Skip to main content
Jetzt spenden
carrier Clemenceau
© Greenpeace/Photographer

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Das sah Ende vergangenen Jahres noch ganz anders aus. Aus Toulon brach der Konvoi - ausgeschlachteter Schiffsrumpf und Schlepper - nach Indien auf. Dort sollte der asbestverseuchte Stahlgigant auf dem Schiffsfriedhof Alang unter unsäglichen Umständen zerlegt werden. Teilweise mit bloßen Händen, ohne Schutzbekleidung und oftmals ohne sachgerechte Fachkenntnisse wären dort die gefährliche Arbeiten erledigt worden. Maßnahmen zum Schutz der Umwelt vor den Giftstoffen aus den Schiffswracks haben dort Seltenheitswert.{image_r}

Greenpeace-Aktivisten erkletterten im Mittelmeer den Schiffsrumpf und forderten die Umkehr. Doch die Fahrt ging weiter. Nach langem Hin- und Her ließ Ägypten den Konvoi den Suezkanal passieren. Erst eine Klage vor dem Staatsrat in Paris, Frankreichs höchstem Verwaltungsgericht, brachte die Wende: Mitte Februar entschied der Gerichtshof, das die Verschrottung der Schiffsrumpfes in Indien unzulässig sei. Der französische Staatspräsident Jacques Chirac stoppte daraufhin den Versuch, den Asbest außerhalb Frankreichs loszuwerden und pfiff den Konvoi zurück.

Heute geht eine Geschichte zu Ende und eine andere beginnt, sagte Greenpeace-Sprecher Yannick Jadot. Frankreich hat sich bereit erklärt, Strukturen zum Verschrotten von Schiffen zu schaffen. Indien und Bangladesch weisen belastete Schiffe zurück. Die Verschrottung kann nicht mehr auf dem Rücken der indischen Arbeiter ausgetragen werden.

Nächstes Asbestwrack mit Kurs Indien

Während Frankreich scheinbar seine Lektion gelernt hat, kümmert sich die indische Regierung nicht weiter um die katastrophalen Zustände im eigenen Land wie beispielsweise in Alang. Greenpeace wirft Neu-Delhi vor, keine nachhaltigen Alternativen zum sauberen Abwracken zu suchen. Diese müssten die Belange von Industrie und Arbeitern berücksichtigen. Folglich hat bereits das nächste Asbestschiff Kurs auf Indien genommen.

Das Kreuzfahrschiff, das mehrmals den Namen wechselte und schon France, Blue Lady oder Norway hieß, wird in Alang erwartet. Trotz der weitverbreiteten Auffassung, dass die Zustände in Alang eine nationale Schande sind und umgehend reformiert werden müsste, erhält man von der indischen Regierung nur Lippenbekenntnisse, sagt Ramapati Kumar, Chemieexperte von Greenpeace Indien.

  • Arbeiter verbrennen Gummi und Ölreste in Alang im Januar 1998

    Am Strand der Bucht von Alang werden Schiffe abgewrackt

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Mehr zum Thema

Rike Bröhan (Recy-Kids) zeigt Upcycling bei der Make-Smthng-Week

Klimageschenk

  • 09.12.2021

Dieses Weihnachten klimagerecht schenken.

mehr erfahren
Factory Worker in Guangdong Province

Wie umweltfreundlich ist die Textilindustrie?

  • 23.11.2021

Während die Modeindustrie auf dem Weg zu giftfreier Produktion weit vorangekommen ist, verschärft sie mit ungebremster Massenproduktion die Klimakrise, so ein Greenpeace-Report.

mehr erfahren
Wissenschaftlerin untersucht Wasserprobe

Nicht sauber, sondern Rhein

  • 11.11.2021

Wer verschmutzt den Rhein mit Mikroplastik? Der zweite Teil einer Greenpeace-Studie nimmt sich erneut Deutschlands wichtigste Wasserstraße vor – und findet keine Verbesserung.

mehr erfahren
Greenpeace-Aktive in Stutgart beim Clean-up-Day

Markenzeichen Müll

  • 25.10.2021

Plastikproduzenten ignorieren ihre Verantwortung für die Umwelt. Eine Markenanalyse von Break Free From Plastic nennt die größten Verschmutzer jedes Jahr beim Namen.

mehr erfahren
Aufräumarbeiten am Strand im Senegal

Vom Regen in die Traufe

  • 22.10.2021

Ölunternehmen tauschen ein Übel gegen das andere: Sie produzieren zukünftig weniger Benzin, dafür mehr Plastik. Das verschärft das Müllproblem – und ist ebenso klimaschädlich.

mehr erfahren
No-PFC-Banner in Gegenlicht

Ein Gewinn für die Umwelt

  • 01.10.2021

Der Hersteller von Gore-Tex wird in seiner Outdoorbekleidung keine umweltschädlichen polyfluorierten Chemikalien mehr verwenden: ein Erfolg der Greenpeace-Detox-Kampagne.

mehr erfahren