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Industrielle Garnelen-Zucht verwüstet tropische Küsten

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Fischzucht in Teichen und Aquakultur hat gerade in Asien eine lange Tradition. In kleinem Maßstab kann diese Zucht sinnvoll zur Ernährung beitragen, doch in Form von riesigen Monokulturen zerstört sie mancherorts die Lebensgrundlage kleiner Fischer und Fischzüchter.

Lebenslauf der Zucht-Garnele

Vom Boom der Shrimp-Farmen sind Länder in Warmwasser-Regionen betroffen, vor allem Thailand, China, Indonesien, Ecuador und Indien, aber auch Vietnam, Bangladesh, Mexiko, Kolumbien und Honduras. Die Produktion der Warmwasser-Garnelen in den Zuchtfarmen ist von Anfang bis Ende umweltzerstörend. So werden an den Küsten von Ecuador wilde Garnelen-Larven mit feinmaschigen Netzen im Meer gefangen. Dabei kommen Milliarden von Larven um, die der marinen Nahrungskette dann fehlen. Diejenigen, die überleben kommen in die Zuchtbecken.

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Mangroven-Kahlschlag

{image}Für die etwa einen Meter tiefen Zuchtbecken werden Küstenregionen planiert, Mangrovenwälder abgeholzt oder auch Reisfelder zerstört.

Mangroven schützen normalerweise die Küste bei Stürmen. Bei einem Wirbelsturm Ende Oktober 1999 an der Ostküste Indiens sind mehrere Tausend Menschen ums Leben gekommen. Indische Wissenschaftler machen den fehlenden Schutz der Mangroven für die dramatischen Folgen verantwortlich. Die verzweigten Baumwurzeln sind die Kinderstube von seltenen Fischen und Vögeln. Man schätzt, dass mittlerweile über Million Hektar Mangrovenwälder den Garnelen-Farmen zum Opfer gefallen sind. In den planierten Zucht-Becken werden die jungen Garnelen aufgezogen und gefüttert, zum Beispiel mit Fischmehl. 40 Prozent der Weltfischfänge werden inzwischen zu Tierfutter verarbeitet ­ für Garnelen und Lachse, Hühner und Schweine. Welche Verschwendung dieser wertvollen Eiweißquelle!

Frischwasser-Grab

{image}Da Garnelen empfindlich auf Sauerstoffmangel reagieren, ist der Frischwasserbedarf der Farmen an Salz- und Süßwasser enorm und zieht die Grundwasserbestände der gesamten Umgebung in Mitleidenschaft. Das nicht gefressene Futter belastet die Gewässer zusätzlich. Um die Gesundheit der Garnelen zu erhalten, werden große Mengen an Chemikalien eingesetzt, die anschließend in Flüsse und Kanäle gelangen und dort erhebliche Schäden anrichten. Wird ein Becken abgefischt und das Wasser abgelassen, bleibt eine Wüste zurück. Die Lebensdauer der Farm ist von Anfang an begrenzt: fünf bis zehn Jahre kann die Zucht bestehen, dann geht sie an ihrer hausgemachten Umweltverschmutzung zu Grunde.

Gewaltsame Vertreibung

Eine Studie der Universität Chittagong in Bangladesh kommt zu dem Schluss, dass Garnelenfarmen mehr Arbeitsplätze vernichten als sie schaffen. Ein Reisfeld von 40 Hektar erfordert 50 Arbeiter, ein Garnelenteich fünf. Die Erträge der Fischer gehen zurück, die Menschen müssen die Küste verlassen weil das Grundwasser sinkt und mit Giften belastet ist. Gerade in Asien und Lateinamerika ist es durch die ungebremste Ausdehnung der Shrimp-Farmen, zu blutigen Zusammenstössen zwischen Einheimischen und den Farmbetreibern gekommen.

Nord-Süd-Umweltallianz

{image}Im Mai 1995 trat eine Allianz aus Greenpeace und 24 weiteren Organisationen mit einem Forderungskatalog an die Vereinten Nationen heran. Die Kernforderung war dafür zu sorgen, dass zukünftige Aquakultur-Projekte umweltschonend, sozial verträglich und nachhaltig sind. Entsprechend müssten auch Fördergelder etwa der Weltbank und der FAO, der Welternährungsorganisation, vergeben werden. Später kam in der sogenannten Choluteca Deklaration die Forderung nach einem weltweiten Moratorium, nach einem vorläufigen Stopp des Baus von Shrimp-Farmen dazu. Bisher gibt es dieses Moratorium nicht, die Garnelenzucht boomt weiter.

Kleine Erfolge

In Thailand, das jährlich 200.000 Tonnen Garnelen produziert, ist die Zerstörung durch die Farmen inzwischen ein viel diskutiertes Thema,

so dass die Regierung 1998 alle neuen Farm-Projekte stoppte. Die Umsetzung des Verbots ist schwierig, da die Züchter Schadenersatz verlangen oder neue Farmen illegal anlegen. In Ecuador haben Umweltschutz-Gruppen 1999 zumindest erreicht, dass ein Gesetz zur nachträglichen Erlaubnis illegaler Farmen gestoppt werden konnte.

Verantwortung des Nordens

86 Prozent des weltweiten Angebots an Zucht-Garnelen kommt aus gerade sieben Ländern und geht in die USA, nach Japan und in einige europäische Staaten. (Deutschland nimmt 7.000 Tonnen jährlich ab). In diesen reichen Ländern müssen die Verbraucher umfassend darüber aufgeklärt werden, für welche Probleme ihr Garnelen-Schmaus verantwortlich ist.

Greenpeace fordert:

{image}Die Ausweitung der industriellen Garnelenzucht in tropischen Ländern muss gestoppt werden. Weltbank und FAO dürfen für die Ausweitung keine Gelder mehr bereit stellen

Das können Sie tun:

Verzichten Sie auf den Kauf von tropischen Garnelen, so lange es zur zerstörerischen Zucht keine Alternative gibt.

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