Skip to main content
Jetzt spenden
Ein harpunierter Finnwal wird im Hafen von Hvalfjrour an Land gezogen. Oktober 2006
Ragnar Axelsson / Greenpeace

Schon 125 bedrohte Finnwale getötet

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Im Kleingedruckten des Quotenbeschlusses steht, dass bis zu 25 Prozent der diesjährigen Quote auf die Abschussquote des kommenden Jahres aufgeschlagen werden darf. Somit droht 2010 bis zu 175 Finnwalen der Tod durch die Harpune eines isländischen Walfängers. Gleichzeitig hält man sich eine Abschussquote offen, falls die isländische Regierung im kommenden Jahr den Walfang stoppen sollte. Denn die 2009 aufgesparten 25 Tiere dürfen auch dann 2010 geschossen werden - schließlich ist ihr Tod ja bereits beschlossene Sache.

Zeitgleich führt die neugewählte isländische Linksregierung um Premierministerin Jóhanna Sigurðardóttir Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union - doch Walfang und EU-Mitgliedschaft sind nicht miteinander vereinbar. Das lassen auch die europäischen Walschutznationen inklusive Deutschland durchblicken.

Wie absurd muss es denn noch werden?, fragt Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. EU-Beitritt, Ökotourismus und nicht existierende Absatzmöglichkeiten für Walfleisch sind doch wohl als Argumente für ein Ende des Tötens überzeugend genug! Es wird Zeit, dass auch Islands letzter Walfänger Kristjan Loftsson im 21. Jahrhundert ankommt - der kommerzielle Walfang hat keine Zukunft!

Der Walschützer kalkuliert: Ein Finnwal liefert ganz nüchtern betrachtet acht mal soviel Fleisch wie eine Minke-Wal, die Hauptzielart der norwegischen und japanischen Walfänger. Multipliziert man also die 100 geschossenen isländischen Tiere mit dem Faktor 8, landet man beim Äquivalent von 800 Minke-Walen. Die japanischen Walfänger haben in diesem Jahr 679 Minke-Wale und einen Finnwal in den antarktischen Gewässern geschossen, die norwegischen Walfänger stellten die diesjährige Jagd bei 485 getöteten Walen ein. Damit hält der isländische Walfang den traurigen Rekord.

{image}Bereits im vergangenen Frühjahr düpierte die isländische Regierung die Weltöffentlichkeit, als sie den Export von 65 Tonnen Minke-Walfleisch nach Japan zuließ. Der für den Export verantwortliche isländische Walfang-Reeder Kristjan Loftsson verfügt über allerbeste Kontakte zu Regierungskreisen, arbeitet mit der japanischen Firma Kyodo Senpaku zusammen und ließ schon damals keinen Zweifel an seinen zukünftigen Plänen: den Handel mit Walfleisch im großen Stil.

Die Grundlage dafür hat er jetzt geschaffen. Rund 1.000 Tonnen Finnwal-Fleisch allein aus der diesjährigen Jagd liegen in den isländischen Kühlhäusern. Allerdings gibt es dafür keinen Markt, weder in Island noch in Japan. Dies bestätigt einerseits die isländische Naturschutzunion, andererseits die Aussagen des Importeurs von Walfleisch nach Japan. Er gibt an, 2009 aufgrund des fehlenden Marktes mit Sicherheit kein isländisches Walfleisch nach Japan zu importieren. In Japan würde kein Walfleisch mehr gegegessen werden und in japanischen Kühlhäusern lagere genug Walfleisch aus dem japanischen Walfang.

All das ficht Kristjan Loftsson nicht an, er Kristjan Loftsson meinte am Wochenende im Reykjaviker Rundfunksender RUV: Es wird überhaupt kein Problem das Fleisch auf dem Markt loszuwerden. Ist es nie gewesen.

Greenpeace-Japan schätzt, das zur Zeit über 4300 Tonnen Walfleisch in verschiedenen japanischen Lagerhäusern ungenutzt gelagert werden.

  • Ein harpunierter Finnwal wird im Hafen von Hvalfjrour an Land gezogen. Oktober 2006

    Isländische Walfänger

    Überspringe die Bildergalerie
  • Die "Hvalur 9" kehrt mit zwei getöteten Finnwalen in den Hafen zurück, Juni 2009

    Walfang in Island

    Überspringe die Bildergalerie
  • Die "Hvalur 9" kehrt mit zwei getöteten Finnwalen in den Hafen zurück, Juni 2009

    Walfänger "Hvalur 9"

    Überspringe die Bildergalerie
  • Die "Hvalur 9" kehrt mit zwei getöteten Finnwalen in den Hafen zurück, Juni 2009

    Getötetes Weibchen

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Petition

https://act.greenpeace.de/tiefsee-schuetzen

Tiefsee vor Zerstörung schützen!

In der Tiefsee soll Unfassbares passieren: Für den Abbau von Metallen und seltenen Erden soll der Meeresgrund durchfräst und so einzigartige Ökosysteme zerstört werden. Fordern Sie Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck auf, das zu verhindern!

Petition unterzeichnen

0% vom Ziel erreicht

0 haben mitgemacht

0%

Mehr zum Thema

"No Deep Sea Mining" – Action in Rotterdam

Tiefseebergbau - Der neue Goldrausch

  • 03.04.2023

Tiefseebergbau ist für den Umstieg auf Elektroautos nicht notwendig - und doch rückt die neue Meeresausbeutung näher.

mehr erfahren
Taucherin mit Unterwasserbanner: "Das Meer ist kein Industriegebiet."

UN einigt sich auf globalen Ozeanvertrag

  • 05.03.2023

Historischer Erfolg: Nach fast 20 Jahren und zähen Verhandlungsrunden hat sich die UN auf ein internationales Meeresschutzabkommen geeinigt.

mehr erfahren
Blauwal an der Meeresoberfläche im Pazifik

Wale durch drohenden Tiefseebergbau in Gefahr

  • 14.02.2023

Geplante Tiefseebergbau-Gebiete überschneiden sich mit dem Verbreitungsgebiet von etwa 30 Walarten - weitere Forschung ist dringend nötig, um die Gefahren für die Meeressäuger abzuschätzen.

mehr erfahren
"No Deep Sea Mining" – Action in Rotterdam

Aufgedeckt: Gefahren des Tiefsee-Bergbaus auf der hohen See

  • 27.01.2023

Verdeckte Video-Aufnahmen der jüngsten kommerziellen Tiefsee-Bergbautests im Pazifik, die Greenpeace zugespielt wurden, zeigen, wie die Bergbauindustrie die Tiefsee zerstört.

mehr erfahren
Aktivist:innen auf der Beluga II im Hafen von Nexø, Bornholm

Greenpeace-Aktivist:innen untersuchen Folgen der Pipeline-Explosionen

  • 22.12.2022

Welche Auswirkungen haben die Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines auf die Umwelt? Greenpeace-Aktive nahmen Proben, wir ordnen die Ergebnisse ein.

mehr erfahren
Lichterumzug Meeresleuchten

Aktion Meeresleuchten!

  • 13.11.2022

Lichtermeer für die Tiefsee: Am 12. November zogen 250 kleine und große Menschen durch die Hamburger HafenCity, um mit selbstgebastelten Laternen für den Schutz der Tiefsee zu demonstrieren.

mehr erfahren