Skip to main content
Jetzt spenden
Buchenwald im Spessart
Oliver Soulas / Greenpeace

Greenpeace schützt alte Buchenwälder im Spessart

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Im Februar 2012 logierten Greenpeace-Aktive in einem Waldcamp im Spessart - umgeben von über 140 Jahre alten Buchen und Eichen. Diese sind dringend vor profitorientiertem Einschlag zu schützen.

Seit Anfang Februar 2012 logieren Greenpeace-Aktivisten in einem Waldcamp im Spessart - umgeben von über 140 Jahre alten Buchen und Eichen. Damit diese wertvollen Bäume auch in Zukunft dort stehen, müssen sie dringend vor profitorientiertem Einschlag geschützt werden. Greenpeace dokumentiert den Bestand vor Ort, da die bayerische Landesregierung Informationen über öffentliche Waldflächen zurückhält.

Mit GPS-Geräten erstellen bis zu 20 Aktivist:innen vor Ort Karten, um die ökologisch wertvollen alten Buchen und Eichen zu erfassen. Da die Landesregierung in Bayern keine Auskünfte gibt, ist nicht erkennbar, welche Gebiete unter Schutz stehen und an welchen Stellen eingeschlagen wird. Die von Greenpeace selbst erstellten Karten werden laufend aktualisiert und sollen auch veröffentlicht werden.

"Wir brauchen dringend Auskunft, wo sich die besonders wertvollen Bestände befinden", sagt Martin Kaiser, Waldexperte von Greenpeace. Nur so können wir sicher gehen, dass diese Wälder ausreichend geschützt werden können.

Bayern hat schon zuvor Auskünfte verweigert

Greenpeace fordert einen sofortigen Einschlagstopp für alle Buchen- und Laubwälder in Deutschland, die über 140 Jahre alt sind. Er soll so lange gelten, bis die Forstwirtschaft zehn Prozent des öffentlichen Waldes nicht mehr nutzt.

Die alten Wälder sind in mehrerlei Hinsicht wichtig. Ungenutzte Buchenwälder tragen zum Schutz der Artenvielfalt bei und leisten zudem als CO2-Speicher einen großen Beitrag zum Klimaschutz.

Es ist nicht das erste Mal, dass Bayern Auskünfte über öffentliche Waldflächen verweigert. Die Begründung von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU): Er habe dem Präsidenten der bayerischen Waldbesitzer in die Hand versprochen, dass Bayern keine Daten liefern werde. Wenn die bayerischen Behörden Informationen über öffentliche Wälder zur Geheimsache machen, dann müssen wir sie selbst beschaffen, so Martin Kaiser von Greenpeace.

Einige alte Buchenwälder in Deutschland gehören zum Weltnaturerbe

Europaweit gilt der Nordwesten Bayerns als eines der bedeutendsten alten Buchenwälder-Gebiete. Auch die UNESCO hat den Wert dieser Gebiete erkannt. Im Herbst 2010 erklärte sie ausgewählte alte Buchenwälder in Deutschland zum Weltnaturerbe. Diese Flächen reichen aber nicht aus, um die internationalen und nationalen Ziele zum Schutz der Artenvielfalt zu erreichen. Derzeit steht weniger als ein Prozent Wald in Deutschland unter verbindlichem Schutz vor der Säge.

2007 hat die Bundesregierung die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt beschlossen. Diese sieht vor, zehn Prozent der öffentlichen Wälder der Natur zu überlassen, statt sie für die Forstwirtschaft zu nutzen. Der bayerische Ministerpräsident muss die Verantwortung für die Ziele der Bundesregierung übernehmen, so Kaiser. Auch in Bayern befinden sich Wälder mit herausragender Bedeutung für Klimaschutz und Artenvielfalt.

  • Grafik: CO2-Aufnahme der Wälder in Deutschland sinkt dramatisch

    Die CO2-Aufnahme der Wälder in Deutschland sinkt dramatisch

    Überspringe die Bildergalerie
  • Offizielle Forstplanung der deutschen Bundesregierung bis 2020

    Forstplanung bis 2020

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Jetzt mitmachen

Du willst aktiv werden für den Waldschutz?

Live-Ticker auf der Fassade des EU-Ratssitzes in Brüssel zeigt Waldzerstörung in Echtzeit

Dann besuche in unserer Mitmach-Community Greenwire die Wald-Themengruppe und tausche dich mit Anderen aus, finde weitere Mitmachangebote und erfahre mehr über unsere Kampagnen.

Hier lang zur Themengruppe-Wald

Themengruppe auf

Live-Ticker auf der Fassade des EU-Ratssitzes in Brüssel zeigt Waldzerstörung in Echtzeit

Mehr zum Thema

verbranntes Holz

Heizen mit Holz: Eine schlechte Alternative zu Gas, Öl und Kohle

  • 30.08.2022

Hitze, Dürre, Borkenkäfer und Brände – die letzten Sommer haben unseren Wäldern stark zugesetzt. Und hinter den Kulissen wächst eine weitere Bedrohung rasant: Holzverbrennung zur Energiegewinnung.

mehr erfahren
Greenpeace-Aktive demonstrieren vor einem Kraftwerk, das ganze Bäume verheizt.

Ein Scheiterhaufen der Energiekrise

  • 25.08.2022

In Schutzgebieten liegen zahlreiche Haufen gefällter Bäume. Greenpeace-Aktive wollten wissen: Was passiert mit diesen Stämmen? Eine Tracking-Recherche

mehr erfahren
Aerials of Forest Fire in Brandenburg, Germany

Klimawandel und Wald in Deutschland

  • 30.06.2022

Klimawandel und Wald hängen zusammen: Dürre und Brände nehmen weltweit und auch in Deutschland zu. Zugleich heizt die Waldzerstörung die Klimakrise an, denn Wälder speichern CO2 und kühlen das Klima.

mehr erfahren
Alte Buche im Kellerwald

Interview: Wälder brauchen Schutz statt Sägen

  • 22.06.2022

Unseren Wäldern geht es schlecht. Selbst in Schutzgebieten werden massiv Bäume gefällt. Sie brauchen besseren Schutz – auch aus rechtlicher Sicht. Zwei Wald-Expertinnen von Greenpeace erklären warum.

mehr erfahren
Windpark bei Petkus

Wie Windenergie und Waldschutz zusammenpassen

  • 15.06.2022

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch das Windenergie-an-Land-Gesetz beschlossen: Zwei Prozent der Fläche in Deutschland müssen für Windkraft zur Verfügung stehen - für den Wald potenziell gefährlich.

mehr erfahren
Michael Kunkel, Mitgründer der Bürgerbewegung „Freunde des Spessarts“  im Wald

Michael Kunkel über den Spessart

  • 16.03.2022

Der Naturpark Spessart in Nordwest-Bayern ist einer der größten zusammenhängenden Laubmischwälder Deutschlands. Weite Teile stehen als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) unter Schutz.

mehr erfahren