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Greenpeace-Aktivisten protestieren vor dem Seoul-World-Cup-Stadium in Korea, gegen Adidas und fordern giftfreie Sportkleidung, 28.05.2014
Lim Tae Hoon / Greenpeace

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Im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft hatte Greenpeace Adidas im Rahmen der Detox-Kampagne aufgefordert, Wort zu halten und endlich Sportartikel ohne Gift herzustellen. Jetzt verpflichtet sich der Sportkonzern auf konkrete Zwischenziele.

Ein altes Versprechen, das jetzt gehalten werden soll

Das Versprechen, bis 2020 giftfrei produzieren zu wollen, gab es von Adidas schon vor drei Jahren. Konkrete Taten und glaubwürdige Schritte blieben bislang aber aus. Anfang Mai hatte ein neuer Greenpeace-Report eine ganze Reihe von Schadstoffen in den neuen WM-Kollektionen von Adidas, Nike und Puma nachgewiesen. Aus diesem Grund protestierten Ende Mai Greenpeace-Aktivisten in mehr als 30 Städten in Deutschland, Asien und Lateinamerika vor Adidas-Geschäften. Mit einer virtuellen La-Ola-Welle forderten zudem Konsumenten weltweit von Adidas, fair zu spielen und giftfrei zu produzieren.

Schrittweise soll entgiftet werden

Nach erneuten Verhandlungen legt der Konzern jetzt einen konkreten Fahrplan vor, wie schrittweise entgiftet werden soll. Adidas sichert darin zu, dass bereits jetzt 90 Prozent aller Produkte weltweit frei von den besonders gefährlichen per- und polyfluorierten Chemikalien sind. Bis Ende 2017 soll die Anzahl der PFC-freien Produkte auf 99 Prozent steigen und bis 2020 sollen alle Produkte sauber sein. PFC machen Kleidung und Schuhe schmutz- und wasserabweisend, können aber das Immunsystem und das Fortpflanzungssystem schädigen.

„Der Druck hat gewirkt - rechtzeitig zur WM macht Adidas entscheidende Schritte nach vorn und übernimmt eine Führungsrolle in der Sportartikelbranche“, sagt Manfred Santen, Chemieexperte von Greenpeace.

Adidas verspricht: Mehr Transparenz für Verbraucher

Auch auf die Forderung nach vollständiger Transparenz der Produktionsbedingungen bis 2020 hat Adidas mit ehrgeizigen neuen Zwischenzielen reagiert. Damit die betroffenen Menschen erfahren können, aus welchen Fabriken welche Schadstoffe in die Gewässer gelangen, wird Adidas bis Ende 2014 die Abwasserdaten von 99 Prozent aller Lieferanten in China veröffentlichen. Bis Mitte 2016 sind es 80 Prozent aller Abwasserdaten des Konzerns weltweit.

Insbesondere China ringt mit einer gewaltigen Gewässerverschmutzung, an der auch die Textilindustrie schuld ist: Etwa die Hälfte der ländlichen Bevölkerung hat keinen Zugang zu Trinkwasser, das internationale Standards erfüllt.

Die Kurskorrektur von Adidas ist umso bedeutender, weil das Unternehmen als erste Sport- und Outdoor-Firma zusichert, bis 2017 nahezu komplett PFC-frei zu produzieren. Zudem verpflichtet sich der Konzern, ab dem 1. Januar 2018 die restlichen PFC-haltigen Produkte auf der eigenen Website zu veröffentlichen. „Der jüngste Ausstiegsplan ist ein klares Signal: Globale Firmen wie Adidas haben die Macht und die Verantwortung, gefährliche Gifte aus der Produktion zu kicken“, so Santen. „Jetzt ist es Zeit für Nike und Puma, nachzuziehen.“ 

Rote Karte für Sportmarken

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