Jetzt spenden
Eine Aktivistin versieht in einem Geschäft Kleidung mit dem Etikett "Diese Textilie hat Wasserverschmutzung verursacht".
© Stephan Morgenstern / Greenpeace

Neue Label für Levi's-Produkte

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Greenpeace-Aktivisten haben am Samstag bundesweit Jeans, T-Shirts und Jacken von Levi's mit dem Warnhinweis "Diese Textilie hat Wasserverschmutzung verursacht" gekennzeichnet. Der größte Jeans-Hersteller soll keine Chemikalien mehr verwenden, die Flüsse vergiften. Andere Unternehmen haben der Detox-Kampagne von Greenpeace längst zugestimmt: Am Freitag hatte sich die Modekette Esprit nach Mango und Zara zu einer giftfreien Produktion verpflichtet.

In 36 deutschen Städten versehen die Aktivisten Kleidung von Levi's mit neuen Labeln. Zuvor hat Greenpeace giftige Chemikalien in den Produktionsabwässern von Levi's-Lieferanten in Mexiko nachgewiesen. Chemikalien finden sich auch als Rückstände in den Textilien. "Levi's nutzt mexikanische Flüsse als Abwasserkanäle", sagt Manfred Santen, Chemie-Experte von Greenpeace. "Weder die Menschen in Mexiko noch die Kunden in Deutschland akzeptieren eine Textilherstellung auf Kosten von Umwelt und Gesundheit."

In Abwasserproben von mexikanischen Textilfabriken, die Jeans für Levi's herstellen, hat Greenpeace fortpflanzungsschädigende und für Wasserlebewesen giftige Substanzen gefunden. Dazu zählen Tributylphosphat, Trichlorbenzol, chlorierte Aniline, Weichmacher (Phthalate) und Nonylphenolehoxylate (NPE), die im Abwasser zu giftigem Nonylphenol umgewandelt werden. Das Unternehmen Levi Strauss behauptet jedoch in seinem Nachhaltigkeitsbericht, umweltfreundlich zu produzieren und den Einsatz gefährlicher Chemikalien zu kontrollieren.

Neue Label für Levi's-Jeans: "Diese Textilie hat Wasserverschmutzung verursacht"

"Levi's betreibt Greenwashing für seine Blue Jeans", sagt Santen. "Das Unternehmen muss konsequent entgiften und über die Umweltgefährdung durch seine Produktionsstätten informieren."

Faser, Waschanleitung, Produktionsland - mehr Informationen gibt auch das Etikett eines Kleidungsstückes von Levi's nicht preis. Unbekannt bleibt, mit welchen Chemikalien die Baumwolle oder Kunstfaser behandelt wurde. Greenpeace-Aktivisten informieren daher mit der heutigen Kennzeichnung bundesweit über die Umweltfolgen der Levi's-Produktion. Um Verbrauchern den Einkauf giftfreier Mode zu erleichtern, bieten die Greenpeace-Aktivisten auch einen Ratgeber zu Textillabeln an.

Mit der Kampagne Detox fordert Greenpeace weltweit Modemarken auf, saubere Kleidung zu produzieren. Alle großen Hersteller lassen in China, Bangladesch, Pakistan oder Mexiko fertigen - zum Teil mit Chemikalien, die in der EU oder den USA längst verboten sind. Gefährliche Textilchemikalien werden sowohl im Abwasser von Textilfabriken als auch bei der Haushaltswäsche dieser Textilien in Gewässer freigesetzt.

  • Levi´s Detox Kennzeichnung in Frankfurt im Dezember 2012

    Detox-Kennzeichnung an Levi's Produkten

    Überspringe die Bildergalerie
  • Levi's-Label

    Detox Warnhinweis

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie
Toxic Threads: Textilindustrie in Mexiko (Zusammenfassung)

Toxic Threads: Textilindustrie in Mexiko (Zusammenfassung)

3 | DIN A4

125.26 KB

Herunterladen
Datum
Müllhalde mit Kühen in Ghana

Mehr zum Thema

2010 World Cup in South Africa
  • 18.06.2024

Die Fußball-Europameisterschaft ist gestartet. 5 Tipps, wie wir die EM umweltfreundlich feiern können.

mehr erfahren
Aktivist:innen vorm Bundeskanzleramt
  • 24.05.2024

Das europäische Lieferkettengesetz wurde beschlossen, auch trotz der Enthaltung Deutschlands. Die EU hat damit gezeigt: Menschenrechte und Klimaschutz sind wichtiger als Profite von Unternehmen.

mehr erfahren
Pärchen, auf der Handfläche die Welt als Herz
  • 02.05.2024

Deutschland hat seine Ressourcen für 2024 verbraucht. Für jeden weiteren Konsum, zahlen kommende Generationen und andere Länder die Zeche.

mehr erfahren
Zwei Jugendliche halten ein Pappschild "Say no to plastic, save the ocean" .
  • 30.04.2024

Eine historische Chance: Die Vereinten Nationen verhandeln über ein verbindliches globales Abkommen gegen Plastikverschmutzung.

mehr erfahren
Aktive sitzen auf einem einem 3,5 Meter hohen und 12 Meter breiten Textilmüll-Berg  vor dem Brandenburger Tor, auf dem Banner steht "Fast Fashion: Kleider machen Müll".
  • 05.02.2024

Aussortierte Kleidung landet in großem Stil in Afrika – und wird dort zum Plastikmüllproblem. Eine Greenpeace-Recherche zeigt das Ausmaß, Aktive protestieren gegen Fast Fashion auf der Fashion Week.

mehr erfahren
Protest am Amazon-Logistikzentrum Winsen bei Hamburg
  • 11.12.2023

Fabrikneue Ware oder Retouren einfach zerstören? Exzess der Überproduktion und wahnsinnige Ressourcenvergeudung. Wir konnten ein Vernichtungsverbot für unverkaufte Kleidung erreichen.

mehr erfahren