Jetzt spenden
Zweite Expedition in die Arktis mit der Esperanza im Mai 2010
Nick Cobbing / Greenpeace

Wissenschaftler erforschen in der Arktis die Ozeanversauerung

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Wir haben mit diesem Experiment einen Riesensprung in der Forschung zur Ozeanversauerung gemacht, sagt Prof. Ulf Riebesell, wissenschaftlicher Leiter des IFM-GEOMAR. In den nächsten Wochen werden wir die Daten auswerten und interpretieren. Erste Ergebnisse zeigen unerwartet gravierende Auswirkungen: Das Phytoplankton, zum Beispiel die Kieselalge, vermehrt sich wesentlich langsamer, wenn das Meer saurer ist. Phytoplankton ist die Basis des Nahrungsnetzes in den Meeren. Starke Beeinträchtigungen des Phytoplanktons können massive Folgen für das gesamte Nahrungsnetz und Ökosystem haben, erläutert Dr. Iris Menn, Meeresbiologin bei Greenpeace.

Die Versauerung der Ozeane ist eine Folge des steigenden Kohlendioxid-Gehalts der Atmosphäre. Durch Kohle- und Öl-Verbrennung gelangt CO2 in die Luft und die Weltmeere nehmen es auf. Dann verbindet sich das Wasser mit dem CO2 zu Kohlensäure. Besonders stark betroffen sind die Polargebiete, weil die CO2-Aufnahme bei kalten Temperaturen am höchsten ist. An einer Flasche Sprudel lässt sich im Sommer das gleiche Phänomen beobachten: Ist sie kalt, ist das Wasser noch erfrischend sprudelnd. Je wärmer das Wasser wird, umso abgestandener schmeckt es, weil die Kohlensäure aus dem Wasser entwichen ist.

Die Versauerung des Ozeans wirkt sich zunächst auf kalkbildende Lebewesen wie Muscheln oder Korallen aus. Hohe Mengen Kohlensäure zersetzen die Schalen und hemmen die Kalkbildung. Nach bisherigen wissenschaftlichen Prognosen könnten Tiere mit Kalkschalen und -skeletten das bereits in sieben Jahren in Teilen des Arktischen Ozeans zu spüren bekommen.

Die Versauerung der Ozeane kann nur aufgehalten werden, wenn die CO2-Emissionen sinken. Greenpeace fordert, dass die Industrienationen ihren CO2-Auststoß bis 2020 um 40 Prozent reduzieren. Auch Schwellenländer wie China müssen ihre CO2-Emissionen begrenzen, so dass der weltweite Ausstoß ab 2015 sinkt.

Während die Wissenschaftler die Experimente durchführten, umrundete Greenpeace Spitzbergen mit der Esperanza und sammelte weitere wichtige Daten zum Meeresschutz: Zum Beispiel erstellte die Crew Tiefseekarten und dokumentierte die vielen Fischflotten, die die Arktis immer weiter ausbeuten. Von Ny-Ålesund transportiert die Esperanza die Mesokosmen demnächst wieder zurück nach Kiel.

Die Arktis im Visier (2010)

Die Arktis im Visier (2010)

Anzahl Seiten: 4

Dateigröße: 656.58 KB

Herunterladen

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/tiefsee

SOS für die Tiefsee

In der Tiefsee soll Unfassbares passieren: Für den Abbau von Metallen und seltenen Erden soll der Meeresgrund durchfräst und so einzigartige Ökosysteme zerstört werden. Fordern Sie die Bundesregierung auf, sich klar für ein Moratorium auszusprechen!

Petition unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
SOS Tiefsee

Mehr zum Thema

Zwei Aktive von Greenpeace mit Banner "Stoppt den Tiefseebergbau" und pinker Krake vor dem Reichstagsgebäude in Berlin

Raubbau an der Tiefsee

Bei der ISA-Vollversammlung 2025 herrschte beim Tiefseeschutz Blockade statt Bewegung. Statt endlich einen überfälligen Schritt in Richtung Tiefseeschutz zu gehen, hat die ISA ihre Verantwortung erneut vertagt.

mehr erfahren über Raubbau an der Tiefsee
Greenpeace-Meeresexpertin Franziska Saalmann mit Fernglas auf der Schiffsbrücke

Einsatz für Tiefseeschutz

Erneut war Greenpeace mit dem Schiff Witness in der Arktis unterwegs, um das von Norwegen für Tiefseebergbau vorgesehene Gebiet zu untersuchen und sich für seinen Schutz einzusetzen.

mehr erfahren über Einsatz für Tiefseeschutz
Walflosse ragt aus dem Ozean

Norwegen stoppt vorerst Tiefseebergbau - Wale in der Arktis atmen auf

Die Norwegische See ist ein Hotspot der Artenvielfalt. Nach starkem Protest stellt Norwegen seine Tiefseebergbau-Pläne vorerst ein. Dies ist auch ein wichtiger Erfolg für die Wale der Arktis. Ihr Schutz ist dennoch noch nicht dauerhaft gesichert.

mehr erfahren über Norwegen stoppt vorerst Tiefseebergbau - Wale in der Arktis atmen auf
Ground Mural to celebrate Global Ocean Treaty in Berlin

Globaler Ozeanvertrag

Mit einer Kunstaktion feiert Greenpeace das Inkrafttreten des UN-Hochseeschutzabkommens am 17. Januar 2026 – ein Meilenstein und Auftrag an Deutschland.

mehr erfahren über Globaler Ozeanvertrag
Greenpeace projiziert Botschaften von Menschen aus aller Welt auf den Svea-Gletscher in Spitzbergen. Mit Videos fordern Prominente wie der schwedische Schauspieler Gustaf Skarsgård und die südafrikanische Schauspielerin Amanda du-Pont den norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre auf, die Pläne für den Tiefseebergbau in den arktischen Gewässern Norwegens zu stoppen.

Tiefseebergbau in der Arktis?

Ein Erfolg für die Artenvielfalt: Norwegen legt Tiefseepläne auf Eis bis Ende 2029.

mehr erfahren über Tiefseebergbau in der Arktis?
The Marine Biodiversity of Batu Rufus Dive Site, Raja Ampat

Ein tropisches Farbenparadies stirbt

Die prächtige Welt der Korallenriffe ist bedroht: Durch die Erderhitzung kollabieren die empfindlichen Riffe. Mit ihnen verschwindet ein unverzichtbares Ökosystem.

mehr erfahren über Ein tropisches Farbenparadies stirbt