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Kinderkleidung und Schuhe vom Discounter, September 2014
Fred Dott / Greenpeace

Aldi auf sauberem Kurs

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Deutschlands größter Discounter reagiert auf Detox-Kampagne von Greenpeace: Aldi verpflichtet sich, weltweit bis zum Jahr 2020 alle umwelt- und gesundheitsschädlichen Chemikalien aus seiner  Textilproduktion zu verbannen.

„Mit billigsten Textilien lockt Aldi Woche für Woche seine Kunden in die Läden“, sagt Kirsten Brodde,  Greenpeace-Expertin für Textilien. „Jetzt hat Aldi erkannt, dass diese Ware ohne giftige Chemie produziert sein muss.“

Aldis Textilgeschäft ist riesig, das Unternehmen macht damit pro Jahr etwa 2,5 Milliarden Euro Umsatz – das sind knapp zehn Prozent des Gesamtumsatzes von 27,5 Milliarden Euro. Nun veröffentlicht der Discounter einen detaillierten Plan zur Entgiftung und reagiert damit auf die Forderungen der Detox-Kampagne von Greenpeace.

Aldis Fahrplan zur giftfreien Produktion

Das heißt im Detail, dass Aldi gefährliche Schadstoffe wie Alkylphenolethoxylate (APEO) bis Ende Juni 2016 aus den Textilien verbannen will. Die Abbauprodukte von APEOs sind hochgiftig für Wasserorganismen. Die Substanzen geraten zunächst in den Produktionsländern in die Abwässer, dann über das Waschen auch bei uns. Per- und polyfluorierte Chemikalien, die das Immunsystem und die Fortpflanzung schädigen können,  sollen bis spätestens Ende 2016 aus der Produktion verschwinden.

Aldi will außerdem transparenter sein: Damit sich die Bevölkerung im Umfeld der Fabriken über die Chemikalien in ihren Gewässern informieren kann, werden 80 Prozent der Aldi-Lieferanten, ihre Abwasserdaten bis Ende März 2016 offenlegen.

Die Verpflichtung bezieht sich auf das gesamte eigene Sortiment an Textilien und Schuhen.  Außerdem gehören alle Heimtextilien wie Handtücher oder Bettwäsche dazu. Bis Ende Juni 2016 will Aldi zudem ein Programm für „nachhaltigen Konsum“ aufsetzen.

Die Detox-Kampagne setzt ihren Erfolg fort

Im Herbst vergangenen Jahres ließ Greenpeace im Zuge der Detox-Kampagne Kinderkleidung und Kinderschuhe verschiedener Discounter auf gefährliche Chemikalien testen. Dabei hatten Aldi Nord und Süd schlecht abgeschnitten. Im Discounter-Einkaufsratgeber attestierte Greenpeace der Einzelhandelskette Schwächen bei Rohstoff-Einsatz, Sozialstandards in der Fertigung sowie Nachholbedarf bei der Wiederverwertbarkeit der Textilien.

Auf die Greenpeace-Detox-Kampagne haben sowohl Lidl als auch Rewe/Penny und der Hamburger Handelsriese Tchibo bereits reagiert. Sie kündigten an, ihre Produktion zu entgiften. Ein großer Erfolg, dass nun Aldi nachzieht.

Mit diesem Schritt schwenkt die Textilherstellung der Discounter insgesamt auf einen umweltverträglicheren Kurs um. Tchibo will sogar ein Rücknahme- und Recycling-Programm einführen. Dies ist umso bedeutender angesichts des rasant wachsenden Textilgeschäfts der Discounter: Jede Woche werfen die Billig-Supermärkte gewaltige Stückzahlen von Textilien und Schuhen zu Billigpreisen auf den Markt. Aldi ist der neuntgrößte deutsche Modehändler. Auch Lidl und Tchibo zählen zu den Top Ten.

Weltweiter Wandel in Sicht

Auch international feierte die Greenpeace-Kampagne Erfolge: Bereits 24 international führende Modeunternehmen und sechs italienische Zulieferer haben sich verpflichtet, ihre Produktion bis 2020 zu entgiften. „Weg vom Viel-und-Billig-Schick – diese Haltung erwarten wir nun auch von den weltweit größten Einzelhändlern Wal-Mart, Carrefour oder Tesco“, fordert Brodde.

Denn die Abwässer der Textilfabriken verunreinigen Gewässer weltweit. In den asiatischen Produktionsländern ist das Problem besonders gravierend. In China sind etwa zwei Drittel der Gewässer mit gefährlichen Chemikalien kontaminiert – sie stammen maßgeblich aus der Textilindustrie. 

Chemikalien in Supermarkt-Kleidung - Ergebnisse und Methoden 2014-10

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