Skip to main content
Jetzt spenden
fishing tuna

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die Fangquote für Roten Tunfisch im Mittelmeer und Ostatlantik beträgt in diesem Jahr 30.000 Tonnen. Als die Internationale Kommission für die Erhaltung der Tunfischbestände im Atlantik (ICCAT) diese Quote im November 2006 festlegte, warnten Wissenschaftler aus ihren eigenen Reihen, dass damit der Rote Tunfisch in den kommenden vier Jahren ausgerottet werde.

Bei ihren Beratungen in Luxemburg haben die Fischereiminister der EU nun einen mehrjährigen Stufenplan zur Rettung des großen Speisefisches beschlossen. Von der Empfehlung der Wissenschaftler, die Fangquote mindestens zu halbieren, blieben sie allerdings weit entfernt. Von Rettung kann keine Rede sein.

{image_r}Ähnlich düster sind die Aussichten für den Ostseekabeljau, dort Dorsch genannt. Ein Fünfjahresplan soll den schon selten gewordenen Fisch in Zukunft besser schützen. Die Fangquote wird ab Sommer 2007 um lediglich zehn Prozent gesenkt. Die Maschenweite der Netze wird nicht vergrößert. Die Fische werden auch weiterhin gefangen, bevor sie sich fortpflanzen können.

Eine solche Politik ist angesichts der Lage nur ruinös zu nennen. Besonders der östliche Bestand des Dorschs ist in einem katastrophalen Zustand. Die einzig richtige Antwort darauf wäre die völlige Schließung der Fischerei.

Der Aal wird wohl als erster Fisch in europäischen Gewässern aussterben. Anstelle des dringend notwenigen Exportverbots beschlossen die Fischereiminister einen dürftigen Stufenplan: Bis 2013 sollen 60 Prozent der gefangenen Jungaale zur Sicherung des Bestands wieder ausgesetzt werden. Wir berichteten darüber.

Die Lage der Sardellenbestände blieb in Luxemburg ausgeklammert. Im Golf von Biskaya, wo Sardellen früher so reichlich vorkamen, gibt es sie so gut wie gar nicht mehr. Die spanischen Küstenfischer, deren Fangmethoden bei den Sardellen eher nachhaltig sind, verlieren ihre Existenzgrundlage. Die industriellen Hochseeflotten fischen mit tatkräftiger Unterstützung der Politik alles weg - und ziehen dann in andere Weltregionen weiter, um dort die Meere zu plündern.

{image}Fazit: Die europäische Fischereipolitik versagt - selbst wenn Speisefischarten vor dem kompletten Aus stehen. Doch es ist genauso unverständlich, wenn andere wichtige Nutzergruppen einfach wegsehen und sich auf der Untätigkeit der Politik ausruhen. Greenpeace fordert deshalb die Lebensmittelketten auf, ihren Teil der Verantwortung zu übernehmen und eine nachhaltige Einkaufspolitik zu entwickeln und umzusetzen.

Stefanie Werner, unsere Meeresexpertin, weist darauf hin, dass drei Viertel der kommerziell wichtigen Fischbestände entweder vollständig genutzt, übernutzt oder bereits kollabiert sind. Weltweit würden Fischbestände nicht nachhaltig bewirtschaftet. Die deutsche Fischindustrie müsse endlich anerkennen, dass sie eine entscheidende Rolle spielt, um diesen Trend zu ändern.

Werner: Ein Beispiel: Vom ursprünglichen Bestand des europäischen Aals existiert nur noch ein Prozent. In Gefangenschaft nachzüchten lässt er sich nicht. Trotzdem liegt er weiterhin auf den Theken deutscher Supermärkte. Machen wir weiter wie bisher, so wird bald eine Art nach der anderen von der Fischtheke verschwinden. Nicht weil sie geschont werden soll, sondern weil es sie nicht mehr gibt. Das kann niemand wollen!

  • DorschnetzeOstsee

    DorschnetzeOstsee

    Überspringe die Bildergalerie
  • fish auction Denmark

    fish auction Denmark

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Mehr zum Thema

"No Deep Sea Mining" – Action in Rotterdam

Aufgedeckt: Gefahren des Tiefsee-Bergbaus auf der hohen See

  • 27.01.2023

Verdeckte Video-Aufnahmen der jüngsten kommerziellen Tiefsee-Bergbautests im Pazifik, die Greenpeace zugespielt wurden, zeigen, wie die Bergbauindustrie die Tiefsee zerstört.

mehr erfahren
Aktivist:innen auf der Beluga II im Hafen von Nexø, Bornholm

Greenpeace-Aktivist:innen untersuchen Folgen der Pipeline-Explosionen

  • 22.12.2022

Welche Auswirkungen haben die Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines auf die Umwelt? Greenpeace-Aktive nahmen Proben, wir ordnen die Ergebnisse ein.

mehr erfahren
Lichterumzug Meeresleuchten

Aktion Meeresleuchten!

  • 13.11.2022

Lichtermeer für die Tiefsee: Am 12. November zogen 250 kleine und große Menschen durch die Hamburger HafenCity, um mit selbstgebastelten Laternen für den Schutz der Tiefsee zu demonstrieren.

mehr erfahren
Tiefseekrake Casper auf Meeresgrund

Hoffnung für Artenschutz in der Tiefsee

  • 12.11.2022

Bewegung auf internationaler Ebene: Einige Länder setzen sich gegen den Beginn des Tiefseebergbaus ein, darunter Deutschland.

mehr erfahren
Lemon Shark in French Polynesia

Sieben Tipps zum Meeresschutz

  • 29.09.2022

Meere gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde. Sieben Tipps, wie wir zum Schutz der Meere beitragen können.

mehr erfahren
Blauhai im Wasser

Haie kämpfen ums Überleben

  • 22.09.2022

Beim Schwertfischfang wird vier Mal mehr Hai gefangen als Schwertfisch. Das deckt ein neuer Greenpeace-Report auf. Er zeigt: Unsere Meere brauchen einen globalen Schutzvertrag

mehr erfahren