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Mangrovenwälder - auch Regenwälder der Küsten genannt - sind etwas ganz Besonderes: Sie wachsen im Wasser. Wie auf Stelzen ragen die Bäume mit ihren langen verzweigten Stützwurzeln aus schlammigen Gezeitengewässern und Flüssen. Die Pflanzen sind perfekt an das Leben sowohl in Salz- als auch in Süßwasser angepasst und stellen ein wichtiges Küstenbollwerk gegen Stürme und Erosion dar. Im Schutz der Bäume hat sich eine erstaunliche Artenvielfalt herausgebildet.

Für die Shrimpszucht, die mittlerweile rund 30 Prozent des weltweiten Bedarfs deckt, werden die Mangroven abgeholzt und einen Meter tiefe Teiche angelegt. Die Küste verliert ihren Schutzwall, der Boden wird schwach und viele der Tier- und Pflanzenarten verlieren ihren Lebensraum. Das Ökosystem gerät aus dem Gleichgewicht. Die Erträge im Fischfang sinken, der Lebensunterhalt der einheimischen Fischer ist bedroht.

Hinzu kommt, dass die künstlichen Teiche mit Antibiotika, Pestiziden und Fischfutter verschmutzt sind. Oftmals wird dieser Giftcocktail in die Umwelt abgelassen und schädigt Nahrung und Lebensunterhalt der Gemeinden noch zusätzlich. Wie gravierend dieser Eingriff ist, zeigt sich an der Lebensdauer von Shrimpsfarmen. Sie beträgt gerade fünf bis zehn Jahre, dann geht die Farm an ihrer eigenen Umweltverschmutzung zugrunde. Zurück bleibt eine Wüste. 35 Prozent aller Mangrovenwälder weltweit wurden auf diese Weise in den letzten 20 Jahren zerstört.

Am 26. Juli 1998 griffen Einheimische an der ecuadorianischen Küste zur Selbsthilfe: Sie begannen, einen illegal angelegten Shrimps-Teich in die ursprüngliche Mangrovenlandschaft zurückzuverwandeln. Helfer aus Honduras, Kolumbien, Guatemala und den USA beteiligten sich an dem Unternehmen. Die Aktivisten forderten die Regierung Ecuadors zudem öffentlich auf, der Zerstörung der Mangroven Einhalt zu gebieten und die Mangrovenwälder unter die Obhut der betroffenen Küstengemeinden zu stellen.

Mit von der Partie war an jenem 26. Juli auch die Mannschaft des Greenpeace-Flaggschiffs Rainbow Warrior. Für sie endete der Protest tragisch: Einer der Aktivisten, Hayhow Daniel Nanoto, erlitt während der Aktion einen Herzinfarkt und starb noch am selben Tag.

Doch die Aktion führte auch zu einem Erfolg. 1999 wurde in Ecuador das Zerstören der Mangrovenwälder verboten. Den betroffenen Gemeinden wurden Zugeständnisse gemacht. Seitdem besitzt der 26. Juli für Lateinamerika, aber auch für Greenpeace eine besondere symbolische Bedeutung.

Bislang war Ecuador das einzige Land, in dem der 26. Juli begangen wurde. Jetzt wurde er zum internationalen Gedenktag ausgerufen. Mehr als ein Dutzend Länder in Lateinamerika, Afrika und Asien begehen ihn mit Protestaktionen von betroffenen Fischern. Auch Deutschland und die USA beteiligen sich an den Aktivitäten. Die weltweiten Proteste sind der Beginn einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen Fischereiverbänden und Nichtregierungsorganisationen. Ein Netzwerk gegen die Shrimps-Industrie soll in Zukunft die Mangrovenwälder vor der teils illegal betriebenen Zerstörung schützen. (sit)

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