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Junichi Sato zeigt Bilder von Walfleisch auf der Pressekonferenz, Mai 2010
© Jeremy Sutton-Hibbert / Greenpeace

Abschluss-Statement von Junichi Sato

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Es ist jetzt über zwei Jahre her, dass Toru Suzuki und ich das Fehlverhalten im japanischen Wissenschafts-Walfang aufdeckten. Wir haben Beweise dafür erbracht, dass hochwertiges Walfleisch ohne formale Erlaubnis von Besatzungsmitgliedern der Fangschiffe gestohlen wurde und dies mit dem Wissen der Mitarbeiter der Fischerei-Behörde und des japanischen Instituts für Walforschung (Institute for Cetacean Research, ICR).

Allerdings wurde in den vergangenen zwei Jahren kein einziger Beweis erbracht, der dieses Handeln rechtfertigen würde. Ganz im Gegenteil! Während des Gerichtsverfahrens [...] hat sich die Gegenseite in endlose Widersprüche darüber verstrickt, was wirklich mit dem Walfleisch aus dem Wissenschafts-Walfang geschieht. Wir haben außerdem durch unwiderlegbare DNA-Tests des [...von uns sichergestellten...] Walfleisches gezeigt, dass die Zeugenaussage des Besatzungsmitgliedes, an das der Karton adressiert war, nicht wahr sein kann.

Auf die Walfleisch-Unterschlagungen sind wir durch ein ehemaliges Besatzungsmitglied aufmerksam gemacht worden. Er forderte uns auf, dies nachzuprüfen und die Öffentlichkeit darüber zu informieren. Weitere ehemalige Crew-Mitglieder meldeten sich bei uns und untermauerten die Aussagen. Vor diesem Gericht [...hier...] haben weitere Aussagen ehemaliger Crewmitglieder den Rechtsbruch innerhalb der Walindustrie unterstrichen und sein Ausmaß und seine Schwere illustriert.

Nach der Veröffentlichung der gesammelten Beweise haben das Institut für Walforschung und die Firma Kyodo Senpaku entschieden, die Dokumentation der Mengen des als Souvenir verteilten Walfleisches zu veröffentlichen, um - so wurde behauptet - diese Praxis transparenter zu machen. Zeitgleich wurde behauptet, dass das Verteilen von Walfleisch an die Inspektoren der Fischerei-Agentur und die Mitglieder des ICR beendet worden wären. Ein weiterer Informant berichtete, dass es im Gegensatz zu früher sehr viel schwieriger geworden sei, Walfleisch abzuzweigen. Allerdings musste sich bis heute niemand für das von uns ans Licht gebrachte Verhalten verantworten. Stattdessen stehen mein Kollege und ich, nachdem wir eine offizielle Beschwerde über das Fehlverhalten und die Verschwendung von Steuergeldern durch die Wissenschafts-Walfangindustrie zu Forschungszwecken eingereicht haben, unter Anklage in diesem Gerichtssaal.

Im September 2009, hat die Arbeitsgruppe gegen willkürliche Haft des UN Menschenrechtsrates ihre Position zu unserem Fall gegenüber der japanischen Regierung mitgeteilt. Demnach waren die Verhaftung, die Haftzeit sowie die Verhöre und die Anklage von Suzuki und mir willkürlich. Die japanische Regierung wurde aufgefordert, das Recht auf Öffentlichkeitsinformationen anzuerkennen. Im Laufe des Gerichtsverfahrens haben uns eine halbe Millionen Menschen mit ihrer Unterschrift unterstützt - nicht nur aus Japan, sondern aus der ganzen Welt.

Kürzlich äußerte die Hochkommissarin für Menschenrechte der UN, Navanethem Pillay, in einem Zeitungsinterview ihre Betroffenheit über den Walfleisch-Skandal. Sie würdigte außerdem den Einsatz von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und betonte ihre wichtige gesellschaftliche Rolle. Dies belegt die internationale Aufmerksamkeit, die dieses Gerichtsverfahren auf sich zieht.

Ich glaube, dass NGOs eine entscheidende Rolle in demokratischen Gesellschaften zukommt und dass diese Rolle in Zukunft noch wachsen wird. Professor Dirk Voorhoof, Experte für internationales Recht und Zeuge der Verteidigung bestätigte, dass keine Gruppe und kein Individuum ein absolutes Recht hätte, irgendein Gesetz zu irgendeiner Zeit zu brechen. Ich glaube nicht, dass wir das getan haben. Ich glaube, unser Handeln besteht den Legalitätstest von Professor Voorhoof, da [...unser Handeln...] verhältnismäßig und notwendig war, um ein bedeutendes Vergehen aufzudecken. Ich hoffe sehr, dass das Gericht die Notwendigkeit anerkennt, die Gesellschaft über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren, so wie unser Handeln, das die Rechtsverletzung der Regierung und privater Firmen aufzeigen sollte. Darüber hinaus hoffe ich, dass das Gericht die internationalen Menschenrechte achtet. Zudem hoffe ich, dass es das Recht von NGOs anerkennt, Rechtsbrüche zu veröffentlichen, ohne Sorge auf unangemessene Verfolgung haben zu müssen. Andernfalls würde die freie Meinungsäußerung beschränkt und damit eine abschreckende Wirkung für die Gesellschaft entstehen.

Wir beteuern nochmals unsere Unschuld. Wir glauben, dass in diesem Fall ein Urteil auf nicht schuldig entscheidend ist, um das Recht zur freien Meinungsäußerung und die Rechte von NGOs in Japan zu ehren und aufrechtzuerhalten. Ich möchte an das Gewissen jedes einzelnen Richters appellieren: Was dient dem Aufbau einer wahrhaft demokratischen Gesellschaft, in der Bürger eine führende Rolle spielen: die rigorose Bestrafung von Rechtsbrüchen oder Strafverfolgung derjenigen, die diese Rechtsbrüche ans Licht bringen?

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

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