Buckelwale – die Akrobaten unter den Riesen
- Hintergrund
Buckelwale zeichnen sich durch ihre langen Brustflossen aus, die zur Steuerung im Wasser dienen. Ihre Flossen machen sie dabei zu wahren Akrobaten der Meere.
Weibliche Buckelwale werden bis zu 16 Metern lang und sind etwas größer als die Bullen. Die bis zu 30 Tonnen schweren Buckelwale leben in allen Weltmeeren. Ihre Sommerquartiere sind die Polarmeere, die Winterquartiere befinden sich in tropischen und subtropischen Gewässern. Bei ihren Wanderungen legen sie dabei Tausende von Kilometern zurück. Durch Nahrungssuche, menschliche Störungen (z.B. Lärm durch Schiffe und Industrieanlagen) und Veränderungen ihres Lebensraums durch Klima- und Meereserwärmung können sie auf Abwege z.B. bis in die Ostsee geraten.
Nach dem industriellen Walfang, der die Buckelwalbestände stark dezimierte, ist es zum Glück gelungen, dass sich die Population wieder etwas erholt hat. Laut Weltnaturschutzunion leben heutzutage schätzungsweise 84.000 Buckelwale in den Weltmeeren, etwa 15.000 von ihnen im Nordatlantik. Allein in der Region um die Britischen Inseln, die Norwegische See und die Barentssee sind es geschätzt 1.500 Buckelwale.
Kein akustisches Sonar
Buckelwale sowie alle Bartenwale haben im Gegensatz zu Zahnwalen (Delfine und Pottwale) kein akustisches Sonar. Sie orientieren sich über ihr Gehör und können gelernte Wanderrouten über akustische „Markierungen“ wie Unterwasserberge erinnern. Außerdem gibt es wissenschaftliche Hinweise, dass sie das Erdmagnetfeld wahrnehmen können.
Die Nahrung der Buckelwale besteht vor allem aus Krill und zum Teil aus Schwarmfischen. Buckelwale fressen überwiegend in ihren polaren Sommerquartieren. In der Karibik und vor den Kapverdischen Inseln, wo die nordatlantischen Buckelwale die Wintermonate verbringen, gebären sie ihre Jungen, ziehen sie auf und zehren währenddessen von ihren Fettreserven.
In einigen Gebieten haben Buckelwale eine besondere Jagdmethode entwickelt. Dabei tauchen sie unter einen Fischschwarm, umkreisen ihn und stoßen in regelmäßigen Abständen Luft aus. Die aufsteigenden Blasen bilden so einen Vorhang um den Fischschwarm, aus dem es kaum ein Entkommen gibt. Mit aufgesperrtem Maul schwimmen die Buckelwale innerhalb des „Blasennetzes“ an die Oberfläche und nehmen die zusammengetriebenen Fischschwärme auf.
Es kommt vor, dass sich mehrere Wale zusammenschließen und ihren Beutefang aufeinander abstimmen. Das Blasennetz kann bei mehreren Walen einen Durchmesser von bis zu 30 Metern haben. Ein Wal nimmt dabei in seinem sehr dehnbaren Maul viele Tausend Liter Meerwasser auf, welche anschließend mit der Zunge durch die Barten herausgedrückt werden. Die Beute bleibt in den Barten hängen, dann schluckt sie der Wal.
Buckelwale sind in der Regel Einzelgänger. Nur manchmal findet sich diese Walart hin und wieder in kleinen Gruppen zusammen. Es kommt auch vor, dass Bullen Walkühe mit neugeborenen Kälbern zum Schutz begleiten.
Die Tragzeit der Weibchen beträgt etwa zwölf Monate. Die Walkälber sind bei der Geburt etwa vier Meter lang und bleiben für mindestens ein Jahr bei der Mutter, wobei die Säugezeit die ersten sechs bis zehn Monate umfasst. Danach schließen sich die Jungtiere einer anderen Gruppe an oder machen sich allein auf den Weg.