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Buchenwald in einem Sumpfgebiet in der Schorfheide Chorin
Eberhard Weckenmann/Greenpeace

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Die Grüne Woche ist der Anlass für die gemeinsame Forderung von Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), NABU, Forum Umwelt und Entwicklung und Greenpeace. Der Einschlagstopp soll aber erst der Anfang einer Entscheidung zum Schutz alter Laubwälder sein. Zehn Prozent der öffentlichen Bestände sollen auf zusammenhängenden Flächen aus der forstlichen Nutzung genommen werden. Zudem sollen diese Gebiete rechtlich verbindlich als Urwälder von morgen ausgewiesen werden.

Ökologischer Wert alter Laubwälder längst bekannt

In Deutschland steht weniger als ein Prozent Wald unter Schutz. In Brasilien, beispielsweise, liegt diese Zahl deutlich höher. 30 Prozent des Amazonas-Urwaldes sind dort geschützt.

Wir beobachten, dass in den letzten zehn Jahren zunehmend wertvolle Altbestände eingeschlagen werden, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Die Sonntagsreden der Landesforstminister zur Verantwortung der Forstwirtschaft für die Gesellschaft sind wenig glaubwürdig, wenn sie diese Urwälder von morgen je nach Haushaltslage den kurzfristigen Profitinteressen der staatlichen Forstbetriebe opfern.

Schlupflöcher in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt

2007 hat die Bundesregierung die sogenannte Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt verabschiedet. Bei der Umsetzung versuchen einige Bundesländer zu tricksen. Sie summieren kleinste Flächen auf, statt zusammenhängende Flächen zu schützen. Auf diese Weise umgehen sie die Ausweisung von Schutzgebieten.

Dabei sind gerade zusammenhängende Waldgebiete besonders wichtig für die Biodiversität. Alte Laubwälder dienen nicht nur als Heimat für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Sie sind auch wichtig für die Speicherung von Kohlenstoff. Wir brauchen diese Wälder zum Erhalt der biologischen Vielfalt, zur dynamischen Anpassung an den Klimawandel, zum Beobachten und Lernen, sagt Jürgen Maier, Geschäftsführer des Forums Umwelt und Entwicklung.

Bundesregierung muss endlich handeln

Bisher hat die Bundesregierung nichts getan, um das schleichende Verschwinden dieser ökologisch wertvollen Waldgebiete zu verhindern, kritisiert Brigitte Behrens. Wie wertvoll diese alten Bestände sind, hat auch die UNESCO erkannt. Alte Buchenwälder sind inzwischen als Weltnaturerbe anerkannt - allerdings auf viel zu kleiner Fläche. Die Bundesregierung muss Wälder, die sich für die Ausweisung als Schutzgebiete besonders gut eignen, ebenso erfassen wie die bereits geschützten Waldgebiete, fordert auch der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

  • Schorfheide in Brandenburg: Totholz im Buchenwald

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  • Schwarzspecht im Kellerwald

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  • Buchen im Kellerwald

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Greenpeace-Gutachten: Rotbuchenwälder im Verbund schützen (Langfassung)

Greenpeace-Gutachten: Rotbuchenwälder im Verbund schützen (Langfassung)

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