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Projektion auf das AKW Bibilis gegen den Weiterbetrieb, September 2006
Martin Storz / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Dass die Stromversorgung ohne Atomkraft nicht gesichert sei, wird von den Stromkonzernen und ihrer Lobbyorganisation, dem Deutschen Atomforum, gern und häufig wiederholt. Eine Mehrheit in der Bevölkerung konnten sie mit dieser längst widerlegten Aussage aber nicht überzeugen. Das zeigt die Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Consultic, die anlässlich der Wintertagung des Deutschen Atomforums veröffentlicht wurde:

1009 Bundesbürgern wurde die Frage gestellt: Glauben Sie, dass durch die Beibehaltung des gesetzlich verankerten Atomausstieges in Deutschland die Stromversorgung gefährdet ist? Darauf antwortete die Mehrheit mit nein, darunter sogar knapp die Hälfte der Befragten, die sich als CDU/CSU-Wähler bezeichnen (49 Prozent). Bei den Grünen-Wählern waren es 89 Prozent, bei den anderen jeweils deutlich mehr als die Hälfte (Wähler von SPD und Die Linke je 62 Prozent, 58 Prozent bei FDP-Wählern). Mit ja antworteten dagegen im Schnitt nur ein Drittel der befragten Wähler (CDU/CSU: 41 Prozent, FDP: 38 Prozent, Die Linke: 33 Prozent, SPD: 30 Prozent, Grüne: 8 Prozent).

Die Angstmache der Energiekonzerne hat nicht funktioniert, sagt Greenpeace-Atomexperte Tobias Münchmeyer. Sie haben mit einer groß angelegten Kampagne versucht, die Tatsachen zu verdrehen, und behaupten, ohne Atomkraft würden die Lichter ausgehen. Doch die Menschen haben verstanden: Atomkraft schadet Deutschland. Wir brauchen sie nicht mehr.

Die Versorgung mit Strom ist in Deutschland sicherer denn je: Im Jahr 2008 wurde mit 22 Terawattstunden ein neuer Rekordüberschuss beim Export von Strom erzielt. Dafür hätten neben den seit eineinhalb Jahren stillstehenden Atomkraftwerken in Krümmel und Brunsbüttel drei weitere Atommeiler sofort stillgelegt werden können: Neckarwestheim I, Biblis A und Isar 1. Daher fordert Greenpeace, so schnell wie möglich alle Atomkraftwerke abzuschalten und die Laufzeiten nicht zu verlängern.

Genau davor haben die Stromkonzerne Angst. Sie versuchen zusammen mit den Unionsparteien seit dem Jahr 2006, die öffentliche Meinung zugunsten der Atomenergie zu drehen. Die wollen lediglich mit verlängerten Laufzeiten ihrer Atomkraftwerke den Stromkunden noch mehr Geld aus der Tasche ziehen, erklärt Münchmeyer. Eine Verlängerung der Laufzeiten für die alten, steuerlich abgeschriebenen Atomkraftwerke würde den Energiekonzernen Zusatzgewinne von etwa einer Million Euro pro Tag und Atommeiler bescheren.

Dass es sich bei dem Schreckgespenst einer drohenden Stromlücke um ein reines Scheinargument handelt, hatte Greenpeace bereits 2008 in einer Studie belegt.

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