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Fußabdruck in ausgetrockneter Erde
Jeremy Sutton-Hibbert / Greenpeace

Klimafreundliche Ernährung

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Jede Mahlzeit verursacht Emissionen: Ein Kilogramm Rindfleisch verursacht siebzehnmal mehr CO2 wie die gleiche Menge Kartoffeln. Das Schweizer Social Startup Eaternity will ein neues Bewusstsein schaffen und gleichzeitig damit Geld verdienen. Aurelian Jaggi, Mitgründer & Software Entwickler bei Eaternity, erzählt uns, warum das Projekt entstand.

Redaktion: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, die CO2-Emissionen durch Essgewohnheiten zu thematisieren?

Aurelian Jaggi: Die Idee, allen einen Zugang zu klimafreundlicher Ernährung zu bieten, entstand im Rahmen eines Projekts an der ETH Zürich. Dann hat es aber noch ein Jahr gedauert, bis wir ein Pilotprojekt machen konnten. Wir haben dann in einer ersten Aktion drei Wochen lang klimafreundliche Ernährung in der Mensa umgesetzt.

Redaktion: Was wollt ihr erreichen?

Aurelian Jaggi: Es ist viel Forschung zum Thema vorhanden, also Studien darüber, was welchen Einfluss auf das Klima hat und wie groß der jeweilige Fußabdruck ist. Aber es wird nicht angewandt. Noch ist es nicht im Bewusstsein der Leute, obwohl 30 Prozent der privaten Emissionen auf die Ernährung zurückgehen. Wir schlagen eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis, und wollen als Social Business möglichst viel Wirkung erzielen.

Redaktion: Wie sieht denn eine klimafreundliche Ernährung aus?

Aurelian Jaggi: Das ist relativ einfach. Es gibt drei Grundpfeiler: Regionalität, Saisonalität und weniger tierische Produkte. Mit der Regionalität vermeidet man klimaschädliche Flugreisen und mit der Saisonalität Gewächshäuser. Fleisch und Milchprodukte verursachen im Herstellungsprozess hohe CO2-Emissionen. Ein fettiger Cheeseburger belastet das Klima drei Mal so stark wie ein gesundes und schmackhaftes Pilz-Kürbis Risotto.

Redaktion: Ist das nicht mit Verzicht verbunden?

Aurelian Jaggi: Ich bin selber seit einem halben Jahr vegan, einfach mal, um es auszuprobieren und konsequent zu leben. Das ist aber nicht unsere Message: Wir wollen eher zeigen, dass mit einer gesunden und bewussten Wahl dreimal pro Woche bereits viel erreicht ist. Und auch bestehende Menüs können optimiert werden. Wenn ein Gericht in Mensen und Kantinen tausendmal verkauft wird, dann sind auch CO2-Einsparungen von 20 Prozent viel, auch ohne dass jeder Einzelne groß was ändern muss.

Redaktion: Wie kann ich herausfinden, wie hoch der CO2-Gehalt meines Essens ist?

Aurelian Jaggi: Ein solcher Rechner ist in Entwicklung. Künftig sollen auch weitere Umweltfaktoren einbezogen werden, etwa der Wasser- oder Landverbrauch. CO2 ist eben nicht die einzige Umweltdimension. Außerdem entwickeln wir einen Gesundheitsindikator, sodass auch diese Perspektive abgebildet ist.

Redaktion: Wie kommt das Konzept bisher an?

Aurelian Jaggi: Es entwickelt sich gut, denn viele Mitarbeiter fordern immer mehr, dass ihre Arbeitgeber sich um ihre Angestellten kümmern. Gesunde Verpflegung gehört dazu, neuerdings auch Verantwortung in der Nachhaltigkeit. Dieses Bedürfnis wird an den Systemgastronomen weitergegeben - den wir bedienen. Man muss aufpassen, wie man die Leute abholt: Wir wollen die Wahl nicht einschränken, wir wollen zum einen Transparenz und zum anderen auch ein Angebot schaffen. Denn Essen ist ein emotionales Thema.

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