Skip to main content
Jetzt spenden
Endlager Schacht Konrad bei Salzgitter, Oktober 2010
Jürgen Siegmann / Greenpeace

Wie ein Endlager ohne Suche gefunden wurde

Schacht Konrad könnte einmal als Ersatz für die maroden Endlager Asse und Morsleben dienen. Genehmigt ist die Einlagerung von 303.000 Kubikmetern schwach- und mittelradioaktiver Abfälle. Rund 90 Prozent der in Deutschland anfallenden radioaktiven Abfälle gehören in diese Kategorie. Der Müll ist hochgefährlich: So sollen auch 800 Kilogramm Plutonium  in dem alten Bergwerk gelagert werden. Geringste Mengen dieser gefährlichen Substanz sind potenziell tödlich.

Politischer Streitfall Endlager

Für Konrad wird schon 1975 mit entsprechenden Untersuchungen zur Möglichkeit einer Endlagerung begonnen. Sie dauern bis 1982, das Planfeststellungsverfahren nach Atomrecht wird eingeleitet. Vom 16. Mai 1991 bis 15. Juli 1991 liegt der Plan öffentlich aus - und hat 290.000 Einwendungen zur Folge . Die Anhörung beginnt im Herbst 1992 und dauert fast drei Monate. Das Verfahren endet im Juni 2002 mit dem Planfeststellungsbeschluss für Schacht Konrad als Endlager durch das Land Niedersachsen. Dieser Beschluss wird 2007 richterlich bestätigt.

In der langen Phase zwischen Planung und Beschluss kommt es zu politischen Verwerfungen. Das Planfeststellungsverfahren wird von dem damals noch jungen Bundesamt für Strahlenschutz betrieben, das dem Bundesumweltministerium untersteht. Für das Planungsverfahren dagegen ist das Landesumweltministerium in Niedersachsen zuständig. Dort ist die Koalitionsregierung aus CDU und FDP 1990 abgewählt worden. Die damalige rot-grüne Landesregierung lehnt das geplante Endlager ab. Es kommt zum Streit zwischen Bund und Land. Zähneknirschend muss das niedersächsische Umweltministerium sich 1991 der Bundeshoheit fügen.

Ohne Suche gefunden

Am Ende dieses Verfahrens ist der Standort Schacht Konrad nicht das Ergebnis eines Auswahlverfahrens. Es sind – wie beim Salzstock Gorleben [LINK] - nie alternative Standorte geprüft worden. Bei Konrad – wie bei den Endlagern Asse bei Salzgitter und Morsleben bei Helmstedt war das Hauptkriterium, dass sich ein großer Hohlraum unter der Erde als Lagerstätte anbot.

Schacht Konrad ist eine ehemalige Eisenerzgrube, bei der 1976 die Förderung nach elf Jahren eingestellt wurde. Um das Bergwerk nicht schließen zu müssen, suchte man nach Alternativen. Und kam auf die Idee, dass der Schacht für radioaktive Abfälle genutzt werden könne. Der Großteil des Atommülls wird, wie in der Schachtanlage Asse II, von den Atomkraftwerksbetreibern kommen.

  • Greenpeace demonstriert mit Bürgern gegen das geplante Endlager Schacht Konrad, Juli 1991

    Protest gegen Endlager Konrad

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Jetzt mitmachen

Du willst Teil der Energiewende sein?

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Dann besuche in unserer Mitmach-Community Greenwire die Energiewende-Themengruppe und tausche dich mit Anderen aus, finde weitere Mitmachangebote und erfahre mehr über unsere Kampagnen.

Hier lang zur Themengruppe-Energiewende

Themengruppe auf

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Mehr zum Thema

Shut Down of Nuclear Power Plants: AKW Dinosaur in Berlin

Am Ende der Atomkraft

  • 15.04.2023

Welche Wirkung die Gnadenfrist für deutsche Atomkraftwerke hatte, zeigt eine Studie im Auftrag von Greenpeace und Green Planet Energy: kaum eine. Der Abschied von der Atomkraft fällt leicht.

mehr erfahren
Last Resistance Party in Gorleben, Germany

Adieu, Atomkraft

  • 14.04.2023

Nach Jahrzehnten des Protestes steigt Deutschland endlich aus der Atomkraft aus. Roland Hipp, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace Deutschland, blickt zurück - und mit Freude in die Zukunft.

mehr erfahren
Projection for Final Shutdown at Neckarwestheim NPP

Die Mär von der Renaissance der Atomkraft

  • 05.04.2023

Auch wenn vielerorts eine “Renaissance der Atomkraft” herbeigeredet wird, die Fakten sprechen dagegen: Atomenergie ist in Deutschland, im Rest Europas und weltweit auf dem absteigenden Ast.

mehr erfahren
Projektion zum Atomausstieg am AKW Isar 2

Atomkraftwerke abschalten

  • 03.04.2023

Atomkraft ist nicht nur riskant, sondern auch keine Lösung für die Energiekrise. Vor dem Jahrestag der Fukushima-Katastrophe fordern Greenpeace-Aktivist:innen, die deutschen AKW endlich abzuschalten.

mehr erfahren
"Shut Down"-Projektion am AKW Emsland

Atomausstiegsfest

  • 03.04.2023

Die Vorfreude steigt: Nach jahrzehntelangem Einsatz vieler mutiger Menschen steigt Deutschland endlich aus der Atomkraft aus. Diesen Erfolg wollen wir mit euch feiern. In München und Berlin!

mehr erfahren
Balloons on the 'Plein' at The Hague

Scheinlösung Kernfusion

  • 27.03.2023

Ein technologischer Meilenstein, aber kein Modell für die Zukunft: Warum der gelungene Versuch der Kernfusion nicht die Probleme der Gegenwart löst.

mehr erfahren