Jetzt spenden
Eisschollen schwimmen auf dem Baikalsee April 2004
Takeshi Mizukoshi / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Zurückzuführen ist der Weltwassertag auf eine Initiative der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (UNCED). Dieses Jahr steht der Tag unter dem Motto Clean Water For a Healthy World - Sauberes Wasser für eine gesunde Welt. Die Vereinten Nationen möchten mit diesem Tag Regierungen, Unternehmen, und alle Menschen weltweit dazu ermutigen, sich aktiv für einen vorbeugenden Schutz der Wasserqualität einzusetzen.

Das Problem wird immer drängender: Zunehmende Trockenheit in vielen Gebieten, vor allem in Afrika und Asien, bedroht die biologische Vielfalt. Mehr als eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und müssen es aus verschmutzten Quellen, Brunnen, Teichen oder Flüssen beziehen. Nahezu die Hälfte der Weltbevölkerung hat bis heute keine sanitären Einrichtungen oder eine Abwasserentsorgung: Durchfallerkrankungen sind eine der häufigsten Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren. Verunreinigtes Trinkwasser und unhygienische Lebensverhältnisse sind Auslöser für Seuchen wie Cholera, Ruhr, Campylobacter oder Typhus. Das Milleniumsziel, bis 2015 doppelt so vielen Menschen eine geordnete Abwasserentsorgung zu ermöglichen, wird um rund eine Milliarde Menschen verfehlt werden.

Nachhaltig wirtschaften

Doch noch hat sich in den Köpfen der Menschen nicht viel bewegt. Wasser wird weiter gedankenlos verschwendet. Der Weltwasserverbrauch hat sich zwischen 1930 und 2002 etwa versechsfacht, obwohl die Welt nach Einschätzung der UN auf einen dramatischen Wassermangel zusteuert.

Beispiele für die Verschwendung gibt es viele: Der Abbau von Braunkohle führt zu einer unglaublichen Verschwendung von Trinkwasser und zu schweren ökologischen Schäden. Um Braunkohle zu gewinnen, muss der Grundwasserspiegel abgesenkt werden. Die katastrophalen Folgen: Großräumige Grundwasserabsenkungen, Erschwerung der Trinkwassergewinnung, Bodenabsenkungen und schwere Schäden an Pflanzen und Tierwelt. Bei der Ölförderung wird Trinkwasser mit Chrom, Salz, Zyanid, Nickel, Kadmium, Bor, Strontium, Barium, Arsen und Blei verseucht. Durch Abwässer der Industrie und den Einsatz von Dünger in der Landwirtschaft werden Flüsse und Seen mit Pestiziden und Schwermetallen belastet, so dass Pflanzen und Tiere ihrer Lebensgrundlage beraubt werden. Bereits 40 Prozent der Wasserfläche, besonders die Nordsee, die östliche Karibik und das ostchinesische Meer, sind durch den Menschen verunreinigt.

Greenpeace setzt sich seit Jahrzehnten aktiv für den Schutz der Gewässer ein. So kämpfte die Umweltorganisation jahrelang dafür, den Baikalsee zum Weltkulturerbe zu ernennen. Dies gelang 1996, doch heute leitet die russische Zellstofffabrik Baikalsk Pulp And Paper Mill (BPPM) wieder ungefiltert Abwässer in den Baikalsee und ist damit hauptverantwortlich für dessen Verschmutzung. Die Fabrik war wegen Umweltbedenken zunächst geschlossen worden, doch eine neue Verordnung der russischen Regierung erlaubt zukünftig die Deponie und Verbrennung von Giftabfällen rund um den größten Süßwassersee der Welt.

Greenpeace hofft nun auf den russischen Präsidenten Dimitri Medwedew. In einem offenen Protestbrief wird er aufgefordert, sich für den Schutz des Sees einzusetzen. Der Brief kann von jedem unterschrieben und per E-Mail an Medwedew gesendet werden.

Mit der Ressource Wasser muss endlich nachhaltig umgegangen werden. Nur dann können die Ökosysteme am Leben erhalten werden.

Vogel über Müllberg

Mehr zum Thema

Studioaufnahme: Textilien von Shein auf einem Haufen

Schäm dich, Shein

Schnell, billig, rücksichtslos – das ist das Geschäftsmodell von Fast-Fashion-Konzern Shein. Greenpeace hat zum dritten Mal Produkte ins Labor geschickt – wieder mit beunruhigenden Ergebnissen.

mehr erfahren über Schäm dich, Shein
Vreni mit Sonnenbrille

Vreni Jäckle: Mode ist politisch

Vreni ist Gründungsmitglied der Fashion Changers. Im Interview zeigt sie, wie Mode eng mit Politik, Diskriminierung und Aktivismus verbunden ist.

mehr erfahren über Vreni Jäckle: Mode ist politisch
Phoebe steht vor einer Zimmertür.

Mit Phoebe die Masche der Industrie checken

In einer Welt, in der das nächste Kleidungsstück immer nur einen Klick weit entfernt ist, zeigt Phoebe, wo wir genauer hinschauen können – auf Verarbeitung, Materialien und die Versprechen der Marken.

mehr erfahren über Mit Phoebe die Masche der Industrie checken
Larissa fotografiert sich im Spiegel

Mit Larissa den eigenen Style finden

Larissa aka larytales zeigt auf Social Media, wie sie Slow Fashion mit dem ultimativen Organisations-Tool der Fashion-Welt lebt: der Capsule Wardrobe. Wie das klappt, verrät sie im Interview.

mehr erfahren über Mit Larissa den eigenen Style finden
Discokugel und Konfetti

Silvester ohne Umweltverschmutzung: 6 nachhaltige Tipps

Die Silvesterfeier ist ein guter Moment, um alte, unschöne Gewohnheiten hinter sich zu lassen und nachhaltiger ins neue Jahr zu starten.

mehr erfahren über Silvester ohne Umweltverschmutzung: 6 nachhaltige Tipps
Nach oben gereckte Arme hinter einem rosa Kleiderhaufen

Umfrage: Kaufverhalten bei Kleidung

Fünf Milliarden Kleidungsstücke – doch ein Drittel bleibt ungetragen. Eine Greenpeace-Umfrage zeigt: Kleidung wird immer schneller aussortiert.

mehr erfahren über Umfrage: Kaufverhalten bei Kleidung