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Seit 1989 schießt die japanische Walfangflotte jedes Jahr hunderte Wale in der Antarktis und umgeht unter dem Deckmäntelchen wissenschaftlicher Untersuchungen das kommerzielle Fangverbot der Internationalen Walfangkommission (IWC) aus dem Jahr 1987. Den bis zu zehn Meter langen Tieren wird der Bauch aufgeschlitzt, um das Fressverhalten zu untersuchen. Danach kommt das Fleisch auf den Markt. Über 2000 Tonnen Walfleisch jährlich gelangen in Japan allein durch den antarktischen Walfang in den Handel.

Erst im letzten Jahr haben 21 namhafte Wissenschaftler, darunter drei Nobelpreisträger, in einem offenen Brief an die New York Times den japanischen wissenschaftlichen Walfang verurteilt. Sie betonten, dass alle dabei erhobenen Daten auch ohne das Töten der Tiere hätten gewonnen werden können.

Tatsächlich ist das Fressverhalten der Tiere nicht weiter untersuchungsbedürftig. Wer sich je näher mit den antarktischen Minkewalen beschäftigt hat weiß, dass diese Krill fressen und nichts als Krill. Dementsprechend haben die japanischen Wissenschaftler in 6000 bis heute untersuchten Walen auch nie etwas anderes als Krill gefunden.

Es ist geradezu lächerlich, dass für diese Erkenntnis so viele Wale getötet wurden, empört sich Thilo Maack, Meeresbiologe bei Greenpeace. Das einzige Ziel der Untersuchung ist, den japanischen Walfleischmarkt mit Nachschub zu versorgen. Mit Wissenschaft hat das nichts zu tun.

Nicht nur die Japaner nutzen die Lücke im Walfangverbot der IWC: die Erlaubnis einer begrenzten Jagd zu wissenschaftlichen Zwecken. Die zweite schlechte Nachricht der letzten Tage für die Wale kommt aus Island. Der nordische Inselstaat hat angekündigt, nach 13 Jahren die Waljagd wieder aufzunehmen - zu wissenschaftlichen Zwecken.

100 Minkewale, 100 Finnwale und 50 Seiwale wollen die isländischen Walfänger in den nächsten zwei Jahren töten. Angeblich um deren Fressverhalten, Verbreitung und Anzahl sowie ihr Verhalten gegenüber anderen maritimen Tierarten zu erforschen. Artenschützer gehen davon aus, dass es sich auch in diesem Falle um einen Vorwand für den kommerziellen Walfang handelt.

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