Skip to main content
Jetzt spenden
Adeliepinguine in der Antarktis
Christian Åslund / Greenpeace

Antarktis-Kommission scheitert erneut

Die Antarktis-Kommission CCAMLR versagt wieder beim Antarktis-Schutz.

Die Hängepartie geht weiter: Die Befürworter:innen dringend erforderlicher Schutzmaßnahmen im Südpolarmeer müssen weiter auf drei Meeresschutzgebiete in der Ostantarktis, der Antarktischen Halbinsel und dem Weddellmeer warten. Auch in diesem Jahr brachte die Jahresversammlung der Antarktis-Kommission im australischen Hobart nur enttäuschende Resultate. Der überwiegende Teil der 25 CCAMLR-Mitglieder (24 Staaten plus EU) unterstützte zwar den von Deutschland erarbeiteten und 2016 eingereichten Vorschlag für den Schutz des Weddellmeeres, auch die anderen beiden Gebiete erfuhren viel Zustimmung. Doch eine Verabschiedung der Schutzgebiete muss immer einstimmig erfolgen. 

„Die Kommission soll Meeresschutzgebiete in der Antarktis schaffen, lässt sich aber Jahr für Jahr von einzelnen Bremserstaaten vorführen. China und Russland sehen in schmelzenden Polkappen lediglich größere Fischgründe und Möglichkeiten für industrielle Ausbeutung. Klimakrise und Artensterben ignorieren sie völlig”, sagt Greenpeace-Meeresbiologin Sandra Schöttner. 

Bei den vorgeschlagenen Schutzgebieten mit insgesamt vier Millionen Quadratkilometern Fläche geht es hauptsächlich um die Regulierung von Fischereiaktivitäten in einzigartigen Ökosystemen der Antarktis. Vorerst hängt das Wohlergehen der dort lebenden Krill-Schwärme, Fische, Pinguine und Wale aber weiterhin nur von den freiwilligen Selbstverpflichtungen der Fischereiindustrie ab. Vor der Ausbeutung ihrer Bodenschätze ist die Antarktis bereits weitgehend geschützt. 

An ihrer Aufgabe gescheitert

Die Antarktis-Kommission CCAMLR wird ausgeschrieben als „Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources”, auf Deutsch: Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis. Zu ihrem selbsterklärten Auftrag und Ziel gehört also, Lebewesen und Ökosystem im Südpolarmeer zu bewahren.

Mit dem andauernden Verschleppen von Entscheidungen straft die CCAMLR ihren Namen und Auftrag Lügen. „Ein Gremium, das zum Schutz der Antarktis eingesetzt wurde, aber durch die Interessen einzelner Mitgliedsländer dominiert wird, ist offenkundig kein Teil der Lösung“, so Schöttner.

Ein UN-Vertrag muss helfen

Wenn die Antarktis-Kommission so schwach ist, kann nur ein starkes globales Hochseeschutzabkommen der UN die Meere wirksam schützen. Dieser historische Vertrag muss ermöglichen, dass bis spätestens 2030 mindestens 30 Prozent unserer Ozeane zu Schutzgebieten erklärt werden, in denen menschliche Eingriffe tabu sind.

Die Zeit drängt, denn: Unsere Ozeane spielen eine zentrale Rolle bei der Regulierung des Klimas, werden aber zunehmend selbst zum Opfer der Klimakrise. Sie brauchen dringend Schutz, um auch weiterhin der Erderwärmung entgegenwirken zu können. “Meeresschutz ist Klimaschutz, beides kann nicht mehr warten! Nur so lässt sich das Leben im Meer bewahren und die Klimakrise bekämpfen“, so Schöttner. 

Mehr zum Thema

Lemon Shark in French Polynesia

Sieben Tipps zum Meeresschutz

  • 29.09.2022

Meere gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde. Sieben Tipps, wie wir zum Schutz der Meere beitragen können.

mehr erfahren
Blauhai im Wasser

Haie kämpfen ums Überleben

  • 22.09.2022

Beim Schwertfischfang wird vier Mal mehr Hai gefangen als Schwertfisch. Das deckt ein neuer Greenpeace-Report auf. Er zeigt: Unsere Meere brauchen einen globalen Schutzvertrag

mehr erfahren
Protest against Shell's Seismic Blasting Plans in South Africa

Ölerkundung vor Südafrika rechtswidrig

  • 02.09.2022

Erfolg für den Meeresschutz: Shell darf vor der afrikanischen Wild Coast keine Schall-Untersuchungen durchführen.

mehr erfahren
Family Day in Hamburg

Familientag in Hamburg

  • 01.09.2022

Am 27. August trafen der Hamburger Familientag und der Tiefsee-Aktionstag aufeinander.

mehr erfahren
Baitball on Ningaloo Reef

Höchste Zeit für Hochseeschutz

  • 26.08.2022

Nur ein Hundertstel der Hohen See ist geschützt. Die UN verlangt mehr Meeresschutz und erarbeitet darum ein internationales Abkommen. Doch dessen Abschluss vertagt sich immer wieder.

mehr erfahren
"No Deep Sea Mining" – Action in Rotterdam

Tiefsee-Arten vom Aussterben bedroht

  • 12.05.2022

Die Artenvielfalt in der Tiefsee ist bedroht – doch statt sie stärker zu stützen, soll bald in der Tiefe Bergbau betrieben werden. Dagegen protestiert Greenpeace in Rotterdam.

mehr erfahren