Waldzustandsbericht 2025: Wäldern geht's weiterhin schlecht
- Ein Artikel von Miryam Nadkarni & Sandra Hieke
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Waldzustandsbericht 2025: 80 Prozent der Bäume in Deutschland sind krank. Zeit für ein echtes Umdenken in der Forstwirtschaft.
Der Zustand der deutschen Wälder bleibt katastrophal. Das zeigt der neue Waldzustandsbericht 2025, den Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) im Mai 2026 vorgestellt hat. Zwar spricht das Ministerium von einer leichten „Stabilisierung“ im Vergleich zum Vorjahr. Zitat: „Weiterhin ist jeder fünfte Baum gesund.“ Doch ein Blick auf die nackten Zahlen zeigt, dass es absolut keinen Grund zur Entwarnung gibt: Vier von fünf Bäumen in Deutschland sind krank.
„Wenn Landwirtschaftsminister Rainer betont, dass ‚jeder fünfte Baum gesund‘ sei, ist das kein Grund zur Entwarnung, sondern ein massives Alarmzeichen. Anders ausgedrückt sind nämlich achtzig Prozent unserer Bäume krank.“
Trauriger Abwärtstrend seit den 1980ern
Der Bericht dokumentiert seit Jahrzehnten den Zustand der Baumkronen in unseren Wäldern. Und die Kurve zeigt steil nach unten: In den 1980er-Jahren wies etwa jeder zweite Baum Krankheitssymptome auf.
Seit 2022 hat sich die Lage dramatisch zugespitzt: Seit nunmehr vier Jahren verharren wir auf einem historischen Tiefstand – 80 Prozent der Bäume sind geschädigt.
Schuld daran ist nicht allein die Klimakrise. Die intensive forstwirtschaftliche Nutzung schwächt die Wälder zusätzlich. Sie verlieren dadurch ihre natürliche Fähigkeit, sich selbst zu kühlen und Feuchtigkeit zu speichern. Das macht sie extrem anfällig für Dürren und Waldbrände.
Schutzgebiete oft nur auf dem Papier
Wertvolle Wälder werden in Deutschland nicht konsequent genug geschützt.
Eine Greenpeace-Analyse zeigt das ganze Ausmaß des politischen Versagens: Mindestens 15 Prozent unserer Wälder gelten demnach als ökologisch wertvoll und streng schützenswert.
Zwar liegen knapp 80 Prozent dieser Flächen bereits in offiziellen Schutzgebieten – doch das ist oft nur ein Schein-Schutz. Der Großteil dieser Gebiete schützt die Wälder rechtlich überhaupt nicht vor Kettensäge und Holzeinschlag.
Am Ende sind gerade einmal mickrige 2,8 Prozent der deutschen Wälder wirklich streng vor forstwirtschaftlicher Nutzung geschützt.
„Alle Jahre wieder dokumentiert das Ministerium die miserablen Ergebnisse im Waldzustandsbericht – und alle Jahre wieder bleibt das ohne wirksame politische Konsequenzen. Minister Rainer muss jetzt endlich umsteuern und international längst vereinbarte Schutzziele umsetzen. Sonst können wir das Ergebnis des nächsten Waldzustandsberichts schon jetzt vorhersagen: Vier von fünf Bäumen werden weiterhin krank sein. Oder schlimmer.“
Back to the roots: Wie unsere Wälder wieder gesund werden
Es gibt kaum noch naturnahe Wälder in Deutschland. Doch gerade die sind für die Artenvielfalt und das Klima wichtig. Um die Wälder zu unseren Verbündeten beim Klimaschutz zu machen, muss man sich bei ihrer Bewirtschaftung an den natürlichen Abläufen orientieren. Dann entwickeln sich Waldstrukturen, die der ursprünglichen Natur immer ähnlicher sind. Sie können Dürren, Stürmen und anderen Wetterextremen wieder besser standhalten – und das ist in der Klimakrise dringend nötig. Dass Wälder wieder naturnaher werden können, wenn man sie ökologisch verträglich bewirtschaftet, zeigen die Stadtwälder Lübeck und Göttingen, die dies bereits seit Jahrzehnten umsetzen.