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30 Jahre Tschernobyl: Greenpeace-Aktivisten projizieren eine Mahnung an die Atomruine
© Daniel Müller / Greenpeace

30. Jahrestag Tschernobyl: Greenpeace-Aktivisten projizieren Mahnung an die Atomruine

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

„Nie wieder“, projizieren Greenpeace-Aktivist:innen in der Nacht des 26. April auf den Sarkophag von Tschernobyl – Erinnerung an den 30. Jahrestag der Reaktorkatastrophe.

Eins nach dem anderen scheinen auch Gesichter auf dem maroden Betonkoloss auf – Fotos von Opfern der Katastrophe, stellvertretend für all die Menschen, deren Leben damals für immer zerstört wurde. Mit einem Hochleistungsprojektor und einer Lichtstärke von 15.000 Lumen auf die Ruine projiziert, machen die Bilder die Tragödie erfahrbar.

AKW Tschernobyl, Block 4: In der Nacht des 26. April 1986, um 1 Uhr 23, sprengt nach einem missglückten Test aufgrund von Konstruktionsfehlern eine gewaltige Dampfexplosion den tausend Tonnen schweren Deckel des Reaktorkerns, drei Sekunden später zerfetzt eine Wasserstoffexplosion den  Kern. Er brennt zehn Tage lang und setzt eine gigantische Wolke an Radioaktivität frei. Zehntausende Menschen sterben, die Friedhöfe in den verstrahlten Gebieten legen Zeugnis davon ab.

418.000 Kinder unter ärztlicher Kontrolle

 

Bis heute kann die Gesamtzahl der Opfer nur geschätzt beziehungsweise indirekt abgeleitet werden – ein Umstand, den die Atomlobby und in ihrem Gefolge die WHO sich zunutze macht, um die Folgen der Katastrophe zu beschönigen und zu verharmlosen: mit Zahlen im zweistelligen Bereich. Doch Experten gehen davon aus, dass nach Tschernobyl rund 100.000 Menschen sterben, Hunderttausende erkrankt sind.

Nach neuesten Angaben des ukrainischen Gesundheitsministeriums leben in der Ukraine derzeit rund 3500 Kinder mit Behinderungen infolge der Reaktorkatastrophe. Ihre Eltern hielten sich entweder 1986 in der Nähe des Unfalls auf, arbeiteten als sogenannte Liquidatoren in Tschernobyl oder müssen heute noch immer auf kontaminiertem Boden leben. 418.000 Kinder stehen permanent unter besonderer ärztlicher Kontrolle. 

Alles verloren, nie mehr sicher

Hunderttausende Menschen standen nach dem Super-GAU vor dem Nichts. Nur mit dem Allernötigsten ausgestattet, wurden sie evakuiert oder mussten ihr Zuhause fluchtartig verlassen. Verwaiste Dörfer und die Geisterstadt Pripjat erzählen davon. Fünf Millionen Menschen leben heute noch in kontaminierten Regionen, ernähren sich teils von kontaminierten Lebensmitteln. Die Angst vor der Strahlung ist ihr täglicher Begleiter. Regierungskreise schätzen den wirtschaftlichen Schaden allein für die Ukraine und Weißrussland auf 436 Milliarden US-Dollar, rund 390 Milliarden Euro.

„Wir sind es den Opfern schuldig, aus der Atomkraft auszusteigen“, sagt Greenpeace-Atomexperte Tobias Münchmeyer am Ort des Unglücks. „Der Unfall von Tschernobyl ist ein Albtraum, der seit 30 Jahren andauert. Eine ‚friedliche‘ Nutzung der Atomenergie gibt es nicht.“

  • Tschernobyl-Gedenktag 2016: Greenpeace-Aktivisten projizieren Fotos von Opfern der Katastrophe an den Sarkophag der Atomruine

    Albtraum seit 30 Jahren

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  • Tschernobyl-Gedenktag 2016: Greenpeace-Aktivisten projizieren Fotos von Opfern der Katastrophe an den Sarkophag der Atomruine

    Zerstörte Zukunft

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  • Ausbreitung der Strahlung nach dem Super-GAU in Tschernobyl im April 1986

    Halbwertzeit 30 Jahre

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Report: Nuclear Scars

Report: Nuclear Scars

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