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Finnwalfleisch-Protest in Hamburg
Daniel Mueller / Greenpeace

Stop von Walfleischtransporten - Reeder unterstützen Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Der Verband Deutscher Reeder VDR unterstützt die Forderung von Greenpeace, die bestehende Gesetzeslücke im Walschutz zu schließen. Der Großteil der deutschen Fischbranche will nichts für den Schutz bedrohter Wale unternehmen. Greenpeace hatte 53 Fischfirmen aufgefordert, ihre Geschäftsbeziehungen zu HB Grandi, der größten isländischen Fischereifirma, zu prüfen und beenden - doch auf freiwilliger Basis sprach sich einzig die Firma Frosta öffentlich gegen zukünftige Geschäfte mit HB Grandi aus.

Der Verband Deutscher Reeder ist mit über 200 ordentlichen Mitgliedern der größte Branchenverband des Schiffssektors. „Der Appell des Verbands Deutscher Reeder an die Bundesregierung, die Lücke im Walschutz zu schließen, ist gut. Aber eine deutliche Unterstützung für ein rechtlich verbindliches Durchfuhrverbot von Walfleisch wäre nötig gewesen", sagt Iris Menn, Meeresexpertin bei Greenpeace.

Islands Walfänger konnten bisher vor allem den Seeweg nutzen, um ihre blutige Fracht über Deutschland zu transportieren. Die Reeder tragen daran Verantwortung und sollten daher ein deutliches Zeichen setzen. Auf freiwilliger Basis sind Walfleischtransporte durch deutsche Häfen nicht zu verhindern. Ein Verbot ist der einzig richtige Schluss.

Die aktuelle Walfleischdebatte ausgelöst hatte der erfolgreiche Protest von Greenpeace-Aktivisten, die am 5. Juli im Hamburger Hafen einen Transport von sechs Containern mit Finnwalfleisch aufgedeckt hatten.

Wale haben keine Wahl - Altmaier bleibt untätig beim Artenschutz

Minister Altmaier hatte sich mehrfach für den Walschutz ausgesprochen. Eine Bitte des Ministers an die Betreiber der drei großen deutschen Seehäfen, freiwillig auf den Umschlag von Walfleisch zu verzichten, war jedoch die einzige handfeste Tat. Nach Kenntnis von Greenpeace haben bisher Niedersachsen und Hamburg geantwortet. Wie der Reederverband sehen auch die Häfen keine Möglichkeit, eine freiwillige Verpflichtung durchzusetzen und wollen deshalb eine solche nicht eingehen. Eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Ingbert Liebing sowie eine Kleine Anfrage der Partei Bündnis 90/Die Grünen beantwortete die Bundesregierung nur ausweichend: Man habe in der Verbotsfrage noch nicht abschließend beraten. Greenpeace hatte dem Bundesumweltministerium am 1. August eine Rechtsexpertise vorgelegt, die zeigt, dass ein Walfleisch-Transitverbot im Bundesnaturschutzgesetz verankert werden kann.

Greenpeace-Rechtsexpertise zum Durchfuhrverbot von Walfleisch

Greenpeace-Rechtsexpertise zum Durchfuhrverbot von Walfleisch

15 | DIN A4

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