kann. Greenpeace fordert den Ausstieg aus der Atomindustrie und das schnellstmögliche Abschalten der Atomkraftwerke. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien muss massiv vorangetrieben werden. Zusätzlich sind Maßnahmen zur Effizienzsteigerung dringend vonnöten.

  • Aktion Biblis A

    Aktion Biblis A

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie
Risiko Restlaufzeit - Zusammenfassung

Risiko Restlaufzeit - Zusammenfassung

7 | DIN A5

98.45 KB

Herunterladen

Mehr zum Thema

Projektion am AKW Grohnde: Für ein atomstromfreies Europa

Anti-Atomkraft-Appell an die Bundesregierung

  • 21.01.2022

Die EU will Energie aus Gas und Atomkraft als nachhaltig einstufen. Greenpeace und weitere Verbände fordern in einem gemeinsamen Appell von der Bundesregierung, dieses Vorhaben zu verhindern.

mehr erfahren
Die vier Kühltürme des Atomkraftwerks Mochovce in der Slowakei

Falsches Grün

  • 07.01.2022

Kapern Atomenergie und Gas gerade den Green Deal der EU und machen ihn damit unbrauchbar? Umweltschützende protestieren gegen den Plan, Risikotechnologien als nachhaltig zu verkaufen.

mehr erfahren
Expert:innen in Tschernobyl

Gefährliches Gestern

  • 25.04.2021

Die Katastrophe von Tschernobyl rückt in die Vergangenheit, ihre Folgen verschwinden aber nicht aus der Gegenwart. Sie sind eine Mahnung – auch an Atomkraftbefürworter:innen.

mehr erfahren
Dunkle Wolken über Fukushima

Gefährliche Mythen

  • 13.04.2021

Mit bewussten Fehleinschätzungen wird der Plan gerechtfertigt, Millionen Liter radioaktives Wasser aus Fukushima ins Meer abzulassen. Greenpeace entkräftet diese Halbwahrheiten.

mehr erfahren
Luftbild vom Atomkraftwerk Fukushima

Der ewige Denkzettel

  • 11.03.2021

Die Katastrophe ist nicht vorbei: Auch zehn Jahre nach dem Atomunfall in Fukushima leiden japanische Bürger:innen unter den Folgen – während die Regierung Normalität vorgaukelt.

mehr erfahren
AKW Gundremmingen

Nichts gelernt

  • 03.03.2021

Hat die Nuklearkatastrophe von Fukushima zu mehr Sicherheit in europäischen Atomkraftwerken geführt? Offenbar nicht: Ein aktueller Greenpeace-Bericht belegt die Versäumnisse.

mehr erfahren