Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Das Leben im Ozean weist eine unglaubliche Vielfalt an Formen und Größen auf - vom mikroskopisch kleinen Plankton bis zum größten Wal. Doch viele Arten wurden oder werden durch zerstörerische menschliche Eingriffe an den Rand des Aussterbens gebracht.

Die Expedition SOS Weltmeere wird diese Gefahren aufdecken; wir werden den Übeltätern entgegentreten und Lösungen vertreten, so etwa ein weltweites Netzwerk von Meeresschutzgebieten. Zu den schlimmsten Bedrohungen für unsere Ozeane gehören:

Industrielle Fischerei

Gigantische Schiffe mit modernster Ausrüstung können Fischschwärme heute schnell und zuverlässig orten. Diese industriellen Fischereiflotten haben die ökologischen Grenzen der Ozeane gesprengt. Ist eine größere Fischart ausgerottet, beginnt die Jagd auf die nächstkleinere Art und so fort. Der kanadische Fischereiexperte Dr. Daniel Pauly warnt sogar, dass unsere Kinder einmal Quallen essen werden, wenn der Raubbau sich fortsetzt.

Einfach gesagt: Immer mehr Menschen streiten sich um immer weniger Fisch und verschärfen so die bereits bestehende Krise der Ozeane.

Beifang

Moderne Fischereipraktiken sind unglaublich verschwenderisch. Für viele Arten besteht die größte Gefahr darin, sich in den Netzen zu verheddern.

Außerdem zerstören einige Fischereipraktiken den Lebensraum ebenso wie dessen Bewohner. Die Grundschleppnetzfischerei zerstört zum Beispiel ganze Korallenwälder und andere empfindliche Ökosysteme. In einigen Gebieten hat dies denselben Effekt, als würde ein Acker mehrmals jährlich umgepflügt.

Unfaire Fischerei

Da die traditionellen Fanggebiete des Nordens leergefischt sind, zieht ein immer größerer Teil der Fischereiflotten weiter nach Afrika und in den Pazifik.

Piratenfischer, die gesetzliche Regelungen ignorieren und den Fisch de facto stehlen, rauben einigen der ärmsten Regionen der Welt die dringend benötigten Nahrungs- und Einkommensquellen. Die legal operierenden Flotten führen lediglich einen kleinen Prozentsatz ihres Gewinns an die afrikanischen oder pazifischen Staaten ab.

Fischfarmen

Aquakulturen (Fisch- und Schalentierzucht) werden oft als zukunftsweisend für Gewinnung und Handel von Meeresfrüchten gepriesen. Doch Shrimp-Farmen sind vielleicht die weltweit zerstörerischste, am wenigsten nachhaltige und ungerechteste Art der Fischzucht. Berichte über Mangroven-Kahlschlag, die Zerstörung traditioneller Fischfanggebiete, Mord und die Vernichtung der Lebensgrundlagen der einheimischen Bevölkerung häufen sich.

Die Lachsindustrie ist ein weiterer Beweis, dass Fischfarmen keine Lösung sind: Etwa vier Kilo Wildfisch werden benötigt, um ein Kilo Zuchtlachs zu produzieren.

{image_r}Klimawandel

Die Auswirkungen der Erderwärmung und des Klimawandels auf die Ozeane und deren Bewohner sind nicht mehr rückgängig zu machen. Wissenschaftlern zufolge wird die Erwärmung der Erdatmosphäre auch zu höhreren Wassertemperaturen in den Ozeanen führen.

Dadurch steigt der Meeresspiegel, und die Meeresströmungen verändern sich. Schon jetzt treten die Auswirkungen allmählich zutage. Wegen des Temperaturanstiegs steht die Existenz ganzer Fischarten und anderer Meerestiere auf dem Spiel - sie können unter den veränderten Bedingungen einfach nicht überleben. So nimmt man an, dass höhere Wassertemperaturen die Ursache dafür sind, dass Korallen großflächig weiß werden und absterben (so genannte Korallenbleiche).

Verschmutzung

Eine beträchtliche Auswirkung menschlichen Handelns auf die Meereswelt ist die Verschmutzung. Am bekanntesten und augenfälligsten ist die Ölverseuchung nach Tankerunfällen. Doch trotz ihres Ausmaßes und der sichtbaren Folgen solcher Ereignisse ist die gesamte Schadstoffmenge, die durch Havarien ins Meer gelangt, verschwindend gering im Vergleich zu den Schadstoffeinträgen aus anderen Quellen. Dazu zählen beispielsweise Haushalts- und Gewerbeabwässer, städtische und industrielle Abflussrohre, Freisetzungen durch Unfälle oder Explosionen, Verklappung auf See, Rückstände aus dem Bergbau, Dünger und Pestizide aus der Landwirtschaft, Abwärme und radioaktive Einleitungen ...

Schutz für unsere Ozeane

Die Art, wie wir mit unseren Ozeanen umgehen, muss sich grundlegend ändern. Das heißt: Wir müssen handeln und dafür sorgen, dass menschliche Aktivitäten nachhaltig sind. Das wiederum bedeutet, die Bedürfnisse gegenwärtiger und zukünftiger Generationen zu decken, ohne dass die Umwelt darunter leidet.

Dazu müssen die Regierungen Flächen von insgesamt 40 Prozent unserer Weltmeere als Schutzgebiete ausweisen. Meeresschutzgebiete lassen sich definieren als Räume in den Weltmeeren, in denen die Ausbeutung aller lebenden Ressourcen ebenso verboten ist wie der Abbau von Sand, Kies und anderen Mineralien.

  • coral bleeching

    coral bleeching

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Mehr zum Thema

Blauhai im Wasser

Haie kämpfen ums Überleben

  • 22.09.2022

Beim Schwertfischfang wird vier Mal mehr Hai gefangen als Schwertfisch. Das deckt ein neuer Greenpeace-Report auf. Er zeigt: Unsere Meere brauchen einen globalen Schutzvertrag

mehr erfahren
Protest against Shell's Seismic Blasting Plans in South Africa

Ölerkundung vor Südafrika rechtswidrig

  • 02.09.2022

Erfolg für den Meeresschutz: Shell darf vor der afrikanischen Wild Coast keine Schall-Untersuchungen durchführen.

mehr erfahren
Family Day in Hamburg

Familientag in Hamburg

  • 01.09.2022

Am 27. August trafen der Hamburger Familientag und der Tiefsee-Aktionstag aufeinander.

mehr erfahren
Baitball on Ningaloo Reef

Höchste Zeit für Hochseeschutz

  • 26.08.2022

Nur ein Hundertstel der Hohen See ist geschützt. Die UN verlangt mehr Meeresschutz und erarbeitet darum ein internationales Abkommen. Doch dessen Abschluss vertagt sich immer wieder.

mehr erfahren
"No Deep Sea Mining" – Action in Rotterdam

Tiefsee-Arten vom Aussterben bedroht

  • 12.05.2022

Die Artenvielfalt in der Tiefsee ist bedroht – doch statt sie stärker zu stützen, soll bald in der Tiefe Bergbau betrieben werden. Dagegen protestiert Greenpeace in Rotterdam.

mehr erfahren
Eine stattliche Tristan Languste auf einem der Hänge des Tiefseebergs Vema, der mit Algen, Weichkorallen, Hydroiden, Bryozoen (Moostieren) und bunten Schwämmen bedeckt ist.

Tiefseeberg Vema: Artenvielfalt im Atlantik

  • 21.04.2022

Das Greenpeace-Aktionsschiff Arctic Sunrise hat bei einer Expedition zum Tiefseeberg Vema große Artenvielfalt und überraschende Forschungsergebnisse entdeckt.

mehr erfahren