Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Atomkraft nimmt keine Rücksicht auf die Belange der Menschen, sagt Thomas Breuer, Atomexperte bei Greenpeace. Weder in Frankreich, wo täglich gefährliche Transporte durchs ganze Land gehen, ohne dass die Ängste der Bevölkerung ernst genommen werden, noch hier im Wendland, wo ein Atommüllendlager in einem undichten Salzstock geplant ist.

In Gorleben werden die zwölf Castor-Behälter zunächst für 40 Jahre in das oberirdische Zwischenlager gestellt. Jeder zusätzliche Castor ins Wendland soll das Endlager herbeizwingen. Aber egal wie viele Castoren mit Staatsgewalt ins Zwischenlager gebracht werden, Gorleben wird niemals ein sicheres Endlager werden, sagt Breuer. Der Salzstock in Gorleben ist undicht. Strahlenden Müll unter solchen Bedingungen zu lagern, ist so unverantwortlich wie ein Atomkraftwerk auf einer Erdbebenspalte zu bauen.

Laut der Sicherheitskriterien für die Endlagerung radioaktiver Abfälle in einem Bergwerk der von der Bundesregierung beauftragten Reaktorsicherheitskommission (RSK) von 1983 muss ein sicheres Endlager für hochradioaktiven Müll vor allem eines aufweisen: ausreichende Gesteins-Barrieren zwischen dem Atommüll und dem Grundwasser, um eine radioaktive Verseuchung des Trinkwassers auszuschließen.

Genau das ist in Gorleben aber nicht gegeben. In der so genannten Gorlebener Rinne liegen Geröll und Grundwasser direkt auf dem Salz, das geforderte Deckgebirge fehlt auf einer Fläche von 7,5 Quadratkilometern. Obwohl dies bereits seit den 1980er Jahren bekannt ist, halten Atomkonzerne wie E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW am unsicheren Standort Gorleben fest. In den letzten Jahren hat die Industrie knapp 1,25 Milliarden Euro in Gorleben investiert. (bes)

Update Gorleben - Der Castortransport ist am Dienstagmorgen gegen halb zehn im Zwischenlager Gorleben eingetroffen. Am Verladebahnhof hatte es zunächst eine kleine Panne gegeben, als einer der LKW wegen eines Motorschadens ausfiel. Ein als Reserve bereitgehaltener Truck übernahm die Ladung. Auf dem Gelände des geplanten Endlagers sind die Greenpeacer und Greenpeacerinnen inzwischen vom Förderturm heruntergestiegen.

Greenpeace-Atomexperte Thomas Breuer sieht in den zwölf neu angekommenen Castoren zwölf weitere Beweise für den fehlenden Willen, nach einer sicheren Lösung für den Atommüll auch nur zu suchen. Die Gesundheit zukünftiger Generationen im Wendland sei den Verantwortlichen offensichtlich völlig egal.

Er forderte die rot-grüne Bundesregierung auf, endlich nach anderen Möglichkeiten der Atommüll-Entsorgung suchen zu lassen und den Endlager-Plan für Gorleben zu den Akten zu legen.

Breuer weiter: Der tödliche Unfall des Atomkraftgegners in Frankreich hat uns wie alle Teilnehmer des Protestes und ihre Unterstützer sehr bestürzt. Ein so tragisches Unglück darf in Zukunft nicht wieder vorkommen. Trotzdem müssen und werden die friedlichen Proteste gegen die Atomenergie und die Lagerung von Atommüll in Gorleben weitergehen.

Jetzt mitmachen

Du willst Teil der Energiewende sein?

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Dann besuche in unserer Mitmach-Community Greenwire die Energiewende-Themengruppe und tausche dich mit Anderen aus, finde weitere Mitmachangebote und erfahre mehr über unsere Kampagnen.

Hier lang zur Themengruppe-Energiewende

Themengruppe auf

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Mehr zum Thema

Shut Down of Nuclear Power Plants: AKW Dinosaur in Berlin

Am Ende der Atomkraft

  • 15.04.2023

Welche Wirkung die Gnadenfrist für deutsche Atomkraftwerke hatte, zeigt eine Studie im Auftrag von Greenpeace und Green Planet Energy: kaum eine. Der Abschied von der Atomkraft fällt leicht.

mehr erfahren
Last Resistance Party in Gorleben, Germany

Adieu, Atomkraft

  • 14.04.2023

Nach Jahrzehnten des Protestes steigt Deutschland endlich aus der Atomkraft aus. Roland Hipp, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace Deutschland, blickt zurück - und mit Freude in die Zukunft.

mehr erfahren
Projection for Final Shutdown at Neckarwestheim NPP

Die Mär von der Renaissance der Atomkraft

  • 05.04.2023

Auch wenn vielerorts eine “Renaissance der Atomkraft” herbeigeredet wird, die Fakten sprechen dagegen: Atomenergie ist in Deutschland, im Rest Europas und weltweit auf dem absteigenden Ast.

mehr erfahren
Projektion zum Atomausstieg am AKW Isar 2

Atomkraftwerke abschalten

  • 03.04.2023

Atomkraft ist nicht nur riskant, sondern auch keine Lösung für die Energiekrise. Vor dem Jahrestag der Fukushima-Katastrophe fordern Greenpeace-Aktivist:innen, die deutschen AKW endlich abzuschalten.

mehr erfahren
"Shut Down"-Projektion am AKW Emsland

Atomausstiegsfest

  • 03.04.2023

Die Vorfreude steigt: Nach jahrzehntelangem Einsatz vieler mutiger Menschen steigt Deutschland endlich aus der Atomkraft aus. Diesen Erfolg wollen wir mit euch feiern. In München und Berlin!

mehr erfahren
Balloons on the 'Plein' at The Hague

Scheinlösung Kernfusion

  • 27.03.2023

Ein technologischer Meilenstein, aber kein Modell für die Zukunft: Warum der gelungene Versuch der Kernfusion nicht die Probleme der Gegenwart löst.

mehr erfahren